Autor: R0cK3r geschrieben am Sonntag 24.06.2007 um 16:19 Uhr

MMORPG und esport - Geht das?

Witz oder Wahrheit - WoW und der eSport

„Sag mal verstehst du, was da vorne auf der Leinwand abgeht?” „Nö, da sieht ja kein Mensch durch.” Solche und ähnliche Dialoge gab es wohl zuhauf am Samstag im Zuschauerraum des Hamburger Congress-Center. Zum ersten Mal präsentierte sich WoW in Europa als Wettbewerbstitel auf einer großen Veranstaltung. Die vielen fragenden Blicke während der Übertragung warfen einmal mehr die Frage auf: Hat WoW etwas auf einer Veranstaltung wie dem WC3L-Finale zu suchen? [float=left][image]7339[/image][center][size=9]Florian Kamolz[/size][/center][/float]„Es ist semigut, was wir da sehen.” meint Florian Kamolz, GIGA-Moderator und Shoutcaster-Urgestein. Er präsentiert seit längeren WoW auf GIGA. Neu ist für ihn allerdings das Format. Berichtete er vorher über so genannte PvE-Inhalte, Spieler bekämpfen computergenerierte Gegner, sind es an diesem Wochenende wettbewerbsmäßige Spieler-gegen-Spieler- Duelle, die er kommentiert. Probleme mit WoW als Wettbewerbsdiziplin sieht Florian eigentlich nur in der Übertragung des Spiels: „Es muss noch zuschauerfreundlicher werden, für die Spieler ist es nah am perfekten Spiel." WoW ist aus seiner Sicht also absolut geeignet, in den Kreis der großen Wettkampf-Titel aufgenommen zu werden. [float=right][image]7347[/image][center][size=9]Jonas Bollack[/size][/center][/float]CS-Legende und WoW-Spieler der ersten Stunde Jonas „Johnny R.“ Bollack sieht das ein wenig anders: „Generell kann jeder Titel eSport sein. WoW ist momentan allerdings nicht auf diesem Niveau.“ Auch für ihn sind es die Zuschauerbedingungen, die es von vornherein schwierig machen, WoW als eSport zu akzeptieren. Auf der Leinwand wirken die Übertragungen tatsächlich sehr chaotisch. Selbst WoW-Kennern wie Jonas fällt es schwer, dort durchzusehen. „Das Problem ist, dass man zehn Spielern gleichzeitig folgen muss.“ Schlechte Spectator-Möglichkeiten, fehlende Unterscheidungs- merkmale und eben die schiere Flut an Informationen überfordern den Zuschauer einfach. „Es muss einsteigerfreundlicher werden.“ betont auch Moderator Florian. „Allerdings muss man mit der Spielmechanik auch ein wenig vertraut sein, um Spaß am Zuschauen zu haben.“ Das sei in CS nicht anders, so Florian. „Eigentlich ist WoW aber viel einfacher als z.B. WC III.“ Für Jonas ist WoW dagegen sehr komplex, vielleicht zu komplex für Außenstehende. In jedem Fall ist es aus seiner Sicht viel schwieriger zu durchdringen, als z.B. CS. Beides hat er intensiv und auf hohen Niveau gespielt bzw. spielt es noch. Eigentlich sei es aber gar nicht wichtig, Außenstehende für das Spiel zu begeistern. Denn WoW bietet mit seiner Millionen-Anhängerschaft schon genügend Potenzial für eine richtige eSport-Szene, wie es sie für StarCraft, Quake & Co. bereits gibt. Selbst wenn nur zehn Prozent der aktiven WoW-Spieler die Orientierung von WoW in Richtung eSport begrüßen, sind das schon mehr, als manch anderer Titel weltweit hat. Bei über acht Millionen Spielern wären zehn Prozent einige Hunderttausend Menschen. Die Frage ist aber, ob diese Basis für WoW als eSport-Titel tatsächlich vorhanden ist. [float=left][thumb]7342[/thumb][center][size=9]WoW auf den WC3L Finals[/size][/center][/float]Florian glaubt schon, dass es genug Leute gibt, die WoW gerne als Wettbewerbsdisziplin sehen. Er sieht auch keinerlei Probleme in der Aufteilung der WoW-Spielgemeinschaft. Warum sollen nicht beide Gruppen nebeneinander existieren können? Die einen nehmen den anderen doch nichts weg. „Doch“, meint Jonas. Seiner Ansicht nach vernachlässigt Entwickler Blizzard das, was WoW ausmacht. Nämlich PvE und zwar zu Gunsten des PvP-Teils, der turnierfähig gemacht werden soll. „Was kosten all diese Veranstaltungen, der Support und die Entwicklung? Dieses ganze Geld könnte man doch in Spielinhalte investieren, von denen alle was haben.“ Wie Jonas sehen viele WoW-Spieler das Vorgehen von Blizzard kritisch. „Blizzard versucht mit Ach und Krach WoW in den eSport zu pushen.” [float=left][thumb]7344[/thumb][center][size=9]B.Net Finals 5on5 [/size][/center][/float]WoW sei nun einmal ein PvE-Titel und genau dieser Part mache das Spiel aus. Die neue Arena, auf deren Basis der direkte Vergleich stattfindet, zerstöre in gewisser Weise sogar die grundlegende Spielmechanik. Denn Antrieb für stundenlange Raids sind seltene Gegenstände, die man in den Instanzen ergattern kann. Das ganze sei, zumindest was die Rüstungen angeht, gar nicht mehr nötig. Denn in den Arenen geht es viel schneller und einfacher, an gute Rüstungen zu kommen, so mousesports-Spieler Jonas. Genau aus diesen Gründen verteufeln viele Spieler das neue System, dass WoW auf die großen eSport-Veranstaltungen der Welt bringen soll. Nun stellt sich die Frage, auf welcher Basis WoW als eSport-Titel steht, wenn der Einstieg schwierig ist und die Szene zu einem großen Teil kein Interesse an dieser Form des Spiels hat. [float=right][thumb]7345[/thumb][center][size=9]Auch SK hat ein WoW-Squad [/size][/center][/float]„Das, was wir hier auf diesem Event sehen, ist in jedem Fall eSport.” beantwortet Florian die Gretchenfrage „eSport oder nicht". Natürlich bedarf es noch einiger Verbesserungen, aber auch CS und WC III waren nicht von Beginn an perfekt. Auch bei WC III und CS hat es gedauert, bis die Entwickler einen Zuschauermodus eingebaut hatten. Ansonsten erfülle WoW allerdings alle Parameter eines eSport-Titels: „Die Jungs trainieren viel. Man braucht einfach Skill”. Florian ist überzeugt, dass sich das Spiel durchsetzen wird: „In Zukunft werden alle großen Turniere WoW dabei haben.” Was Jonas davon abhält, WoW eSport-Tauglichkeit zu attestieren, ist die grundlegende Spielmechanik. Die unterschiedliche Ausrüstung führe das Prinzip der Chancengleichheit, unabdingbar für einen fairen Vergleich, ad absurdum. Selbst wenn die Ausrüstung vereinheitlicht wird, wie es etwa bei der WSVG der Fall ist, unterliegt das Spiel einer unberechenbaren Zufallskomponente, so Jonas. Bei kritischen Schlägen gilt diese Wahrscheinlichkeit zum Beispiel und diese Attacken können spielentscheidend sein. [float=left][thumb]7341[/thumb][center][size=9]Wer will Teil der Familie werden? [/size][/center][/float]Es wird sich zeigen, ob dieser „Random-Faktor” einen plausiblen Wettbewerb möglich macht. Vieles andere muss sich finden. Dass die drei großen Turnierserien drei verschiedene Modi spielen lassen, ist natürlich kein Zustand. Bei der Wahl zwischen 2on2 (CGS), 3on3 (WSVG) und 5on5 (BattleNet) wird sich wohl 5 gegen 5 durchsetzen. Die taktische Variabilität ist größer, auch wenn der Zuschauer mit 3on3 mehr Spaß bzw. mehr Überblick hätte. Wo wir gerade bei Überblick sind: wie schon erwähnt muss der Spectatormodus verbessert werden. Aspekte wie die Unterscheidung der Teams, die Zuordnung von Aktionen und die Möglichkeit, das Spiel verfolgen zu können, muss Blizzard zu Gunsten der Zuschauer verbessern. Am wichtigsten ist jedoch die Wahrung der Chancengleichheit. Gesammelte Items dürfen nicht ausschlaggebend für einen Sieg sein. Die WSVG macht es vor, sie stellt feste Rüstungssets und Items für alle zur Verfügung und bietet die Möglichkeit seine Charaktere während eines Turniers zu wechseln. Das ist nötig, damit der Turniersieg eines Teams nicht einzig von der Konstellation der Teams abhängt. Vielleicht nimmt die Community das Spiel dann auch an. Wenn WoW wirklich eSport ist, dann überwindet es auch die Pavlowsche Reaktion „neues Spiel gleich schlechtes Spiel”. Sodass es am Ende heißt: „Möge der bessere und nicht der glücklichere oder besser ausgerüstete gewinnen” [center][iurl=http://mtw.pokerroom.com/index.php?module=special&action=article_detail&articleID=5991]Zurück zur WC3L Coverage[/iurl][/center]
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#1 mateTee, geschrieben am 24.06.2007 16:49:40
als ich gestern auf giga das 5on5 match gesehen hab, war bei mir schon nach wenigen sekunden die lust weg weiter zu gucken. man steigt nich so wirklich durch was wer und waru macht, außerdem sind die entscheidenen faktoren für sieg oder niederlage nur für absolute kenner ersichtlich. beispiel bei log im ersten match gab es keinerlei verluste ihrerseits, warum das so war konnte ich beim besten willen nicht feststellen, ich habe ne zeitlang wow gezoggt, aber trotzdem hatte ich kein plan warum auf einmal alle tot waren. nach 5minuten verstecken, dann 2 minuten gewusel, dann wars vorbei, da muss noch einiges getan werden bis ich mir das wieder anscheun werde
#2 -, geschrieben am 24.06.2007 17:42:25
drecksgame, bleibuns bloß weit weg daimt : [
#3 JsT.Ch4iN3R, geschrieben am 24.06.2007 18:41:43
son noobgame, da haste nen apm von 30und gewinnst... und unübersichtlich ist es auch.
#4 SteF`, geschrieben am 24.06.2007 21:02:30
lol wann hat Johnny denn WoW auf hohem Niveau gespielt? :D
#5 sanity, geschrieben am 24.06.2007 21:53:59
Am 24.06.07 21:02 schrieb SteF` : lol wann hat Johnny denn WoW auf hohem Niveau gespielt? :D ... dazu möge sich man zum Beispiel auf die Homepage der Gilde \"Nihilum\" wenden, derzeit aufgeführt auch als teil von mousesport, sich deren \"Erfolge\" anschauen, und auch die Screenshots mal ab und an. Wenn dir dann ein Blutelfen-Paladin namens Johnnyr auffällt, addiere mal 1 und 1 :)
#6 nicKsen, geschrieben am 24.06.2007 23:20:07
das spiel müsste fast grundlegend geändert werden wenn es im esport was reissen möchte. aba ma sehn vllt bringt blizz ja nen xtra pvp addon raus.
#7 T33K3SS3LCH3N, geschrieben am 25.06.2007 00:04:10
Naja alle Chancen mehr oder weniger entfernen oder abschwächen und PvE/PvP klarer trennen... Habs auf lv 70 nicht wirklich viel gespielt aber zumindest auf lv 60 war 0 \"skill\" (Obwohl man im 1on1 noobs mit weit besserem Gear hübsch totlamen konnte :D)
#8 hazz, geschrieben am 25.06.2007 02:09:50
\"Es wird sich zeigen, ob dieser ,,Random-Faktor" einen plausiblen Wettbewerb möglich macht.\" ein random-faktor ist generell sogar positiv für die wettbewerbsverbreitung. er darf nur nicht zu extrem sein. solange jedes team eine kleine chance hat, bzw die elite nicht zu sehr dominiert, bleibt die motivation vieler spieler und fans laenger erhalten. natuerlich ist es aus sicht der spieler oft sehr aergerlich und sie sprechen sich dagegen aus. aergert mich ja auch, wenn man nur wegen \"luck\" verloren hat und skillmaessig besser war. zufall hat obendrein den vorteil, dass er taktische komplexitaet bringt und reine theoretische planung nicht so leicht zum ziel fuehrt. die perfekte strategie wird spaeter oder nie gefunden, was das spiel am leben hält, weil es immer etwas neues, besseres gibt. dazu muss man natuerlich noch sagen, dass es unterschiedliche ebenen von zufall gibt. scheresteinpapier-weltmeister wird man wohl ein wenig von ihrem skill als siegesgrund absprechen. genauso lotto-gewinnern. wobei letzteres die art von zufall ist, die schneller stört, wenn ihr anteil am sieg zu gross wird. ich nenne es mal \"externen Zufall\". egal was der spieler macht, er hat keinen einfluss drauf bzw aufs ergebnis. koennte man auch nen artikel drueber schreiben.. ich merk schon, spiele zuviel poker ;) darum schnell noch ein paar beispiele von \"random-faktoren\" in beliebten esport-titeln: cs: dauerfeuer-treffer dota: spawns, crits wc3: itemdrops scbw und fast jedes anderespiel: startposition
#9 Monsterbacke, geschrieben am 25.06.2007 11:53:06
Prinzipiell ist 5on5 schon ein esport, der ein sehr eingespieltes Team und perfekte kommunikation erfordert. Da ists mit 3-2-1 und max burstdamage auf Ziel X bei weitem nicht getan. Die Teams müssen schon sehr \"im Team\" arbeiten, jeder muss seinen Part spielen und darf nicht aus der Reihe tanzen. Dies zu optmieren ist halt die Herausforderung an diesem 5on5. ABER Dieses Teamplay zuschauerfreundlich zu präsentieren halte ich fast für unmöglich. Klar kann ich in eine playersview switchen, aber ich kriege dennoch kaum mit, wann er welche spells nutzt und vor allem bekomme ich nicht mit, was die anderen Teammates währenddessen machen Daher suckt wow in dieser Form extrem!
#10 scave, geschrieben am 25.06.2007 14:18:27
Das größte Problem ist meiner Meinung nach die große Abneigung die den WoW-Arenateams entgegenschlägt. In der \"normalen\" eSports-Szene sind es die WoW-Suchtis, in der wowszene sind die Arena-Teams die kleinen CS-Kinder... Was den Glücksfaktor angeht, so schaue man sich mal MTG oder Poker an. Da wird man feststellen, dass es doch immer wieder die selben Leute schaffen, ganz oben mit zu spielen. Und beides sind Spiele, wo der Glücksfaktor erheblich höher liegt als bei WoW. Zu den Gegenständen: Das sehe ich selber auch nicht als Problem an, da man in der Arena Dinge anziehen muss die große Abhärtungs-, und Ausdauerwerte liefern, da man ansonsten schnell ein ,,One-Hit\" wird. Sprich: die eigene Überlebensfähigkeit sehr gering ist. (Der Abhärtungswert hilft übrigens gegen Crits und nimmt damit ein Stück Glücksfaktor aus dem Spiel) Die Ausrüstung die man im PvP (Battlegrounds und Arena) erhält, ist also die beste, um in der Arena zu spielen. Daher werden die Arena-Teams dazu gezwungen einheitliches Equipment zu tragen. Abweichungen mag es vielleicht geben (für Insider: der Ring aus SSC), aber die sind sehr gering. Was sicherlich stimmt, ist, dass die einzelnen Charakterklassen besser balanced werden müssten. Aber soetwas kann nur nach und nach geschehen. Z.B. wurde das Arena-Wasser hinzugefügt, so dass auch Teams ohne Magier ooc laufen können um zu reggen. Der Iceblock vom Mage gibt ihm jetzt ein Debuff, so dass er diesen nicht mehr so häufig hintereinander einsetzen kann. Enrage und Deathwish vom Krieger stacken nicht mehr. Das sind alles kleine Sachen, die eben in Richtung Balancing laufen und ich sehe eigentlich keinen Grund warum Blizzard damit aufhören sollte. Momentan wird darüber nachgedacht, den Resilience-Wert auch auf die doch sehr starken Warlock-Debuffs wirken zu lassen. Was die Zuschauerfreundlichkeit angeht, werden sicherlich noch einige Verbesserungen folgen. Die schlechte Qualität des Giga2-Streams dürfte es vielen Zuschauern nicht leichter gemacht haben, die Spiele zu verfolgen. Aber leider hatten ich auch den Eindruck, dass die Moderatoren nicht soo die Ahnung von highrated 5on5 hatten. Was hier glaube ich fehlt, ist noch so eine Person aus der Szene wie ein Chef-Koch, den man ins Studio setzen kann und der gute Beiträge abgibt. Aber man wird es wohl mit der Zeit sehen, ob sich da soetwas wie eine Arena-Szene entwickelt.
#11 rind, geschrieben am 25.06.2007 19:49:40
Möglicherweise kann man die Zuschauerfreundlichkeit für bereits wowerkrankte verbessern, aber ich behaupte. dass es wird niemals geschafft wird, das spiel für Aussenstehende interessant bzw. verständlich zu machen. Es ist einfach noch unübersichtlicher als jedes andere Teamgame und sich aufs Kampf-Log zu beschränken, wäre unerträglich langweilig :). Sonst auch Brightskins einführen oder Multiview :p
#12 mateTee, geschrieben am 26.06.2007 20:31:53
jo stimme dem übermir zu fürleute die ahnung haben ist vlltganz nett, aber für \"noobs\" ist es einfach zu komplex, alleine schon die itemvielfallt ist schwer zu durchschauen. für leute die keine ahnung haben bleibt es meiner meinung nach immer dabei, es blinkt blizzt und lärmt und dann sind alle tot - nicht direkt interessant :) ausser es gäbe extrem fähige kommetatoren die das ganze einfach und zugleich spannend erklären - doch bis es die gibt ist der pc an sich schon nur noch bei antiquitäten händlern zu haben :)
#13 hrk, geschrieben am 27.06.2007 22:16:27
wow ist nich esport!
#14 bNNN, geschrieben am 27.06.2007 22:41:13
hoffe wow kommt nie dazu ein wirklicher esports titel zu werden ist einfach nicht as spiel für sowas
#15 primus, geschrieben am 29.06.2007 00:24:41
die monitore sind geil :>
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