Autor: Caker geschrieben am Donnerstag 01.03.2007 um 17:43 Uhr

Interview

Armin Laschet über sein Sofortprogramm

[b]Im Gespräch:[/b] [float=left][thumb]6930[/thumb][/float][b]Name:[/b] Armin Laschet [b]Position:[/b] Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW [b]Alter:[/b] 46 [b]Interview geführt von:[/b]Mirko "[url=/index.php?module=profile&lockID=789][pp]Oberdichtcaker[/pp][/url]" Scharping [i]Armin Laschet ist seit 2005 Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat er ein Sofortprogramm zum wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor extrem gewalthaltigen Computerspielen ins Leben gerufen. Dieses Programm besteht aus vier Teilen: Verschärfung des Jugendschutzgesetzes, Verbesserung des gesetzlichen Vollzugs, Qualitätssicherung der Jugendschutzentscheidungen und Kommunikation. Uns gegenüber stand er zu einem Interview per Mail zur Verfügung.[/i] [cc]mymTw.de[/cc]: [b]Herr Minister, vor kurzem haben Sie mit Bundesfamilienministerin von der Leyen ein Sofortprogramm „zum wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor extrem gewalthaltigen Computerspielen“ vorgestellt. In diesem steht, dass nun auch bereits „gewalthaltige“ Spiele indiziert werden sollen. Wie lautet die Definition für gewalthaltig? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Spiele, die über ein bestimmtes Maß an Gewaltdarstellungen hinaus gehen, werden bereits heute indiziert. Bei der von der Bundesfamilienministerin und mir vorgeschlagenen Regelung geht es darum, dass ein Teil dieser Spiele, nämlich jene, die extrem gewalthaltig sind, aber noch nicht Gewalt verherrlichend sind, künftig auch ohne ein Verfahren bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert sind. Eine genaue Definition dessen, welche Spiele damit gemeint sind, wird im Gesetzestext erfolgen. [cc]mymTw.de[/cc][b]: Wir haben eins der schärfsten Jugendgesetze weltweit, in wieweit brauchen wir eine weitere Verschärfung? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Veränderungen werden immer dann nötig, wenn Weiterentwicklungen, etwa bei der Technik, einen besseren Kinder- und Jugendschutz erforderlich machen. Ähnliches gilt, wenn wir merken, dass die bestehenden Regelungen Lücken aufweisen, die für junge Menschen eine Gefahr darstellen können. Bezogen auf Gewaltdarstellungen in Filmen oder Spielen sehe ich den Handlungsbedarf vor allem darin, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Produkten zu erschweren, die nur Erwachsenen zugänglich sein sollten. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Größere Aufkleber und Warnhinweise sind sicherlich zu begrüßen, doch hätte man das nicht über die USK und/oder BPjM mit den Publishern direkt klären können? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Nein. Diese Regelung ist im Jugendschutzgesetz schon gut aufgehoben. Eine gesetzliche Regelung hat einen hohen Grad an Verbindlichkeit. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Wie weit haben Sie persönlich sich mit der Materie beschäftigt? Waren Sie zum Beispiel auf einer Netzwerkveranstaltung und haben sich die „Killerspieler“ direkt angesehen? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Ich selbst hatte noch keine Gelegenheit, mir eine solche Veranstaltung anzuschauen. Aber meine Mitarbeiter halten mich regelmäßig auf dem Laufenden. Von ihnen weiß ich, dass Lan-Parties nicht ein Ort randalierender Horden sind, sondern dass hier junge Leute diszipliniert ihrem Hobby nachgehen. Wenn dort Spiele gemäß den Altersfreigaben der Länder gespielt werden, ist dagegen selbstverständlich nichts einzuwenden. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Haben Sie einige Spiele auch mal selbst angetestet? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Ja, mit meinen Mitarbeitern habe ich einige Spiele, über die öffentlich diskutiert wird, angeschaut und angetestet. Auch in meiner Familie habe ich mir einen Eindruck verschaffen können. Denn meine Kinder spielen ab und zu. [cc]mymTw.de[/cc][b]: Nennen Sie uns doch bitte einige Beispiele aus dem aktuellen Spielekatalog, die Ihrer Meinung nach nicht in Kinderhände gehören. [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Das sind alle Spiele, die nur für Erwachsene freigeben wurden oder die gar keine Altersfreigabe aufweisen können.[cc]mymTw.de[/cc][b]: Computerspiele haben in unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert, nicht nur ganze Industriezweige leben vom Herstellen und Vertrieb, es entsteht mit eSport auch eine ganz neue Sportart. Womit ist bei Ihnen dieser Begriff geprägt? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: E-Sport ist eine neue Sportform, deren weitere Entwicklung ich mit Spannung beobachte. Ich selbst finde die Fußballspiele am interessantesten. [cc]mymTw.de[/cc][b]: Der eSport bringt wie keine andere Jugendbewegung Jugendliche aus allen Bildungsschichten und sozialen, ethischen, religiösen Hintergründen zusammen, und das sogar auf internationaler Ebene. Zudem fördert er die Medienkompetenz der oftmals jugendlichen Teilnehmer. Müsste das nicht gefördert werden? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Ich sehe den E-Sport nicht als Jugendbewegung. Dort wo er semiprofessionell oder auch professionell betrieben wird, ist das Sache von Vereinen und Sponsoren. Das scheint ja auch gut zu funktionieren. Als Jugendminister ist für mich der Aspekt Medienkompetenz von Bedeutung. Diese zu fördern, ist mein Anliegen. In Nordrhein-Westfalen unterstützen wir daher auch Angebote für Kinder- und Jugendliche, die durch Computerspiele Medienkompetenz fördern. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Inwieweit würde Ihr Sofortprogramm die Entfaltung des eSports in Deutschland einschränken? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Überhaupt nicht. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Der eSport Bund. signalisierte des öfteren Gesprächsbereitschaft, wie weit haben Sie sich mit ihm auseinandergesetzt? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: An mich ist der eSport Bund bislang nicht herangetreten. Aber er ist mit meinen Mitarbeitern in Kontakt. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Sie sind selbst Vater dreier Kinder, was spielen die? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Strategie- und Sportspiele, insbesondere Fußball. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Wie weit involvieren Sie Ihre Kinder in Ihre Entscheidung bzw. was halten Ihre Kinder von Ihrem Programm? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Politische Entscheidungen sind keine Privatsache, sondern werden in den dafür vorgesehenen Gremien gefasst. Das ist ein Grundprinzip der Demokratie. [cc]mymTw.de[/cc] [b]: Letztendlich geht es sowohl bei den Spielen, als auch in Filmen und anderen Medien lediglich um Darstellung der Gewalt, dies kann auch abschreckend wirken. Was ist mit Vollkontaktsportarten wie Boxen? Dürfte das in Zukunft auch nicht mehr übertragen werden? [/b][pp]Armin Laschet[/pp]: Es geht um die Darstellung von Gewalt, und es geht um die Einbettung dieser Gewalt in Argumente und Absichten. Die Anfangsszene des Films "Der Soldat James Ryan" zum Beispiel ist sicher erheblich mit Gewalt aufgeladen. Sie zeigt die Landung der Alliierten in der Normandie. Bei der Bewertung dieser Gewaltdarstellung spielt der historische und Wertekontext eine erhebliche Rolle. Die Gewaltdarstellung in einem bezugslosen Gewaltfilm, wo es offenbar um die Gewalt als solche geht, ist sicher ganz anders einzuordnen. Es muss also immer auf den konkreten Einzelfall geschaut werden. Das gilt auch für das Fernsehen und die Sportsendungen, die dort zu sehen sind. Boxen gehört jedenfalls nicht ins Vorabendprogramm, wenn viele Kinder vor dem Fernseher sitzen. [cc]mymTw.de[/cc] [b]:Wir danken Ihnen für Ihre Zeit.[/b]
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#1 manic, geschrieben am 01.03.2007 17:58:23
naja, typische Politiker Antworten halt... :S
#2 oij_caramba, geschrieben am 01.03.2007 17:59:05
Naja, möglichst nie direkt auf Fragen antworten. Nette Politker hier im Lande. :/
#3 SteF`, geschrieben am 01.03.2007 18:00:08
Sehr unsympatisch der Herr und vor allem mal wieder nichts als heiße Luft.. Aktionismus schön und gut, man kann überschüssige Energie aber auch in Themen investieren die echt geändert werden müssen ;)
#4 3DKing, geschrieben am 01.03.2007 18:05:36
Ich finde seine Antworten sehr gut. Er sagt ja sogar, dass er nicht selbst spielte, sondern seine Mitarbeiter viel für ihn tun.
#5 kuddman, geschrieben am 01.03.2007 18:07:18
Ich finds auch in Ordnung, sofern er wirklich meint was er sagt und net irgendwas vorgaukelt, damit wir net demonstrieren ;).
#6 csc, geschrieben am 01.03.2007 18:07:35
Sehr gute Antworten, ich denke, damit kann jeder eSportler halbwegs leben..
#7 ChackZz, geschrieben am 01.03.2007 18:12:41
Ich finde die Antworten ebenfalls durchaus ok. Der Mensch scheint jedenfalls im Gegensatz zu seinen bayerischen Politikerleben nicht vollkommen überzureagieren.
#8 ESL | bAsE, geschrieben am 01.03.2007 18:16:14
ja, ich finde er hat vor allem nicht die Nerven verloren und versucht keinen puren Aktionismus durchzuführen
#9 chriS, geschrieben am 01.03.2007 18:26:00
und da wundern sich die politiker das die jugend das interesse an der politik verlieren...
#10 , geschrieben am 01.03.2007 18:27:39
Was mich stutzig macht, ist die Tatsache, dass er nur indirekte Antworten gibt und nicht direkt antwortet, sondern nur um den heißen Brei herumredet. Dazu scheint er selbst nicht zu wissen, was er sagt. Zitat: \"mymTw.de: Nennen Sie uns doch bitte einige Beispiele aus dem aktuellen Spielekatalog, die Ihrer Meinung nach nicht in Kinderhände gehören. Armin Laschet: Das sind alle Spiele, die nur für Erwachsene freigeben wurden oder die gar keine Altersfreigabe aufweisen können.\" Hallo? Ich mein, es ist doch klar, dass Spiele die für Kinder nicht freigegeben sind auch nicht in deren Hände gehören. Anscheinend ist er doch wie die Bayern: Keine wirkliche Ahnung von \"Killerspielen\". Er kann diese nicht mal selbst definieren.
#11 greenhope, geschrieben am 01.03.2007 18:35:13
also die frage wie er seine kinder in seine entscheidungen miteinbezieht ist schon recht dreisst :D
#12 rash, geschrieben am 01.03.2007 18:37:59
mymTw.de: Nennen Sie uns doch bitte einige Beispiele aus dem aktuellen Spielekatalog, die Ihrer Meinung nach nicht in Kinderhände gehören. Armin Laschet: Das sind alle Spiele, die nur für Erwachsene freigeben wurden oder die gar keine Altersfreigabe aufweisen können. Ahja, also will er alle Spiele die eh schon indiziert sind nochmal indizieren? :help: Aber ansonsten find ich seine Ideen/Ansichten nicht schlecht! //edit: Oh, die Stelle wurde ja schon gequotet, lalala ^^
#13 krafti, geschrieben am 01.03.2007 18:39:02
wie wird das noch alles enden :/
#14 clums, geschrieben am 01.03.2007 18:39:02
caker, ich mag mich irren, aber bei politikern ist die parteizugehörigkeit nicht ganz uninteressant... Bei der von der Bundesfamilienministerin und mir vorgeschlagenen Regelung geht es darum, dass ein Teil dieser Spiele, nämlich jene, die extrem gewalthaltig sind, aber noch nicht Gewalt verherrlichend sind, künftig auch ohne ein Verfahren bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert sind. anstatt einfach mal was konkretes zu sagen, aber da scheint herr laschet wohl berufsbedingt zu viel schiss zu haben. weichei.
#15 b0bbi3, geschrieben am 01.03.2007 19:03:21
also ich finde er hat ne bessere meinung... als alle anderen politiker... er findet den eSport wenigstens nicht völlig sinnlos... zwar ist es immer noch sehr schleierhaft..naja aber sie sind halt alt^^
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