Autor: bond geschrieben am Freitag 08.06.2007 um 15:29 Uhr

Die Kunst liegt im Detail

Pressearbeit im eSport

Auf der International eSport Conference gab es unter anderem einen vom eSport-Presseclub geführten Roundtable zum Thema „Pressearbeit im eSport“. Neben der Moderatorin Nicole „Bani“ Braun, Projektleiterin des eSport-Presseclub, saßen Simon „Rudi“ Wondracek, Volontär bei eGames, Gerriet „Datawave“ Ohls, ehemals Chefredakteur von Readmore.de, Ibrahim Mazari, Pressesprecher bei Turtle Entertainment und Conrad S. „CSC“ Conrad, Pressesprecher von mTw Gaming am Tisch. Gegen Ende der Diskussion, meldete sich zudem häufiger Peter „Chucky“ Schlosser zu Wort. [float=left][thumb]7259[/thumb][/float]Primär wurde kritisiert, dass wirkliche Pressearbeit im eSport kaum vorhanden sei. Die wenigsten Clans brächten überhaupt Pressemitteilungen raus. Zudem würden es viele Clans nicht hinbekommen, Grundlagen, wie den Namen der Spieler auf ihrer Homepage, zu erfüllen, geschweige denn hochauflösende Fotos der Spieler anzubieten. Speziell in diesem Bereich sind überall Defizite zu erkennen, da die Clans ihre Datenbanken zu schlecht pflegen. Als einer der Gründe wurde die Führungsebene der Clans genannt. Diese entstamme häufig aus den Anfangszeiten der Szene. Damals waren die Gelder durch Sponsoren noch sehr rar und dementsprechend wurde nur in die Spieler investiert, zumal die Presse kaum über den eSport berichtete und PR-Arbeit schlichtweg nicht notwendig war. Heutzutage sind allerdings die Gelder vorhanden und es kommen vermehrt Anfragen der herkömmlichen Medien. Diese Entwicklung wurde von der Clanführung verschlafen. Sie misst sich nach wie vor nur am Erfolg der Spieler und Teams. Dass Investitionen in die PR-Arbeit eine erhöhte mediale Aufmerksamkeit und dementsprechend ein gesteigertes Interesse bei Sponsoren bewirkt, wird schlichtweg nicht verstanden. Selbst die kleinen Dinge wie qualitative Fotos der Spieler von Events, wirklich das Mindestmaß an PR, funktioniert nur bei den wenigsten Clans. „Es gibt Spieler, von denen habe ich selbst nach Wochen noch kein einzig vernünftiges Foto“ stellt Conrad S. Conrad fest, „so kann man die Presse natürlich nicht beeindrucken“. Aber PR ist natürlich deutlich mehr. Interne Strukturen, Konzepte, der Austausch von Informationen und auch feste Vorgaben an Spieler, wie sie sich zu verhalten haben, sind das A. und O. der Basis für eine gute PR-Arbeit. Und natürlich muss ein Pressesprecher erst einmal intern die nötige Befugnis und Kompetenz innehaben, sonst läuft seine Arbeit praktisch ins Leere. Ein weiterer Punkt ist auch die mangelnde Ausbildung und Zeit der „eSportler“ – Sie sind selbstverständlich nicht für die Pressearbeit ausgebildet, da sie größtenteils noch Schüler oder Studenten sind. Auch erfüllen die wenigsten unter ihnen die zeitlichen Kriterien, wie sie ein „Fulltime-Job“ im eSports verlangen. Im Speziellen Medienvertreter der herkömmlichen Branche möchten schnelle Antworten und rundum versorgt werden. Doch dieses ist nur in den seltensten Fällen machbar, da dem Schüler einfach die Zeit dazu fehlt. Wo es jedoch mittlerweile klappt, ist innerhalb der Szene die „Zusammenarbeit“ mit den News-Seiten. Hier spricht sich der Clan mittlerweile oft mit der Seite ab, da man bekanntlich „gemeinsam an einem Strang zieht“. So bekommen Seiten wie readmore.de oder mymTw.de dadurch noch größerer Bedeutung zu gesprochen. Jedoch ist dieses nicht immer erwünscht, wie Simon „Rudi“ Wondraczek meint. Er möchte bei seiner Arbeit weiterhin journalistisch eigenständig arbeiten und sich „nicht von dem Clan vorschreiben lassen, wie die News aussehen soll“. Als positives Beispiel von der Pressearbeit wurde SK Gaming genannt. Mit eigenen Werbeclips, die an Blockbuster wie Fight Club angelehnt sind, werde der Nerv der Szene getroffen. Zudem haben die Spieler von SK Gaming häufig Fernsehauftritte, wie der Besuch der Twins bei Günther Jauch. Ein weiteres Thema war, ob es im eSport möglich sei gezielt ein Image aufzubauen. Peter „Chucky“ Schlosser stellte die These auf, dass die Szene einem Sumpf glich, in die man zwar Geld für eine Imagekampagne investieren könne, es allerdings nicht sicher wäre ob das gewünschte, beziehungsweise überhaupt ein Ergebnis rauskommen würde. Hier wurden allerdings eine Beispiele gebracht, bei denen es durchaus funktioniert. So gilt mousesports als FC Bayern des eSports. Mit viel Geld werden die Stars der Szene und damit auch die Erfolge gekauft. Dementsprechend wird mousesports von vielen gehasst, hat allerdings auch dank ihrer Erfolge eine riesige Fanbase. aTTaX hingegen steht für Teamspirit und Zusammenhalt. Chucky betonte, dass dies gezielt gefördert werde, indem unter anderem jedes Jahr ein Grillfest mit allen aTTaX-Mitgliedern stattfindet und die Spieler jederzeit das LAN-Haus in Linden nutzen könnten. [float=right][thumb]7260[/thumb][/float]Als letzter Punkt wurde kritisiert, dass es häufig nicht möglich sei an verwertbare Zahlen zu kommen, sprich wie viele Leser einen Artikel über das eigene Team gelesen haben, oder wie viele Zuschauer der TV-Auftritt bei GIGA hatte. Hier müsse mehr Transparenz geschaffen werden, um die Pressearbeit zu optimieren und somit auch zu professionalisieren. Jedoch stellte auch Ibrahim diesbezüglich ganz klar, dass es nicht auf derartige Zahlen ankomme. Bei einer Analyse des PR-Effekts wäre dieses nur ein minimaler Faktor, entscheidender ist die breite Masse. Dennoch sei laut Ibrahim, der mit der PR der ESL sowohl Clans als auch den Medien entgegenkommt und eine Art „Vermittler“ spielt, eine Entwicklung zu erkennen. Das Ziel sollte sein, die PR „extern“ zu gestalten, indem die großen Clans professionelle PR-Agenturen einschalten und beauftragen für sie zu arbeiten. [center][iurl=http://mtw.pokerroom.com/index.php?module=special&action=article_detail&articleID=5943]» [b]Interview mit Conrad S. Conrad[/b][/iurl][/center]
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#1 ^BlindGuardian^, geschrieben am 08.06.2007 15:39:54
irgendwie kommt es mir so vor, als ob pr und journalismus gerne in eine kiste gepackt wird. man mag ich korrigieren, aber ich habe daqs gefuehl, dass sich pr und journalisten viel zu nahe sind, obwohl gerade doch journalistn ein interesse daran haben, möglichst unabhängig zu sein (clan abhängigkeiten wie bei mymtw mal ausgenommen)
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#2 ---, geschrieben am 08.06.2007 16:01:12
Am 08.06.07 15:39 schrieb ^BlindGuardian^ : irgendwie kommt es mir so vor, als ob pr und journalismus gerne in eine kiste gepackt wird. man mag ich korrigieren, aber ich habe daqs gefuehl, dass sich pr und journalisten viel zu nahe sind, obwohl gerade doch journalistn ein interesse daran haben, möglichst unabhängig zu sein (clan abhängigkeiten wie bei mymtw mal ausgenommen)
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Nun, in der PR werden mehr und mehr Journalisten angestellt, da gerade diese wissen, wie sie mit Medien umgehen müssen und was Medien erwarten. PR hat nix mit Marketing zu tun und ob ich nun von einem Verlag bezahlt werde oder einer Firma, bei beiden muss ich mich an journalistische Grundregeln halten. Btw: ich bin seit über acht Jahren Journalistin und davon sieben Jahre in der PR tätig. Also es geht, der Trend ist in der Hinsicht mehr als deutlich und ich sehe mich, wie viele meiner Kollegen auch, als Journalistin :).
#3 R0cK3r, geschrieben am 08.06.2007 16:19:05
es gibt einige verbände, etwa das netzwerk recherche, die in ihrem presse-kodex eine verknüpfung von journalisten und pr ablehnen. genau aus dem grund, den blindguardian nennt, nämlich der zweifelhaften unabhängigkeit. wie steht etwa ein journalist, der zuvor in der pr tätig war zu seinem früherem unternehmen/interessengruppe. kann der journalist in diesem punkt neutral sein? allerdings muss man auch sagen, dass solche forderungen an der arbeitsmarkttechnichen realität vorbeigehen. gerade in der medienwelt sind gute jobs rar und so gehen viele journalisten in die pr.
#4 hangy, geschrieben am 08.06.2007 16:22:22
Selbst die kleinen Dinge wie qualitative Fotos der Spieler von Events, wirklich das Mindestmaß an PR, funktioniert nur bei den wenigsten Clans. ,,Es gibt Spieler, von denen habe ich selbst nach Wochen noch kein einzig vernünftiges Foto" stellt Conrad S. Conrad fest, ,,so kann man die Presse natürlich nicht beeindrucken".Bin ich zu blöd, oder gibt es die bei mTw auch nicht? ^^
#5 ^BlindGuardian^, geschrieben am 08.06.2007 16:26:51
das mag ja sein bani aber wie rock3r schon ausfuehrlich gesagt hat: prler und journalisten sind im grunde natuerliche feinde. denn die pr will beeinflussen was der journalist schreibt und der journalist hat ein natuerliches interesse, seine neutralität und unabhängigkeit vor der pr zu schuetzen. dass journalisten gleichzeitig auch in pr machen ist ein mehr als ungluecklicher zustand.
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#6 ---, geschrieben am 08.06.2007 16:27:17
Am 08.06.07 16:19 schrieb mTw.PR|R0cK3r : es gibt einige verbände, etwa das netzwerk recherche, die in ihrem presse-kodex eine verknüpfung von journalisten und pr ablehnen. genau aus dem grund, den blindguardian nennt, nämlich der zweifelhaften unabhängigkeit. wie steht etwa ein journalist, der zuvor in der pr tätig war zu seinem früherem unternehmen/interessengruppe. kann der journalist in diesem punkt neutral sein? allerdings muss man auch sagen, dass solche forderungen an der arbeitsmarkttechnichen realität vorbeigehen. gerade in der medienwelt sind gute jobs rar und so gehen viele journalisten in die pr. Nun, der Deutsche Journalisten Verband sowie auch andere Verbände sehen in der PR einen Unterbereich des Journalismus, sogar eigene Fachgruppen gibt es. Trotzdem sehe ich es auch wie das netzwerk recherche. Es gibt zuviele, die unter dem Mantel der PR und Journalismus Interessen vertreten die sowas von Fragwürdig sind, das man sich als PR-Manager schämen muss. Was Neutralität angeht: niemand ist mit seiner Firma verheiratet, wenn Neutralität bei jemanden zu einem Problem wird, dürfte er nie zu einem Konkurrenten eines ehemaligen Arbeitgebers wechseln. Denn da musst du dann komplett umdenken. Es gibt in dem Bereich sehr viele schwarze Schafe, letzten Endes muss es jeder mit sich ausmachen. Wie gesagt: ich bin in erster Linie Journalistin, was mir auch schon viel Zoff mit Abteilungsleitern und Marketing-Kollegen eingebracht hat. Versuch mal denen zu erklären, das du die Zahl XY nicht benutzen willst weil sie zB nicht vernünftig belegt ist ;).
#7 ---, geschrieben am 08.06.2007 16:32:04
Am 08.06.07 16:26 schrieb ^BlindGuardian^ : das mag ja sein bani aber wie rock3r schon ausfuehrlich gesagt hat: prler und journalisten sind im grunde natuerliche feinde. denn die pr will beeinflussen was der journalist schreibt und der journalist hat ein natuerliches interesse, seine neutralität und unabhängigkeit vor der pr zu schuetzen. dass journalisten gleichzeitig auch in pr machen ist ein mehr als ungluecklicher zustand.
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Hm...sorry, das seh ich etwas anders, allerdings spielt bei mir auch viel praktische Erfahrung eine Rolle. Aber nun ja, das nun zu diskutieren würde den Rahmen hier sprengen. PRler und Journalisten sind keine Feinde, zumindest sehe ich und auch viele Redakteure die ich persönlich kenne es so. Ist aber ggf auch eine Frage der Professionalität und Herangehensweise. Und wenn die Journalisten merken, dass du zu PR-lastig deine News verkaufen willst, sind die eher genervt ;). Ach ja, vlt mal was zur Berufs-Beschreibung: ich sehe meinen Job als Schnittstelle zwischen Redaktionen und Unternehmen. Es ist wichtig für meinen Ruf, News den Redaktionen NICHT aufzudrängen sondern über das Thema zu informieren. Wenn du mit dieser Herangehensweise in den Medien landen willst ist es natürlich verdammt schwer und erfordt viel Wissen über die Medien allgemein. Und wenn die Medien mal nix über dich bringen, hast du halt Pech gehabt. Aber ich kenne auch genug PR-Kollegen, die durchaus dem gängigen Bild eines typischen PR-Menschen entsprechen - inklusive tägliches Anrufen von Redaktionen mit der Bitte, mehr News über das Unternehmen zu bringen ;).
#8 e|Games Rudi, geschrieben am 08.06.2007 16:44:37
Mein Name lautet Simon Wondracek, ohne z
#9 bond, geschrieben am 08.06.2007 16:50:24
hoppala
#10 R0cK3r, geschrieben am 08.06.2007 17:05:31
da nimmt es aber einer sehr genau ;)
#11 Cosmo, geschrieben am 08.06.2007 17:41:52
Ist halt sein Name ne? :D Zu: Am 08.06.07 16:22 schrieb hangy : [quote]Selbst die kleinen Dinge wie qualitative Fotos der Spieler von Events, wirklich das Mindestmaß an PR, funktioniert nur bei den wenigsten Clans. ,,Es gibt Spieler, von denen habe ich selbst nach Wochen noch kein einzig vernünftiges Foto\" stellt Conrad S. Conrad fest, ,,so kann man die Presse natürlich nicht beeindrucken\".Bin ich zu blöd, oder gibt es die bei mTw auch nicht? ^^[/quote] Er meint mTw damit, dass er nach Wochen noch keine ordentlichen Fotos bekommt :)
#12 hangy, geschrieben am 08.06.2007 21:09:28
Ach soo, danke Cosmo. :)
#13 puzzy, geschrieben am 09.06.2007 11:24:20
Am 08.06.07 15:39 schrieb ^BlindGuardian^ : irgendwie kommt es mir so vor, als ob pr und journalismus gerne in eine kiste gepackt wird. man mag ich korrigieren, aber ich habe daqs gefuehl, dass sich pr und journalisten viel zu nahe sind, obwohl gerade doch journalistn ein interesse daran haben, möglichst unabhängig zu sein (clan abhängigkeiten wie bei mymtw mal ausgenommen)
Grab your dick and double-click - the internet is for porn!
Möchte dazu kurz etwas sagen. Bin völlig mit deiner Aussage zufrieden. =) Ich denke auch, dass zu viele denken PR und Journalismus eine Kiste ist. Jedoch muss man dazu sagen, dass das Veröffentlichen von Texten, Recherchen oder Artikel nur ein Mittel der Arbeit zu PR ist. PR hat viele andere wichtige Aspekte, wie SEO Tools, Webpräsenzoptimierung und das Herausarbeiten von Projekten. Letztens bedeutet das wohl auch viel für Pressemitteilungen. Nur darf man den Aspekt nicht verwechseln und wie du bereits sagtest, in einer Schublade stecken. Bin PR onlinemarketingmanager und finde es noch ein wenig mager, wie große Projekte noch so \"naiv\" handeln. Wenn ich mir so mal die Pageranks von den Clans anschaue. Genauso ist es mit den Backlinks. Das ist echt der Hammer. So viel Kohle und koennen sich nicht einmal eine Agentur suchen, die die Seite ein wenig optimiert etc.. Aber ist ja nun mal meine Meinung =) Dennoch ... Hab euch lieb bla bla :sex:
#14 hangy, geschrieben am 09.06.2007 19:06:07
Andererseits sind manche SEOs wirklich nervig - wenn die Seiten nur noch scheiße aussehen, dafür aber hundertprozentig bei jeder beliebigen Suchanfrage auftauchen. :P Andererseits wären sprechende URLs, semantischer XHTML-Syntax etc. nicht nur für Suchmaschinen, sondern auch die Benutzer nicht allzu schlecht. :)
#15 puzzy, geschrieben am 10.06.2007 17:08:11
naja das stimmmt auch, um auf das Thema noch einmal zurückzukommen, PR umfasst ein großes Spektrum. Gerade eSport bewegt sich neben Events auch viel im Onlinebereich. So sollte man auch sich ein Ziel darin setzen, Online Marketing zu betreiben auf hoher Basis. Das heißt nicht, dass mehr Recherchen, Artikel oder Columnen folgen sollten, sondern lieber mal hinter den Kulissen der Website das Rezept findet. Suchmaschinenoptimierung (SEO),Suchmaschinenmarketing (SEM/SEA), Partnerprogrammbetreuung (Affiliate) Media Planung, Content Marketing.... u.v.m. Die Sachen würde ich mal genauer angehen... Nur ein Tip. ;)
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