Autor: R0cK3r geschrieben am Montag 30.07.2007 um 20:46 Uhr

die Perspektive CS-Trainer am Beispiel JulZ

Mehr als nur Anhängsel

[float=left][thumb]7522[/thumb][center][size=9]Die Team-Manager: Mädchen für alles[/size][/center][/float]Würde es Stellenausschreibungen für Team-Manager geben, der Wortlaut wäre wohl in etwa folgender: „Engagierter Manager gesucht. Aufgabenbereich: Planung der An- und Abreise sowie der Unterkunft für Offlineevents, Suche von Trainingspartnern, Verwaltung der Geld- und Sachbezüge. Grundkenntnisse der Szene sind von Vorteil, konkretes Fachwissen aber nicht von Nöten.“ Ohne dieser wirklich arbeitsamen und unersetzbaren Gruppe Unrecht tun zu wollen, bei den meisten, die als CS-Team-Manager im Profil der EPS-Mannschaften auftauchen, würde die Bezeichnung Orga eher zutreffen. Sie sind unabdingbar, wenn es darum geht, der Mannschaft optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, gerade auf Events. Mit dem eigentlichen Spiel haben sie aber nichts am Hut. Mit einer Ausnahme. Sein Name: JulZ. [float=right][thumb]7516[/thumb][center][size=9]Julius „JulZ“ Brandi[/size][/center][/float]Julius Brandi ist der einzige Team-Manager in der Pro Series, der wirklich in den spielerisch-taktischen Bereich des Team involviert ist. Seit nunmehr einem halben Jahr besetzt Julius bei mousesports einen national und vielleicht sogar weltweit einzigartigen Posten. Er unterstützt das CS-Team mit taktischen Analysen. Konkret bedeutet das: er studiert die Demos der Gegner. Auf den Finals sah man JulZ regelmäßig in einem blauen Schnellhefter blättern. Das Deckblatt zeigte eine Map-Übersicht von de_train mit verschiedenen Markierungen. „Ich schaue in den Demos, welche Standardpostionen die Gegner besetzen.“ Gerade als Terror habe jede Mannschaft einen Standardaufbau. Den versucht Julius zu erkennen. Andere Merkmale, die er an Hand der Gegner-Demos untersucht, sind zum Beispiel die typischen Positionen auf Verteidigerseite und das offensive Vorgehen als CT. Je nachdem, wie gefährlich der Gegner ist, sieht sich Julius bis zu vier Demos pro Karte und Gegner an. „Vor den Finals habe ich mir für 360 eine aktuelle Demo pro Karte, für aTTaX zwei angesehen. Für manche Partien können es auch schon mal bis zu vier sein.“ Die Demos betrachtet er zuerst aus der Vogelperspektive. An wichtigen Punkten pausiert er dann und notiert sich typische Verhaltensweisen der Gegner. Danach lässt er die Wiederholungen noch einmal in vierfacher Geschwindigkeit laufen, um zu erkennen, wie sich einzelne Spieler auf der Karte bewegen. [center][b]_Ein ganz legaler Wallhack_[/center][/b] [float=left][thumb]7520[/thumb][center][size=9]Besprechung vor dem Halbfinale gegen aTTaX[/size][/center][/float]Sinn und Zweck dieser Analysen ist, dass Spiel der Kontrahenten zu lesen. Hat sich JulZ ein Urteil gebildet, gibt er seine Erkenntnisse an das Team weiter. Die lassen Julius' Hinweise dann in ihre Taktiken einfließen. Wichtig ist er vor allem auf Events. Auf den EPS-Finals suchte sich mousesports vor jedem Spiel eine ruhige Ecke und Julius zeigte an Hand der Übersichtskarten noch einmal die einzelnen Positionen auf. „Es gibt dem Team eine gewisse Sicherheit.“, erklärt er seine Bemühungen. Während der Partien hält er sich im Hintergrund und schaltet sich nur in Ausnahmesituationen ein, etwa um seine Spieler auf das nahende Rundenende hinzuweisen oder um in hektischen Phasen Ansagen weiterzugeben. Für die Mannschaft ist JulZ' Arbeit ungemein wichtig, gerade für die Entwicklung sogenannter „Anti-Strats“, also Taktiken, die genau auf das Spiel des jeweiligen Gegners abzielen. Die hohe Kunst der Strategieentwicklung besteht heute nämlich darin, sich individuell an die Gegner anzupassen und nicht stur immer gleiche und standardisierte Taktiken zu nutzen. Vor allem im eigenen Offensivspiel ist es gut zu wissen, wo der Gegner steht. Zwar schauen auch die Spieler selbst nach wie vor Demos, Julius Beraterfunktionen sind aber ein wichtiger Bestandteil ihrer Vorbereitung geworden. Und es scheint dem Team tatsächlich etwas zu bringen. Nicht ohne Stolz erzählt JulZ, wie er etwa im Vorfeld des Spiels gegen 360 seinen Jungs prophezeite, wo Milad sich postieren wird und damit genau richtig lag - Ein ganz legaler Wallhack. [float=left][thumb]7519[/thumb][center][size=9]Nicht ganz unbeteiligt an Erfolgen[/size][/center][/float]Neu an seiner Arbeit ist nur der blaue Taktikordner. Bereits vor einem Jahr, damals noch als Manager bei aTTaX, half er der Mannschaft mit seinen Analysen. Dabei schöpft er aus einem großen Erfahrungsschatz. Schon 2002 übernahm er die Funktion des Team-Managers beim Clan Pandora, Finalteilnehmer der Saison III und Kaderschmiede für Spieler wie silver und den Brüdern Tóth, besser bekannt als shiddy und macman. Doch nicht nur in diesem organisatorischen Bereich ist er routiniert. Auf Grund von Problemen mit dem Line-Up bestritt er in der Saison VII unter der Flagge von aTTaX sogar einige EPS Partien. Mit durchaus [url=http://mtw.pokerroom.com/index.php?action=show&area=old&newsID=12079]überraschenden[/url] Ergebnissen. Genau das unterscheidet JulZ von vielen anderen Managern. Er steckt wirklich in der Materie drin und ist im taktischen Bereich so nah an der Mannschaft, wie kein zweiter in der EPS. Übrigens: auch in der nächsten Saison wird er das mouz-Team betreuen und wie er sagt: „in jeder Hinsicht unterstützen.“ [center][b]_Berater, nicht Trainer_[/center][/b] [float=right][thumb]7518[/thumb][center][size=9]Als Berater agiert er im Hintergrund[/size][/center][/float]Als Trainer würde er sich aber trotz seiner Bedeutung für das Team nicht bezeichnen. So übt er auch keine direkte Kritik an den Spielern oder bestimmt Taktiken. Er ist Berater, kein Entscheidungsträger. Dass es in Zukunft wirkliche Trainer mit entsprechendem Einfluss und Kompetenzen geben wird, kann er sich aber trotzdem gut vorstellen. Eine Person, die die Leistungen der einzelnen Mitglieder neutral und von einem anderen Standpunkt beurteilen kann, wäre bestimmt eine große Hilfe, so Julius. Übernehmen werden diese Rolle genau jene, die derzeit noch als Spieler das Geschehen bestimmen. Diese weisen das richtige Maß an Erfahrung und Wissen auf und verfügen über etwas, dass sich selbst JulZ auch nach dem Betrachten von hunderten Demos nicht aneignen kann: Intuition. Spieler wie Kapio können das Spiel des Gegners durch ihre Erfahrung instinktiv lesen. Ein anderer Kandidat für eine solche Aufgabe wäre aus Julius Sicht zum Beispiel auch macman, der zwar nicht der größte Aimer, dafür aber ein exzellenter Stratege ist. Julius ist auch der Meinung, dass das Potenzial an Taktiken und Variationsmöglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft ist: „Sicher lassen sich auf den gängigen Karten keine großartig neuen Positionen mehr finden. Aber eine einzige Flash kann so viel bewirken. Daran muss man arbeiten.“ Genügend Arbeit gäbe es also. [center][b]_Trainer werden die Zukunft sein_[/center][/b] [float=left][thumb]7521[/thumb][center][size=9]Bodo: neben Pokerpro demnächst vielleicht auch CS-Trainer?[/size][/center][/float]Es wird die Zukunft dieses Sports sein. Eben durch die neutrale Perspektive wird es Trainern möglich sein, auf einer ganz anderen Ebene zu arbeiten. So viele Teams zerbrechen am untrennbaren Mit- bzw. Gegeneinander von spielerischen und zwischenmenschlichen Aspekten. Ein Außenstehender kann diese Probleme viel besser erkennen, als die einzelnen Mannschaftsmitglieder selbst. Und so fern scheint das Szenario von trainergestützten Mannschaften auch nicht mehr zu sein. Durch Leute wie JulZ und Bodo, der sich zutraut, so eine Trainerposition einzunehmen, nimmt das ganze in der deutschen CS-Szene schon Formen an. Auch Chucky, der in letzter Zeit als Berater des aTTaX-Female-Teams in Erscheinung getreten ist, würde man eine solche Rolle zutrauen. Der [url=http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,487866,00.html]Darstellung[/url], er sei nun auch Trainer der Männermannschaft, widerspricht er jedoch. Das habe der Interviewer falsch verstanden. In dem Gespräch ging es eigentlich um das Frauenteam. In jedem Fall bedarf es aber Ehemaliger, die genauso viel Zeit auf das Training verwenden wollen, wie die Spieler selbst, um es effektiv zu gestalten. Dafür müssten die Spieler auch ein Stück ihrer Souveränität abgeben und akzeptieren, was der Trainer verlangt. Das Ganze hätte aber auch den positiven Nebeneffekt für die Spieler, dass weniger Druck auf ihnen liegen würde und die Teams vielleicht weniger schnell zerbrechen. Denn gefeuert wird bekanntlich immer zuerst der Trainer.
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#1 krafti, geschrieben am 30.07.2007 20:52:45
schöne vorstellung, das dann auch die trainer wie beim fussball von draussen rein schreien oder bei schiri entscheidungen ausrasten :)
#2 pro`n!, geschrieben am 30.07.2007 20:58:11
Ajo, also wer einen \"personal Coach\" für CS 1.6 braucht, mich gibts für 25¤/Stunde.
#3 Daaavid, geschrieben am 30.07.2007 20:58:48
naja richtig erfolgreich waren sie in der Vergangenheit dennoch nicht auch wenn die siege gegen x6 und noa hoffen lassen :)
#4 soul, geschrieben am 31.07.2007 00:10:28
nicht schlecht, aber viel genutzt hat es bei mouz das letzte Jahr ja nicht wenn ich das anmerken darf *hust* ;) (bitte die Aussage nicht zu ernst nehmen ;) )
#5 Whitehorse, geschrieben am 31.07.2007 01:11:48
aber ich find es au gut wenn jemand von ausserhalb den absoluten überblick über das spiel hat....!jemand der halt ruhe in das spiel bringt....kann schon ganz klar von hilfe sein..und wenn derjeni9ge dann auch noch nen tick clever is..muss das ja was werden...also i dem sinne::: GO MOUZ GO
#6 Wirkey, geschrieben am 31.07.2007 10:43:42
hmm... das team muesste schon ganz schoen gefuegig sein ... kanns mir kaum vorstellen dass sich 5 mann von einem der nicht wirklich im spiel dabei ist , alles sagen lassen... besonders cs spieler, die meistens ein grosses ego haben ;)
#7 R0cK3r, geschrieben am 31.07.2007 11:10:02
genau dieses problem muss man aufbrechen, kritikfähigkeit sollte man eigentlich erwarten dürfen, vielen esportlern fehlt es aber. und es geht auch nicht darum, dass den cs-spielern alles gesagt wird, sondern dass sie in ihrem spiel und in ihrer entwicklung unterstützt werden.
#8 hazz, geschrieben am 01.08.2007 22:48:45
hm ja. schön wenn man so jemanden hat. sonst muss man es halt selbst machen (oder ist das kein standard mehr?)! und auch wenn hier viel kritik kam, in dem punkt war honig der beste \"manager/trainer\" den wir hatten. und ich glaube auch dass julz spieler sein koennte, vielleicht braucht er nur einen coach ;) die frage ist, ob er das will ^^
#9 flecki, geschrieben am 06.08.2007 19:41:32
find ich persönlich übertrieben.. aber naja
#10 kingpowl, geschrieben am 12.08.2007 16:35:50
..allerdings :P ich weiss zwar ned wieviel die knaben inzwischen mit ihrem geballer verdienen, aber millionär wird wohl keiner mehr. und ob sich dann noch nen weiterer ziemlich zeitaufwendiger job in relation zu dem erwarteten erfolg rentiert, wage ich mal anzuzweifeln
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