Autor: ^BlindGuardian^ geschrieben am Montag 05.12.2005 um 22:08 Uhr
Turtle Entertainment
Gelegenheitsspieler und das Geld
[justify][size=12]Ein Faktum wird sicher auch eine große Rolle bei der Akquisition gespielt haben: die Möglichkeit auch den Gelegenheitsspieler, Neudeutsch Casual Gamer, zu erreichen. Ich wage zu behaupten, dass GIGA mit der GIGA Liga etc. im Allgemeinen einen größeren Bekanntheitsgrad hatte als die ESL bis dato. Ist ja auch klar, denn mit dem direkten Fernsehen - wenn auch seit kurzem nur über Satellit - erreicht man die Leute leichter als im weitläufigen Internet. Und gerade der Gelegenheitsspieler ist wichtig, ihm den eSport näher zu bringen bedeutet, mit ihm schlussendlich auch Geld zu verdienen. Denn eines ist klar, am Ende bildet die Internetcommunity nur einen kleinen Teil einer Generation, die mit Videospielen aufgewachsen ist. Der viel grössere Teil sind doch die Leute, die zu Hause vor der XBox sitzen, oder nur ab und zu mal Quake 3 gegen Bots spielen.
Wenn man es nüchtern betrachtet, stellt sich das Bild in Deutschland jetzt so dar. Turtle Entertainment hält zum einen die wichtigste, stärkste und größte Liga in Deutschland und hat sich durch die Beteiligung an GIGA den stärksten Konkurrenten vom Leib gehalten. Zum anderen hat Turtle jetzt eine uneingeschränkte Medienmacht. Vom TV mal abgesehen, ist allein das Portal GIGA.de so groß und mächtig, dass alle anderen Szeneseiten dagegen alt aussehen. Natürlich kann man jetzt sagen, wer Qualität liefert, sollte keine Probleme haben. Im ersten Augenblick stimmt das auch. Aber wenn man sich überlegt, dass es für uns alle wichtig ist, auch neue Leute - den Casual Gamer - zum Lesen zu motivieren, muss man sich fragen, wenn Turtle alles aus einer Hand bietet, Liga, Communityportal und TV-Sender, wieso sollte jemand noch woanders vorbeischauen? Man kann den Gedanken insofern weiterspinnen, dass durch den Schritt in den Mainstream für uns traditionelle Onlinemedien unter Umständen ein Nischendasein fristen könnten.
Auch sollte man nicht unterschätzen, welchen Druck die ESL bzw. Turtle nun ausüben kann. Egal ob auf Spieler, Clans oder andere Organisationen. Wer nicht spurt oder sich nicht bestimmten Sachen anpasst, erfährt halt keinerlei Erwähnung in der TV-Show, oder kann im Ligenbetrieb Probleme bekommen. Das könnte dann schon für den ein oder anderen einem Todesurteil gleichkommen. Wie gesagt kann, aber wenn es um Geld und Macht geht, glaube ich persönlich nicht mehr an das Gute im Menschen. Nicht, dass ich einen Grund hätte Jens Hilgers und seiner Mannschaft zu misstrauen. Im Gegenteil, eigentlich habe ich vollsten Respekt, fast Ehrfurcht, vor dem, was Turtle Entertainment in den letzten Jahren geschaffen hat. Aber ich weiss auch, dass zuviel Macht nicht nur in eine Hand gehört, denn Macht korrumpiert. Ich hoffe Turtle geht die nächsten Aufgaben klug und weise an, es steckt viel Potential in den kommenden Schritten, aber auch ein potentiell hoher Schaden für andere.
Um mal ein Beispiel zu geben, wie sich Verhältnisse ändern können. Der ESWC, gemeinhin das Woodstock des eSport genannt, hat sein Geschäftsmodell radikal verschärft. Es ist nichts neues, dass man, um einen Qualifier auszurichten, eine gewisse Lizenzgebühr bezahlen muss. Diese war in den letzten Jahren relativ niedrig. Doch durch den Erfolg des Events scheinen die Macher doch auch ein Auge auf das liebe Geld geworfen zu haben. Denn wenn man die Lizenzsummen hört, dann denkt man nicht mehr an Woodstock, eher an Manhattan. Schon dieses Jahr hatte sich in Deutschland niemand willig gezeigt, eine Lizenzgebühr im 4-stelligen Bereich zu zahlen. Am Ende ist freaks4u kurzfristig eingesprungen. Für die nächsten Jahre soll sich dieser Betrag nochmals vervielfacht haben. Ob sich unter diesen Vorzeichen jemand bereit erklärt, einen Qualifier auszurichten, darf bezweifelt werden.
Das Beispiel zeigt, dass ein relativ hoher Einfluss auch zu Entscheidungen führen kann, die zum eigenen Vorteil gedacht sind, aber schnell andere oder sich selber in Mitleidenschaft ziehen können. Es bleibt zu hoffen, dass Turtle Entertainment dieser Versuchung nicht erliegt. Eines sollte zum Schluss auch allen klar sein, sobald es um Geld und Macht geht, hat auch eine kritische Community nichts mehr zu melden. Leider.
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Basilisk`, geschrieben am 19.12.2005 21:54:08
Basilisk`, geschrieben am 19.12.2005 21:54:08Ganz so kritisch sollte man das Ganze auch wieder nicht sehen!
Die Würfel sind noch nicht gefallen!
Nur wer in Zukunft noch mitreden will, der sollte sich ranhalten um den Anschluss nicht zu verlieren!
1. schritt zu mehr akzeptanz wäre die klischees zu beseitigen
2. ich fänds nich so lustig mich jeden tag in mehreren ligen \"rumzuschlagen\"
3. clanbase gibts btw auch noch in europa
4. geh ich jetzt schlafen
5. giga über satellit ist dämlich
6. es heißt MONOPOL (kennt ihr nicht monopoly? ... monopol kommt von mono + pol und in monopoly gehts darum monopolycity zu beherrschen in form von straßen)
7. sets mode klugscheiß 0
8. =]
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