Autor: R0cK3r geschrieben am Sonntag 15.04.2007 um 19:45 Uhr

Über mögliche Innovationen des Esport

Neue Spieletitel braucht der eSport ?

CS, WC III und FIFA waren gestern. Guitar Hero, Carom 3D und WoW sind die eSports-Titel 2007. Denn neben FPS-Shootern und Strategiespielen wird es in diesem Jahr auf den großen Events wie der WCG und der WSVG Gitarrengeschrammel, Präszisionsballgeschupse und fliegende Fäuste auf den Monitoren zu sehen geben. Bei den Anhängern der klassischen eSport Spiele sorgte diese Umstellung für Erstaunen und Kopfschütteln. Von den Turniermachern wird es hingegen „als neues Zeitalter der Gamingcompetitions“ gefeiert. [center][b]_eSport für ein anderes Publikum_[/b][/center] [float=left][center][thumb]7081[/thumb][size=9]SEC - "kleines Publikum" bei CS & Co.[/size][/center][/float]Das Ziel, das etwa WSVG Präsident Matt Ringel verfolgt, ist schnell erklärt: Den eSport aus seiner „Nerd-Ecke“ raus holen und ihn als Lifestyle Produkt darstellen. Denn auch wenn Veranstaltungen wie kürzlich die SEC und die Extreme Masters auf der CeBit mit Spielen wie CS und WC III Publikums- magneten waren, bleiben sie, ausser vielleicht in Korea, doch Treffpunkt für eine vorrangig männliche, pubertierende und videospielliebende Zielgruppe. Mit dieser Zielgruppe lässt sich aber nur bedingt Geld verdienen: „Sie (die Fans von CS Anm. d. Red.) sind ein tolles und loyales Publikum, aber letztlich ein kleines. Groß für den traditionellen eSport, keine Frage, aber klein in Relation zum Fernsehpublikum. So wird es teils eine Frage der Wirtschaftlichkeit[...]“ beschreibt Matt Ringel die Situation im Interview mit GotFrag. Seiner Meinung nach sind die Wachstumschancen mit klassischen Spielen wie CS und WC III beschränkt. Das Potenzial stecke in einer Zuschauergruppe, die sich für Musik und klassische Sportarten interessiert. Auch wenn der eSport und der Gamingbereich ein rentables Geschäft sind, scheitert der große Durchbruch an der Skepsis von IT-fernen Firmen und Medienunternehmen. Zu abschreckend sind die Bilder von virtueller Gewalt etwa bei Counter-Strike. „Wir finden, dass es schwierig ist, das Spiel einem eSports-fremden Publikum näher zu bringen.“ Die Problematik mit den Übertragungsrechten für CS 1.6 und die aller Voraussicht nach fehlende CS:Source Elite, die an die CGS gebunden ist, tragen das Restliche dazu bei. So legt die WSVG, abgesehen von Quake 4 und den Klassikern CS un WC 3 in Nebenveranstaltungen, sein Augenmerk auf Spiele wie WoW, dem Boxspiel Fight Night und eben Guitar Hero. Wichtiges Kriterium bei der Auswahl dürfte das Zuschauerinteresse sein. Dabei setzt die WSVG, wie bereits erwähnt nicht auf die Unterstützung des Gaming-Stammklientels. „We are going very, very Mainstream“ lautet das Motto. Sie möchte den eSports als leicht verständliches Unterhaltungsformat anbieten, das eine möglichst große Anzahl an Zuschauern begeistert. Denn abgesehen von WoW bedarf es bei den anderen Spielen keiner großen Erklärung des Spielprinzips und sie bieten dem Zuschauer auch ohne Vorwissen Spaß beim Zuschauen. So beschreibt auch die WSVG Quake 4 mit der „Grundregel eines jeden Wettkampfes: töten oder getötet werden“ - einfach zu verstehen und ebenso unkompliziert mitzuverfolgen. Bewiesen hat das schon die Übertragung des Painkiller CPL World Tour Finales bei MTV via Internet. So einfach wie bei Quake verhält es sich bei CS und WC III nicht. Wirklich interessant ist das Betrachten dieser Spiele erst mit einer gewissen Grundkenntnis, was den Spielmechanismus betrifft und so sind sie als Mainstream Produkt ungeeignet. [center][b]_Guitar Hero und Fight Night - eine überraschende Wahl_[/center][/b] Ganz und gar nicht Mainstream in Bezug auf den eSport sind Guitar Hero und Fight Night 3. Beide Spiele verfügen weder in Europa noch in den USA über eine große Multiplayercommunity. Guitar Hero-Turniere gibt es nur wenige, kleine und auch nur, weil Entwickler Red Octane diese allesamt sponsert. Auch EA's Boxspiel ist kein großer Mehrspielertitel. Abgesehen von einer Liga, deren Webpräsens auf ein Forum beschränkt ist, findet man nicht viel im Internet, was auf eine große Multiplayergemeinschaft hinweist. Die WSVG geht aber davon aus, dass nicht die Größe der jeweiligen Szene relevant für die Einschaltquote ist, sondern der Unterhaltungswert der Spiele. Fight Night schlägt dabei die Brücke zu den Betrachtern von etablierten und populären Sportarten, wie es Boxen in den USA ist. Ebenso einfach zu durchdringen, wie Quake und dabei doch „reeller“ in seiner Darstellung, bietet Fight Night genau die Mischung aus Gaming und Realität, die für die WSVG wichtig ist. Denn ausgestrahlt wird die WSVG über CSTV, einem Anbieter von Collegesport über Internetstreams. Genau diese Zielgruppe will man für sich gewinnen. Guitar Hero dagegen soll für den nötigen Showeffekt sorgen. [float=right][center][thumb]7080[/thumb][size=9]Die neue Generation eSport Titel? [/size][/center][/float]Es geht nicht wirklich darum, wie etwa bei CS oder WC III Spiele zu zeigen, in denen der am besten vorbereitete Teilnehmer gewinnt, es geht um die Show. Der Jury, die die einzelnen Auftritte beurteilt, ist nämlich neben dem Highscore im Spiel auch die Performance auf der Bühne wichtig. So bleibt die Mixtur aus virtuellen Spielen und reellen Agieren auch bei Guitar Hero gewahrt. Emotionen sind es nämlich, die den klassischen eSport Titeln fehlen. Zu mittelbar ist die Verbindung von Publikum zu den eigentlichen Spielern über die virtuellen Figuren auf dem Monitor. Genau dort setzt die WSVG an. Nicht die Handlungen im Spiel sind wichtig, sondern die Performance auf der Bühne. Je kraftvoller, lustiger oder stimmungsgeladener, um so besser. eShow statt eSport. Und auch wenn es keine wirkliche professionell organisierte Wettkampfkultur gibt, darf man nicht vergessen, wie enorm populär Guitar Hero ist. Bei amazon.com liegt das Spiel samt Gitarrencontroller auf Platz 2 der Verkaufscharts und auch in Europa sind die Massen begeistert. Denn seit es „eye toy“ für die Playstation gibt, ist nicht mehr bloß die Fingerfertigkeit am Controller gefragt. Heute wird gehüpft, getrommelt und gesungen vor den Monitoren. [float=left][center][thumb]2378[/thumb][size=9]8,5 Millionen Menschen spielen WoW[/size][/center][/float]Während bei diesen Titeln die Größe der aktiven Szene also keine Rolle spielt, ist es bei World of WarCraft wohl genau das Hauptkriterium für die Wahl. Kein Spiel hat sich jemals so gut und schnell verkauft und wird von so vielen Spielern weltweit gezockt; nicht nur von Jugendlichen, sondern gerade auch von vielen Frauen und Leuten älteren Semesters. Dieses potenzielle Publikum macht auch den schwierigen Zugang beim Zuschauen wett. Die Diskussion in welcher Form WoW nun wettkampftauglich ist, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und ist eine Debatte für sich. [center][b]_ESL & WCG ebenfalls mit neuen Titeln_[/center][/b] Doch nicht nur die WSVG hat für Verwunderung bei der Wahl ihrer Spiele für diese Saison gesorgt. Auch die ESL und WCG haben neue Titel aufgenommen, die viele nicht erwartet hatten. Mit Carom 3D ist bei der WCG ein durchaus interessantes Game dazugekommen. Kein eSport Spiel im klassischen Sinne, verfügt die Billardsimulation dennoch über eine große Fangemeinde und ist im Ligaalltag eine feste Größe. Zudem spricht es auch Spieler jenseits des Teenageralters an und es erfordert viel Training. Sich die eine oder andere Partie als Zuschauer zu Gemüte zu führen, dürfte auch ganz spaßig sein. Damit weist dieses Spiel alle Tugenden auf, die einen guten eSport Titel ausmachen: viele begeisterte Spieler, die Möglichkeit wirkliches Können unter Beweis zu stellen und anschauliche Partien. Somit ist es sicherlich eine schöne Ergänzung zu den klassischen Sporttiteln, wie Autorennen a la Need for Speed oder das virtuelle Gebolze. Bereits vor der Veröffentlichung verkündete die WCG, 2007 auch auf C&C Tiberium Wars zu setzen. Auch wenn davon auszugehen ist, dass der neue Teil der beliebten Reihe eine treue und aktive Anhängerschaft entwickelt, ist die Entscheidung doch voreilig. Denn bei allen vorherigen Einblicken und Prognosen ist eine vorzeitige Klärung, in wie weit ein solches Spiel wettkampftauglich ist, nur schwer möglich. Auch der viel versprechende Vorgänger Generals hat es u.a. auf Grund von Problemen im Balancing nie geschafft, ein wirklich großer eSports Titel zu werden. Doch solche Probleme werden erst nach einiger Zeit und im Ligaalltag sichtbar. Es liegt die Vermutung nahe, dass Publisher EA großen Einfluss auf diese Entscheidung der WCG hatte. [float=left][center][thumb]7079[/thumb][size=9] EA+ESL= Pro Series als Werbefläche[/size][/center][/float]Mit diesem Einfluss geht die ESL ganz offen um. „In Kooperation“ mit EA werden in der nächste EPS Saison C&C sowie Battlefield 2142 als Supported League vertreten sein. Zumindest beim neuen Battlefield Teil steuert man damit gänzlich an der Community vorbei. In den einzelnen Laddern tummeln sich nur eine Hand voll Clans, beinahe fragt man sich, ob es überhaupt genügend Teams für eine EPS gibt? Von einer Kooperation mit den Spielentwicklern und Publishern können alle Parteien, sprich Spieler, Liga und Hersteller profitieren. Das ist bei Battlefield 2142 jedoch nicht der Fall. Während sich die Sourcler als eine der größten Gemeinschaften in der ESL ihre „Spielberechtigung“ in der EPS hart erarbeiten mussten, wird die Pro Series im Falle von Battlefield als Werbeplattform missbraucht und ihrem guten Ruf, eine professionelle Elite-Liga zu sein, nicht gerecht. [b][center]_Erfolgreich auch ohne die Basis?_[/b][/center] Es wird interessant sein, zu beobachten, ob die WSVG mit ihrem „revolutionären“ Konzept Erfolg haben wird und ob es tatsächlich eine Alternative zu den anderen großen Events wie ESWC oder WCG, die weiterhin auf die wahren eSports Titel setzen, ist. Auch wird sich zeigen, ob etwa die ESL auf lange Sicht mit ihren Kooperationen (wirtschaftlich) erfolgreich sein wird. Bedauerlich sind diese neuen Wege für alle eSportler jetzt schon, da sie im großen Maße an der eigentlichen Basis, nämlich den Gamern, vorbei gehen. Bei allen Bestrebungen finanziell das meiste rauszuholen, sollten die Veranstalter nie vergessen, wem sie den ursprünglichen Erfolg zu verdanken haben.
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#1 W, geschrieben am 15.04.2007 20:43:28
FIRST! ;)
#2 nsr, geschrieben am 15.04.2007 21:11:22
guter artikel :) dem ist nicht viel hinzuzufügen, va der letzte absatz ist gut
#3 konschta, geschrieben am 15.04.2007 21:27:19
Also ich werde mir die WSVG, abgesehen von vielleicht Q4, sicherlich nicht anschauen.
#4 Tribuuu, geschrieben am 15.04.2007 21:56:59
wsvgis lame wer spielt sowas schon und nen mmporg oder wie die heissen als turnierspiel zeugt eher von verzweiflung, erfolg werden sie damit bestimmt nicht haben und ob es die wsvg noch 2008 geben wird ist mehr als fraglich. naja dann kann man wenigstens sagen sie haben sich ihr eigenes grab gegraben.
#5 mrz, geschrieben am 15.04.2007 22:45:37
Ich habe den Artikel nicht gelesen, da ja nich sonderlich viel rauskommen kann wenn schon im ersten satz von Firstperson Shooter-Shootern die Rede ist. Und ich behaupte einfach ma, dass die einzigen, eSports tauglichen Spiele RTS- und FPFPS- Games sind.
#6 pumpumganja, geschrieben am 16.04.2007 00:01:08
Von einer Kooperation mit den Spielentwicklern und Publishern können alle Parteien, sprich Spieler, Liga und Hersteller profitieren. Das ist bei Battlefield 2142 jedoch nicht der Fall. Während sich die Sourcler als eine der größten Gemeinschaften in der ESL ihre „Spielberechtigung“ in der EPS hart erarbeiten mussten, wird die Pro Series im Falle von Battlefield als Werbeplattform missbraucht und ihrem guten Ruf, eine professionelle Elite-Liga zu sein, nicht gerecht. So siehtz aus....
#7 2Gr8_CaPpEr, geschrieben am 16.04.2007 01:04:38
ich denke dieses \"Konzept\" wird ziemlich floppen... mal schaun was letztendlich dabei rauskommt ;)
#8 [mash], geschrieben am 16.04.2007 08:50:35
SEVERITY ? Neue Spieletitel braucht der eSport ? Das ist die Überschrift der Kolumne und mit keinem Wort wird Severity erwähnt. Bisschen traurig.
#9 rene_, geschrieben am 16.04.2007 11:01:20
was willst du auch über SEVERITY schreiben? bis jetzt weiß man nur das es ein 1on1 und team-shooter werden soll.
#10 soul, geschrieben am 16.04.2007 12:19:28
Ich hoffe Tiberium Wars wird sich durchsetzen !
#11 [mash], geschrieben am 16.04.2007 12:54:11
Am 16.04.07 11:01 schrieb niceor.de | hyrule : was willst du auch über SEVERITY schreiben? bis jetzt weiß man nur das es ein 1on1 und team-shooter werden soll. Man könnte es wenigstens erwähnen, wenn man schon so ne Kolumne schreibt. Auf die Pressemitteilung verweisen. Gedanken machen. kA An sich gibts ja nix dran auszusetzen, nur Severity hat mir gefehlt.
#12 lindi^, geschrieben am 16.04.2007 14:55:52
Schönes Thema ... ;) find ich grundsätzlich richtig...jedoch wird sich c&c3 durchsetzen ... und es kommen ja noch andere games in zukunft, die die esl berreichern wird!
#13 , geschrieben am 17.04.2007 11:09:19
c&c3 wird mit sicherheit ein netter und konkurrenzfähiger titel im internationalen tunierzirkus. zu moritz: drum heisst dein clan ja auch stofftiere online ;) oder mit anderen worten unwissenheit geparrt mit dummheit kann zu einer gefährlichen waffe werden..
#14 mateTee, geschrieben am 21.04.2007 21:56:48
der einzige der ne chance hat ist c&c3, denn wie lash gesagt hat ist das balancing besser als bei wc3 am anfang, auch wenns teilweise noch an stellen fehlt, aber ich denke bei eine supportet por series kann es sich EA nicht leisten lange auf patches zu warten also wird das balancing wohl ziemlich schnell ziemlich gut werden! allerdings gibt es auch genügend beispiele wo es nicht so also wir werden sehen :)
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