Autor: R0cK3r geschrieben am Montag 28.05.2007 um 19:41 Uhr

Der ESWC in Zeiten des Umbruchs

Der ESWC in Zeiten des Umbruchs

ElectronicSportsWorldCup, das heißt seit 2003 Veranstaltungen vom Kaliber einer CPL, WSVG oder WCG - Entschuldigung, hieß. Denn in Zeiten von [url=http://www.mymtw.de/index.php?module=special&action=article_detail&articleID=5876]lächerlichen[/url] CPL-Veranstaltungen und eSport-fernen [url=http://www.mymtw.de/index.php?module=special&action=article_detail&articleID=5813]WSVG-Stops[/url] ist der Electronic Sports World Cup nicht eine Großveranstaltung unter Vielen, es ist die Veranstaltung schlechthin, und zwar die Einzige. Denn abgesehen von den Quake4-Spielern bietet sich für die europäischen Spieler der populärsten Disziplinen, also Counter-Strike und WarCraft III, in diesem Jahr nahezu keine andere Möglichkeit, sich mit der internationalen Elite zu messen. [center][b]Alles schlechter in 2007?[/b][/center] [float=left][thumb]7216[/thumb][size=9][center]CPL 2007 Quelle: [url=http://www.xtp-clan.com][size=9]xTp-Clan[/size][/url][/center][/size][/float]2006 sah das noch ganz anders aus. Mit der WSVG als große Turnierserie, der CPL mit ihren beiden Stops in Italien und im Winter in Dallas, sowie kleineren Veranstaltungen wie der KODE5, gab es für die europäische und amerikanische eSport-Elite genügend Möglichkeiten sich international zu messen und zu präsentieren. Viel ist davon nicht geblieben. Während CS und WC3 bei der WSVG nur noch eine Nebenrolle einnehmen, sind die Titel bei der CPL gänzlich verschwunden. Auch kleinere Veranstaltungen, wie eben die KODE5, sucht man in diesem Jahr vergebens, wobei eine Fortsetzung der KODE 5, laut Insider-Stimmen, sehr wahrscheinlich ist. Verantwortlich dafür ist auch die Spaltung der Kontinente in „separate Spielzonen“. In den USA ist Source das vorherrschende Spiel, auf dem alten Kontinent bleibt es weiterhin 1.6. Diese Trennung hat zur Folge, dass Events, bei denen sich Europäer und Amerikaner vorher gemeinsam messen konnten, nun aufgeteilt sind. Das macht sich vor allem beim Preisgeld enorm bemerkbar. Vergleicht man die Preisgelder aus dem Jahr 2006 von Turnieren, die für die europäischen CS-Spieler relevant oder erreichbar waren, so kommt man auf eine stolze Summe von rund [url=http://mtw.pokerroom.com/index.php?module=special&action=article_detail&articleID=5898]360.000 US-$[/url]. Nicht darin eingerechnet sind diverse Sachpreise wie Rolex-Uhren, Computer und ähnliches, sowie die Reisekostenunterstützung, die nochmals einige zehntausend US-Dollar gekostet haben dürfte. Es ist also durchaus nicht so, dass es keine hoch dotierten eSports-Veranstaltungen mehr gibt. Die großen Events haben sich schlicht und ergreifend umgestellt und versuchen nun mit anderen Spieletiteln ihr Glück. Doch nicht nur das rapide gesunkene Preisgeld macht CS 1.6, zumindest aus finanzieller Sicht, zunehmend unattraktiver. Auch die fehlende Möglichkeit, sich und seine Sponsoren auf Großveranstaltungen zeigen zu können, stellt ein Problem dar, gerade für international orientierte Clans wie fnatic, SK oder MYM. [center][b]WarCraft III goes China[/b][/center] Bei WarCraft III dagegen spielen Asiaten, Europäer und Amerikaner zwar nach wie vor das gleiche Spiel, doch der Ort der Geschehens hat sich nach China verlagert - für die meisten Europäer schwer zu erreichen. Zu sehen etwa am diesjährigen WSVG-Stop in China. Mit Ausnahme von ToD und SaSe, die sich derzeit in China aufhalten und Grubby, war kein einziger Europäer bzw. Amerikaner auf dem Event vertreten. Die wenigen nicht-asiatischen WC III-Events sind sicherlich auch ein wichtiger Grund für das Bestreben von RotterdaM, Deadman & Co, in die EPS zu kommen. Diese Trennung wird verstärkt durch die [url=http://www.mymtw.de/index.php?module=special&action=article_detail&articleID=5758]problematische Visapolitik[/url], die es Russen und Chinesen unmöglich macht, die Events in Europa zu besuchen. Unter diesen Bedingungen kann man Veranstaltern und Sponsoren europäische WC III Events erst recht nicht schmackhaft machen. [center][b]Auch die Quaker werden nicht glücklich[/b][/center] [float=left][thumb]7235[/thumb][size=9][center]vo0 2005 mit 232.000$ CPL-Preisgeld [/center][/size][/float]Wirklich zufrieden können dieser Tage nur die Quaker sein - könnte man meinen. Zwar ist ihr Spiel weiterhin bei den WSVG vertreten und mit insgesamt 125.000 US-$ plus Reisekostenunterstützung auch hoch dotiert, doch auch sie müssen 2007 einige Kompromisse eingehen. Denn im Vergleich zu den Preisgeldern der CPL Tour 2005 - eine Million Dollar wurden damals ausgelobt - sind die diesjährigen Gewinne verhältnismäßig gering. Zwar wurde damals Painkiller gespielt; das Teilnehmerfeld bestand aber fast ausschließlich aus Quakern. Zusätzlich können die Quake-Spieler in diesem Jahr noch nicht einmal alle Turniere mitnehmen. Denn parallel zum ESWC findet auch der WSVG-Stop in Dallas statt. Wie schon zu Zeiten, in denen die CPL noch für die Veranstaltung im Sommer verantwortlich war, schaffen es auch in diesem Jahr WSVG und ESWC-Veranstalter nicht, die Termine auf unterschiedliche Wochenenden zu legen. Dieses völlig unsinnige Konkurrenzverhalten schadet mal wieder am meisten den Spielern und Zuschauern. Die Folge wird sein, dass die europäischen Spieler zum ESWC fahren, während die Amerikaner der Einladung der WSVG folgen werden. Also auch in Quake kein kontinentübergreifender Wettstreit. [center][b]Letzte Hoffnung ESWC[/b][/center] [float=right][thumb]7236[/thumb][size=9][center]ESWC 2006[/center][/size][/float]Vor allem für die europäischen CS- und WC III-Spieler ist der ESWC in diesem Jahr also das wichtigste Event. Gutes Preisgeld, garantierte Medienpräsenz und ein äußerst starkes Teilnehmerfeld. Kein anderes Turnier in diesem Jahr wird in CS und wahrscheinlich auch WC III so eine Dichte an internationalen Leistungsträgern aufweisen können, selbst die WCG nicht. Denn dort darf jeweils nur ein Teilnehmer pro Nation antreten. So würden etwa Podiumsanwärter aus Schweden oder China fehlen, da diese Länder schlicht mehr als nur jeweils einen Favoriten stellen könnten. Vielleicht wird der ESWC 2007 gar ein historisches Event. Denn möglicherweise wird es das letzte, große CS-Turnier in Europa sein. Der fehlende Support seitens VALVe bzw. die Vergabe von TV-Rechten nur für Source und eben die immer weniger werdenden „Verdienstmöglichkeiten“ machen einen endgültigen Wechsel sehr wahrscheinlich. Anno 2007 ist der ESWC durch die veränderten Ausrichtungen und Tendenzen der anderen Wettbewerber also noch gewichtiger geworden. Mangels alternativer Veranstaltungen wäre die Bezeichnung „Weltmeisterschaft“ sogar legitim gewesen. Durch das Fehlen der besten Vertreter vieler Nationen und die „Trennung der Kontinente“ kommt es nun aber leider doch nicht zum Schlagabtausch der weltweit besten Spieler. Der ESWC-Leitung ist es jedoch wirklich hoch anzurechnen, dass sie dem „wahren“ eSport treu geblieben sind und sich nicht dem Diktat der Spielehersteller, Sponsoren oder Fernsehstationen unterworfen haben, die glauben, die Zukunft des eSport liege im bunten Entertainment-Allerlei irgendwo zwischen Casualkonsolengedaddel und DSDS. [b]Der ESWC als hell strahlender Leuchtturm zwischen all den Orientierungslosen oder schlicht: ein eSport-Event, das diesen Namen auch verdient.[/b]
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#1 nArf, geschrieben am 28.05.2007 19:49:48
nice read!
#2 soul, geschrieben am 28.05.2007 21:13:15
toll geschrieben, so sieht es aus !
#3 rene_, geschrieben am 28.05.2007 23:04:35
schöner artikel
#4 maddinson, geschrieben am 28.05.2007 23:30:11
Ihr habt die WCG vergessen...
#5 b4m, geschrieben am 28.05.2007 23:35:09
Keiner der seit einer Beta oder 1.0 spielt steigt nur wegen Geld jetzt auf Source um. Source ist einfach ein Witz. 1.6 ist und bleibt das bessere Spiel und wird sich in Europa noch länger halten als dieses Jahr !!! Aber wc3 ist eh besser ^^ Allerdings finde ich das mit dem Visum sehr komisch und einfach Peinlich als Fußballer geht das doch auch für Russen und Chinesen. Einfach Peinlich für Europa !!!!
#6 konschta, geschrieben am 29.05.2007 00:37:02
Sehr schöner Artikel, der, soweit er Meinungen ausgibt, auch meine beschreibt. Besonders gut finde ich den letzten Absatz (nicht das \"dick\"-gedruckte), es ist wirklich schön zu sehen, dass man nicht der einzige ist, der diese \"neuen eSporttitel\" mehr als lächerlich findet. Turnierveranstalter sollten mal langsam einsehen, dass ein Spiel nicht hauptsächlich wegen des Preisgeldes von der breiten Masse gespielt wird, sondern wegen des Spaßfaktors, der durch dubiose Titelauswahl versucht wird in den Hintergrund zu rücken. Wünschenswert wäre es deshalb zumindest, dass sowohl die WSVG und CPL als auch die CGS in diesem Jahr auf die Nase fallen. Diese ganze Thematik sollte vielleicht einmal in einem extra Artikel ausgearbeitet werden. :)
#7 AlConnel, geschrieben am 29.05.2007 16:41:59
Am 29.05.07 00:37 schrieb konschta : Wünschenswert wäre es deshalb zumindest, dass sowohl die WSVG und CPL als auch die CGS in diesem Jahr auf die Nase fallen. na ja der cgs würde ich persönlich es nicht wünschen. zugegeben, der modus ist ungewohnt, allerdings nur für uns europäer. in den den amerikanischen profi ligen wie nba, nhl und nfl funktioniert dieses draft system recht ähnlich. ich glaub viele mögen die cgs auch nicht, weil sie css anstelle von cs spielt. ansonsten gefällt sie mir vom system her sehr gut, weil sie das ganze recht profesionell aufzieht, wie gesagt ähnlich wie nba, nhl und nfl. der cpl und wsvg hingegen wünsche ich es auch, dass sie auf die schnauze fallen. es ist einfach realitätsfremd zu meinen, dass wenn man genug preisgeld bereitstellt, dass die leute sich dann jedes spiel anschauen. und so einfach kann man auch keine neuen zuschauergruppen erreichen, dass muss man eher angehen wie es game one auf mtv gemacht hat. das ist eine solide basis um den esport massentauglich zu machen.
#8 tyco, geschrieben am 04.07.2007 22:07:50
naja #7 der cgs haben wir es doch zu verdanken, dass cs 1.6 nur noch per stream angeguckt werden darf oder nicht?! die bezwecken mit dem kapitalismus nichts anderes als einen schlag in die eigene mütze... geld wollen sie, was sie aber bekommen werden ist desinteresse seitens der spieler/zuschauer und letztendlich auch seitens der medien. man möchte nicht dran denken, aber ich halte es für möglich, dass dies zum aussterben des esports (auf shooter-ebene (css zähl ich nicht dazu,..nicht nur weil es kagge is^^) führt, auf internationaler ebene zumindest was hochdotierte turniere etc angeht. den alltäglichen daddler stört so was eh nicht. es bedeutet einfach einen schritt nach hinten, der dem esport überhaupt nicht nützt. wayne css :P jaja, ich hör jetz auf zu schwafeln^^ hab eh kb mehr weiter zu schreiben.
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