Autor: R0cK3r geschrieben am Dienstag 13.02.2007 um 21:48 Uhr

Der Versuch einer Analyse

eSport in Dänemark

[left][image]6850[/image][/left] ”Denk ich an Dänemark, so denk ich an Lego, die Olsenbande und Smørrebrød.” Assoziationen wie diese gibt es viele für unseren Nachbarn im Norden, doch was verbindet der deutsche eSportler eigentlich mit Dänemark? Viel mehr als die blanken Namen einiger Clans werden es nicht sein. Passend zu den shgOpen schaffen wir da Abhilfe. Im Gespräch mit dänischen Szenekennern versuchen wir, dem eSport.dk ein Gesicht zu geben. Wie fast überall in Europa erfreut sich der eSport auch im Königreich Dänemark großer Beliebtheit, auch wenn die Szene bedingt durch die Größe des Landes relativ klein ist. In der Gunst der Spieler liegt, wie so ziemlich überall, ein Evergreen ganz weit vorne: Counter-Strike. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Dänen genau in diesem Spiel international die meisten Erfolge feiern konnten. Neben den weit zurückliegenden Triumphen von Clans wie Spirit of Amiga, die derzeit ein eher mäßig erfolgreiches Comeback “feiern”, sind es vor allem die Auftritte der dänischen Nationalmannschaft, die zu Erfolgen führen. So konnte man etwa die sechste Auflage des Clanbase Nationscup gewinnen und auch in dieser Saison war erst im Halbfinale Schluss. [float=left][thumb]6853[/thumb][size=10][center]Das dänische Team NoA[/size][/center][/float] Das Finale 2004 wurde sogar im dänischen Fernsehen übertragen. Neben der Nationalmannschaft gibt es einige wenige Clans wie NoA oder h2k, die auf gutem, wenn auch nicht außergewöhnlich hohem internationalem Niveau spielen - viel mehr hat Dänemarks CS-Szene im internationalen Vergleich allerdings nicht zu bieten. Neben dem beliebten Taktik-Shooter ist vor allem WarCraft III populär. Doch auch hier mangelt es an wirklich hochkarätigen Spielern; Ausnahme sind die Jungs vom dänischen MYM-Team, allen voran Ciara. Sportspiele wie etwa FIFA sind in Dänemark wenig beliebt. Diese im Verhältnis zu den skandinavischen Nachbarn oder Deutschland geringe Leistungsdichte könnte unter anderem ein Grund für das Fehlen einer großen innerdänischen Liga sein. Das bestätigt auch Martin Cording, Teammanager von NoA und gleichzeitig Organisator der Turnierseite Xplayn.com: “[i]Es gibt viele Leute, die etwas Ahnliches versuchen wie die ESL mit den Extreme Masters, aber in Dänemark hat man es schwer in diesem Business. Wir sind ein kleines Land, die Steuern sind hoch und man muss wirklich hart arbeiten, um so etwas zum Laufen zu bringen.[/i]” Auch Jesper “Nordahl” Henriksen, Manager des internationalen WC3-Squads von MYM, sieht das ähnlich: “[i]Vor ein paar Jahren gab es eine große Liga, in welcher es auch die meisten Spiele gab, aber die Leute hatten kein Interesse und so starb die Liga aus. Ich glaube, die Community war noch nicht reif für eine solche Liga und zum jetzigen Zeitpunkt, wo es einen Markt dafür gibt, ist keiner mehr bereit bzw. fähig, sowas auf die Beine zu stellen.[/i]” Es scheint, als fehle es an einem mutigen und auch finanzstarken Investor, der bereit ist, solch eine dänische Liga aufzubauen. Genau diesen Schritt ging die ESL. 2005 versuchte man, das in Deutschland erfolgreiche Prinzip der Pro Series auch in Dänemark zu etablieren.[float=right][thumb]6857[/thumb][size=10][center]ESL in Dänemark Neuer Versuch im Jahr 2007?[/size][/center][/float] Es blieb bei dem Versuch - nach nur einer Saison war Schluss. Laut Chief Tournament Director Sebastian “Baschi” Weishaar scheiterte das Projekt an “persönlichen Problemen” des nationalen Ausrichters. David “Icecold” Sørensen, Redakteur bei SK-Insider, macht auch die fehlende Konstanz innerhalb der dänischen CS-Szene für den Misserfolg der Pro Series verantwortlich: “[i]Soweit ich mich erinnern kann, war die Community begeistert von der EPS, aber Counter-Strike in Dänemark ist sehr instabil und so war es schwer, genug Teams für das Fortlaufen der Liga zu bekommen.[/i]” Retter in der Not könnte abermals die ESL sein: Nach dem gescheiterten Versuch 2005 versuchen sie derzeit erneut, in Dänemark Fuß zu fassen. Dafür [url=http://www.esl.eu/dk/pro-series/season1/cs/5on5/news/34436/]suchen[/url] sie einen neuen nationalen Partner, mit dem es vielleicht auch gelingt, die völlig verwaiste Liga zum Laufen zu bringen.Bauchweh bekommen die dänischen Computerathleten vor allem, wenn sie einen[float=left][thumb]6855[/thumb][size=10][center]Schweden als Vorbild? SK|Spawn[/size][/center][/float] Blick zum “großen Bruder” nach Schweden werfen. Doch es ist nicht etwa Rivalität oder Missgunst, die diese Blicke so neidvoll werden lassen. NoA etwa schätzt das schwedische SK-Team als Trainingspartner sehr und auch die Basis ist froh, mit Schweden einen Nachbarn zu haben, der zeigt, wie es funktioniert. Es sind die dänischen Internetverbindungen im Vergleich zu den schwedischen, die für Frustration sorgen. Matrin Cording: “[i]Dänemark ist wahrscheinlich eines der Länder mit den schlechtesten und zugleich teuersten Internetverbindungen überhaupt. Sehr traurig - in Schweden bekommt man in fast jedem Haus günstige 100 Mbit/s Leitungen.[/i]” Neben vielen Gemeinsamkeiten, sei es der Zwist zwischen den CS:Source- und den 1.6-Anhängern oder das WoW-Suchtverhalten, gibt es einen großen Unterschied zu unserer Nation. Diesen kann man in der öffentlichen Meinung zum Thema Computerspiele ausmachen. Zwar wird auch in Dänemark öffentlich darüber diskutiert, aber es ist nicht solch ein Politikum wie hierzulande. “[i]Es gibt viele soziale Aspekte im eSport. Die Menschen beginnen, das zu begreifen,[/i]” meint Henriksen. “[i]Natürlich ist es noch ein langer Weg, aber die Leute haben begonnen, ihre Augen zu öffnen.[/i]” Dass Computerspielen und der professionelle virtuelle Wettkampf eine hohe Akzeptanz in Dänemark besitzen, zeigen auch die Pläne zum eSport im TV. Noch sind es Gerüchte und vage Vermutungen; dass diese aber nicht aus der Luft gegriffen sind, glaubt auch Nordahl: “[i]Ich bin sicher, wenn eine Person wie Ronny [1] etwas sagt, hat das Gewicht.[/i]” Erste Schritte gibt es, wie bereits erwähnt, schon mit der Übertragung von NationsCup-Spielen mit dänischer Beteiligung auf einem Fernsehkanal, der sich selbst als “Familiensender” betitelt, ähnlich wie etwa RTL. Wie selbstverständlich wird dort neben Sport, Filmen und Serien auch eSport gezeigt. Auch wenn die dänische Gemeinde der eSportler überschaubar bleibt - ohne Erfolgsgeschichten ist sie nicht. Eine der Größten davon kürzt sich mit den drei Buchstaben MYM ab. Als der begeisterte Rainbow Six-Spieler Mark Peter “Mercy” Fries im Jahr 2000 den Clan Meet your Makers gründete, war in keinster Weise abzusehen, welche Ausmaße dieses Projekt einmal annehmen würde. Früh war Fries klar, welche finanziellen Möglichkeiten das professionelle Daddeln bietet und so wird 2002 aus dem Clan ein eingetragenes Unternehmen. Man verpflichtete einen Spitzenspieler nach dem anderen, etwa das norwegischen CS-Team um Ola “Element” Moum oder eines der international stärksten WC3-Squads. Mit der Entwicklung der Lounge, einem kostenpflichtigen Bereich auf der claneigenen Webseite mit exklusiven Inhalten ähnlich dem SK Insider, entdeckt man aber auch andere lukrative Einnahmequellen. [float=right][thumb]6852[/thumb][size=10][center]MYM WC3 Team mit Manager Nordahl[/size][/center][/float]Gestärkt durch das Kapital neuer Investoren steigt MYM im August 2006 durch die Übernahme der renommierten eSport-Szeneseite Esnation.com endgültig zu einer gewichtigen internationalen Plattform im eSport auf. Und der Aufstieg scheint noch lange nicht beendet. Jüngst gab man bekannt, mit Spirit_Moon den bestbezahltesten WarCraft III-Spieler der Welt in den eigenen Reihen zu haben. Dänemark scheint also noch einiges an Potenzial zu haben. Gerade die vorhandene Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft und die Vorreiterrolle des direkten Nachbarn Schweden sind gute Voraussetzungen für das Gedeihen der nationalen Szene. Was fehlt, sind mehr Teams wie NoA und MYM. Eine gut organisierte und attraktive Liga wäre hierfür eine wichtige Basis, auf dass es bald heißt: “Dänemark - Lego, die Olsenbande und ganz großer eSport.” [size=10][1] Ronny Saul, Manager of the Board von MYM, der jüngst dänische TV-Formate für den eSport ankündigte.[/size]
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#1 monono, geschrieben am 13.02.2007 21:54:39
gut geschrieben dbj
#2 readmore|.bu11eT, geschrieben am 13.02.2007 21:57:38
schönes ding rocker
#3 otacon, geschrieben am 13.02.2007 21:59:17
Die Dansk Esport Pro Tour hätte man aber mal erwähnen können, und die shgOpen wird zum Beispiel auf dem dänischen Sender DK4 teilweise übertragen. Ansonsten aber einige interessante Einblicke.
#4 FRANZ, geschrieben am 13.02.2007 22:04:24
Dieses Potenzial gibt es nicht nur in Dänemark. Das gibt es noch im gesamten eSport.
#5 readmore|.bu11eT, geschrieben am 13.02.2007 22:22:48
noch mehr zur shgOpen morgen auf mymTw
#6 Cosmo, geschrieben am 13.02.2007 22:27:13
ehrlich Otacon, kannst du deine Kindereien nicht mal für dich behalten? Wird langsam langweilig
#7 fragster | Adro, geschrieben am 13.02.2007 22:43:53
das find ich jetz eher lustig @ #3 o.O aber schöner artikel :)
#8 flecki, geschrieben am 14.02.2007 00:13:24
schön editiert :)
#9 /Thomas/, geschrieben am 14.02.2007 11:34:33
wie sich die myMTWler alle gegenseitig loben in den Comments...
#10 flecki, geschrieben am 14.02.2007 13:48:48
gut das ich nich die myMTWler meine
#11 nowi, geschrieben am 14.02.2007 16:31:44
damit du glücklich wirst kriegst auch ein lob von mir #9 lieber /Thomas/ ansonsten endlich mal wieder ein schöner artikel der es auch mal wert war zuende gelesen zu werden...
#12 TonreG, geschrieben am 14.02.2007 18:06:32
Vielleicht eine Skandinavische EPS? So wie Alpen EPS =) würde doch schon mal ein Anfang in Dänemark sein =) Wirklich sehr gut geschrieben. Dänemark soll integriert werden, da ich mit DK viel verbinde =)
#13 R0cK3r, geschrieben am 14.02.2007 19:13:35
EPS Skandinavien ist auf jeden Fall ne interessante Idee, aber die sind halt Ligenspiel nicht gewohnt, wobei SK, NiP, Noa & Co. auch dizipliniert in den Extreme Masters spielen, also vielleicht würden sie auch ne skandinavienweite EPS annehmen. Aber da müsste die ESL auch ein saftiges Preisgeld bereitstellen.
#14 otacon, geschrieben am 14.02.2007 19:36:56
NiP hat dir, mit der Entscheidung zukünftig keine weiteren offiziellen Spiele online auszutragen und dem damit verbundenen Austritt aus den Extreme Masters und der NGL One, da aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht^^
#15 R0cK3r, geschrieben am 14.02.2007 19:41:14
ok dann ohne nip, ich meinte das \"alte\" NiP !
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