Autor: ^BlindGuardian^ geschrieben am Dienstag 02.08.2005 um 08:14 Uhr
Kolumne von Rax
Teamspirit vs. Professionalität
In seiner wöchentlichen Kolumne greift mTw.Rax auf WCReplays wieder mal ein recht umstrittenes Thema auf. Der Eindruck vieler Beobachter ist nicht erst seit heute, dass viele Teams in der WC3L inzwischen aus "zusammengekauften" Spielern bestehen.
Rax stellt nun die Frage, ob so nicht der Teamspirit der Professionalität zum Opfer fällt. Hier geht es zu seiner Kolumne.
Ich habe mir am heutigen Morgen auf dem Weg zur Arbeit auch so meine Gedanken gemacht und eine Antwort im Klapptext formuliert.Der Gedanke ist ja schon recht nobel, denn es ist bestimmt wahr, dass die nur auf Skill basierte Auswahl zwischenmenschliche Aspekte relativ ausser Acht lässt. Aber ist dies wirklich so schlimm? Und hat dies nur mit Koreanern zu tun?
Die Antwort auf beide Fragen ist: Nichts genaues weiss man nicht, aber es hat bestimmt nicht nur die negativen Aspekte, die Rax aufgeführt hat. Natürlich ist Teamspirit ein "Nice to have", aber mal ehrlich, gerade WC3 ist ein Spiel für Individualisten. Die wichtigsten Turniere werden im 1on1-Modus ausgetragen, selbst die WC3L wird zu 80% durch die Duel-Spiele entschieden. Das beweisst eindeutig, im Grunde ist Warcraft 3 kein Teamspiel. Ergo ist der Teamspirit für das Spiel selber, im Gegensatz zu z.B. Counterstrike, zunächst einmal vernachlässigbar. Doch schauen wir uns den Begriff Teamspirit einmal genauer an.
Im Grunde bedeutet er nichts anderes, als dass sich alle Mitglieder eines Teams als solches begreifen und ihre Anstrengungen auf ein gemeinsames Ziel richten. Nun, selbst wenn viele WC3L-Mannschaften im Grunde "zusammengekauft" sind, gelten diese Aspekte doch auch für sie. Also muss auch dort eine Art Teamspirit vorhanden sein. Und das ist er auch ganz bestimmt. Da Beispiele aus anderen Sportbereichen ziemlich abgegriffen sind, bringe ich mal eins aus dem wahren Leben. Im Arbeitsalltag kommt es häufig vor, dass man in verschiedenen Projekten immer wieder mit verschiedenen Personen zusammen kommt und mit ihnen an der Erfüllung des Projektzieles arbeitet. Dabei ist es sehr oft so, dass einem die anderen Mitglieder in dem Projektteam vollkommen unbekannt sind, vor allem wenn es sich um einen multinationalen Konzern (vgl. multinationales WC3-Team) handelt. Auch dabei baut sich eine Art Teamspirit auf, weil man zusammen auf ein Ziel zu arbeitet. Stört es da, dass man sich nicht kennt?
Absolut nicht. Die Erfahrung, die man daraus gewinnt, ist sogar sehr wertvoll. Man hat die Chance, auch mal über den Tellerrand zu schauen und Menschen mit vollkommenen anderen kulturellen Hintergründen kennenzulernen, vorrausgesetzt, man will dies auch. Und auch das Zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz, denn egal ob man sich nun mag oder nicht, eine Beziehung zueinander baut sich auf, sobald sich Menschen begegnen. Und da ist es egal, ob sie nun vorher sorgfältig auf Grund ihrer menschlichen Qualitäten ausgewählt wurden oder, wie im Falle vieler WC3L-Teams, auf Grund ihrer Fähigkeiten zusammengekauft wurden.
Man sollte dies alles eher als Chance denn als Problem begreifen. Es gibt neben Warcraft 3 (und natürlich StarCraft) keinen anderen eSports-Titel, der es einem so einfach macht, Leute weltumspannend kennenzulernen. Andere Spiele sind auf Grund ihrer Beschaffenheit, bis auf grössere LAN-Events, auf bestimmte Regionen bezogen.
Wenn man jetzt solche Diskussionen mitverfolgt, fällt einem auf, dass in diesem Zusammenhang vor allem über koreanische Spieler geschrieben wird. Was aber im Grunde vollkommen falsch ist. Zunächst einmal deshalb, weil der WC3L, den Zuschauern aber auch den nicht-koreanischen Spielern nichts besseres passieren kann, als dass asiatische Spieler teilnehmen. Alle profitieren davon. Die WC3L kann sich durch den erhöhten Skill in ihrer Liga weiter profilieren. Die Zuschauer bekommen hochklassigere Spiele und direkte Vergleiche zwischen ihren "lokalen" Helden und den Besten der Besten. Die nicht-koreanischen Spieler haben die Möglichkeit, durch Spiele gegen Koreaner zu lernen. Merke: man wird selber nur besser, wenn man auch gegen Bessere spielt.
Außerdem, wo ist der Untschied, ob ein europäisches Team nur aus koreanischen Spielern besteht, oder ob ein deutsches Team Spieler aus ganz Europa und den USA hat? Da ist keiner. Das sind alles Spieler, die sich so und auch so, nur durch das Spiel kennen und nur für das Spiel in ein Team zusammengekommen sind. Das Gleiche gilt aber auch für rein deutsche Teams. Diese haben sich irgendwann einmal gebildet ohne sich vorher genauer zu kennen, und sind jetzt zu Freunden geworden. Was spricht dagegen, dass dies bei multinationalen Teams nicht auch so sein kann?
Rax, du hast es doch selber bewiesen, schau in dein Team.
Dies ist ein Kommentar von ^BlindGuardian^ und spiegelt in keiner Weise die Meinung der Redaktion oder von rushed.de wieder
tags
#1
Hack-A-Tack, geschrieben am 02.08.2005 08:42:00
Hack-A-Tack, geschrieben am 02.08.2005 08:42:00muss man wirklich jede meinung kommentieren?
wird das hier ein rushed vs mymtw?
Reicht doch wenns auf unnoetige weise von anderen sites zerrissen wird, man muss ja deren hype net fuer eigene promotion nutzen oder?
Schreibt lieber eigene kolumnen wie readmore.de , zeigt individualitaet und macht es so gut das sie euch werden auseinanderpfluecken wollen
Ich find\'s gut.
stimme guardian zu, , ,
Blind im Schreibrausch ;)
Gut geschrieben, schön gemacht, ich unterstütze deine Meinung!
Außerdem, wo ist der Untschied, ob ein europäisches Team nur aus koreanischen Spielern besteht, oder ob ein deutsches Team Spieler aus ganz Europa und den USA hat? Da ist keiner. Das sind alles Spieler, die sich so und auch so, nur durch das Spiel kennen und nur für das Spiel in ein Team zusammengekommen sind. Das Gleiche gilt aber auch für rein deutsche Teams. Diese haben sich irgendwann einmal gebildet ohne sich vorher genauer zu kennen, und sind jetzt zu Freunden geworden. Was spricht dagegen, dass dies bei multinationalen Teams nicht auch so sein kann?
Einfache Antwort: Die Sprache. Was bringt es mir, drei Koreaner im Team zu haben, die sich eh einigeln und lieber unter sich bleiben, aber mit denen ich mich sowieso nicht unterhalten kann, da ihr Englisch zu schlecht ist und da nur \"keke\" und \"gogo\" kommt.
Dass man mit ihnen Erfolg hat ist klar (oder auch nicht, wie Korea-Hanbit zeigt). Aber ich hätte persönlich lieber Spieler der gleichen Nationalität drin, dann englischsprachige Spieler und am Ende irgendwann vllt. einen Koreaner. Den Grund von wegen neue Kulturen entdecken etc. lasse ich höchsten bei einer handvoll Teams gelten. Der Rest könnte es sich gar nicht leisten, ihre Koris einfliegen zu lassen bzw. umgekehrt ihre Spieler ausreisen zu lassen.
\"in keinster Weise\" - Jungs, mal ehrlich: Ist es denn so schwer? ;)
Es gibt nunmal nicht weniger als Nichts, also gibt es auch selbstverständlich keine Steigerung von \"keiner\". Wenn das ganze hier schon einen Hauch von Professionalität erhalten soll, dann bitte auch, oder vielleicht gerade, über die verwendetete Sprache :)
Ansonsten beides schöne Artikel, auch dieser Kommentar hier, wobei ich #1 zustimmen muss. Diese Auseinanderpflückerei anstelle von eigenen, sinnvollen und vorallem kreativen Ansätzen ist etwas schade. Auch bin ich der Meinung, dass so etwas nicht in eine News, sondern in einen seperaten Artikel gehört.
sowas ähnliches hab ich mir schon gedacht. n1 blind :>
Die Kritik nehme ich mal zur Kenntnis #6, jedoch sehe ich eigentlich nicht wo ich Rax\' Artikel auseinander pflücke. Ich biete vielmehr eine alternative Sichtweise auf die Dinge. Ums zerpflücken geht es auch gar nicht .)
“You have to be willing to fail, because you\'re not going to make every shot.” - Reggie Miller
naja irgendwie haben beide recht aber ich finde man solte es so machen wie mousesports.
neue gute leute holen und versuchen sie zu integrieren. ich glaube das klappt wirklich super bei denen. frog war ja in korea bei romeo und ez fliegen spell und hasu noch nach korea, dann kommt romeo nach deutschland. das klingt alles ziemlich nice !
Am 02.08.05 11:09 schrieb revolution :
naja irgendwie haben beide recht aber ich finde man solte es so machen wie mousesports.
neue gute leute holen und versuchen sie zu integrieren. ich glaube das klappt wirklich super bei denen. frog war ja in korea bei romeo und ez fliegen spell und hasu noch nach korea, dann kommt romeo nach deutschland. das klingt alles ziemlich nice !
und zu weihnachten gibts dann wieder ne grosse socke voll mit walnuessen und schokolade....
ohne mir jetzt blindguardians antwort durchgelesen zu haben, finde ich den article von rax zwar in schönem englisch geschrieben, jedoch nicht so aussagekräftig, wie ich vermutet hatte. dachte, die ganze auseinandersetzung mit dem thema fällt etwas intensiver aus. einzig auf das \"4K-phänomen\" wird deutlicher eingegangen. aber was solls.. schön finde ich, das wikipedia als quelle genannt wird, machtn guten eindruck ;)
ich denke, die problematik wurde deutlich.
meine meinung dazu: ich selber spiele nun ein paar jahre (3 um genau zu sein) mit einem team, das ausschließlich aus leuten zwischen 19 und 24 aus einem umkreis von 40km besteht. mit den leuten hatte und habe ich nach wie vor so viel spaß beim zocken, auf lans, in der freizeit oder auf parties, sodass ich einfach mal festhalte: teamspirit > professionalität.
dankö.
zum thema teamspirit:
ich denke mtw hat seine wc3cl endspielsiege nicht unbedingt dem besseren einzelskill zu verdanken. eigentlich waren sie gegen sk und 4k beidemale aussenseiter. ich denke da hat der teamspirit mit dem \"übersichhinauswachsen\" zutun gehabt.
Also ich finde beide Artikel gelungen. 4k ist eigentlich eine Vorbildfigur, wie beides zusammenpasst, Professionalität und \"Freundschaft\".
Ich finde es wichtiger das eine gute Stimmung in einem Team herrscht anstelle von Missverständnissen oder Ignoration. Was bringen mir lauter Erfolge in einem Team, wenn man sie letzendlich alleine Feiern muss, da keiner einen versteht.
Gutes Beispiel für Professionalität > Teamspirit , sieht man doch auch im Fußball. Topvereine wie Real, Bayern oder Juve kaufen sich die teuersten Spieler und erzielen dadurch große Erfolge. Aber sobald ein besseres Angebot von einem anderen Verein kommt wird einfach wieder das Team gewechselt. Sowas nenne ich auf keinen Fall Teamspirit und Zusammenhalt. Die Spieler spielen solange als Team zusammen, solange die Bezahlung stimmt. Ich bin mir sicher irgendeine Dorfmannschaft hat mehr Spass am Spiel selber als die Profis in den hohen Ligen.
Naja der Mix muss halt Stimmen.
mfg Domme
\"Interestingly enough, this article is published the same day as Rax recruited two new members for mTw.\"
--> pwned ^^
sehr schönes ding, das da hingezaubert wurde ;)
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