Autor: kNolli geschrieben am Sonntag 09.09.2007 um 19:02 Uhr

Tradition Clanbase EuroCup

Wenn auch LAN-Finals nicht mehr helfen

Eigentlich hätte es eine große Jubiläumsfeier werden sollen. An diesem Wochenende fand der ClanBase EuroCup zum 15. Mal sein Ende, eine stolze Zahl für ein eSport-Turnier. Die Feierlichkeiten blieben aber aus, denn niemand interessierte sich für einen der ältesten Bewerbe in Europa. Der EuroCup erlebte in den letzten Jahren eine Berg- und Talfahrt. Nichts blieb vom einstigen Ruhm und Prestige der Großveranstaltung. Kaum jemand hängt noch an der Tradition des Bewerbs, der in dieser Saison ganze 21 Disziplinen anbot.

Grubby und Cassandra hatten ein ruhiges Wochenende
Als der anstatt des Bulgaren DieSeL nachgerückte Pole Paladyn heute auf der letzten Map das obligatorische „Good Game“ tippte, war das Soll für den haushohen Favoriten Grubby erfüllt. Er hatte erreicht, was er erreichen musste. Konkurrenz Fehlanzeige, Spannung Fehlanzeige. Dem Veranstalter konnte es ja gar schon schmeicheln, dass ein Namen wie Grubby sich überhaupt auf den Finals einfindet. Eine durchwachsene Saison und das Heimspiel erleichterten diese Entscheidung gewiss. Aber selbst das eSport-Traumpärchen Grubby und Cassandra lockte keine Fotografen mehr an. Für den Holländer war es ein Turniersieg, der sicher für die Seele gut tut, aber kaum über die verpassten großen Erfolge im Jahr 2007 hinweg tröstet. Nach dem WarCraft III-Endspiel sollten sich dann die Counter-Strike Finalisten die Ehre geben. Das finnische CMAXX-Werksteam hatte aber scheinbar besseres zu tun und verspätete sich erstmals. So verloren die ehemaligen Logitech-Mannen den Vorteil, eine Map abgeben zu dürfen. Team NoA nutzte die neue Situation eiskalt aus und gewann das Turnier letztendlich doch noch klar mit 16:05. Nach dem Durchhänger im Upper Bracket-Finale wurden auch die Dänen ihrer klaren Favoritenrolle gerecht. Alles in allem sind die 15. Finals zu einer Durchschnittsrunde mit einem klar überlegenen Teilnehmer verkommen, die Sieger waren also vor dem Startschuss bekannt.

Seitdem andere Veranstalter immer höhere Preisgelder ausschütteten, wurde die Luft für den EuroCup immer dünner. Man konnte mit den rapide steigenden Summen nicht mithalten, musste sogar Saisons ausfallen lassen und war letztendlich auf fremde Hilfe angewiesen. Durch den Einstieg der Global Gaming League (GGL) aus Amerika kam wieder ein wenig Geld in den Beutel. Der EuroCup erlebte eine kurzfristige Renaissance, die ihren Zenit im „Transatlantik Showdown“ fand, dem Duell Amerika gegen Europa. Danach zerplatzte die Seifenblase erneut und es ging steil bergab. Der Kontinente-übergreifende Vergleich blieb eine Eintagsfliege, es wurden wieder kleinere Brötchen gebacken.
So lange es LAN-Finals gebe, behält die Liga ihre Existenzberichtigung, war man sich zumindest einig. Was passte da besser als ein kleines gemütliches dänisches Örtchen namens Århus, um den verstaubten Bewerb am Leben zu halten. Immerhin strahlte auch ein dänischer TV-Sender einige Begegnungen live aus, der Patient schien über den Berg zu sein. Nicht ganz. So hoch man mit dem Transatlantik Showdown geklettert war, so tief fiel man mit der Ankündigung zur 14. Saison. Counter-Strike 1.6 und WarCraft III tauchten darin nicht auf, die Communities wurden auf die nächste Spielzeit vertröstet. Genau der richtige Schritt, um ein angeschlagenes Produkt wieder auf die Siegerstraße zu führen? Sicher nicht. Während sich der EuroCup in den Winter- bzw. Schönheitsschlaf begab, hatte der große Konkurrent die Metamorphose vom Kokon zum strahlenden Schmetterling längst abgeschlossen. Die ESL Extreme Masters setzten dort an, wo der EuroCup aufgehört hat. Sie boten den besten europäischen Teams ein Turnier, bei dem alles stimmt, von Organisation über Preisgelder bis hin zu LAN-Finals.

Anstatt eines regenerierten Antlitzes erwachte nur ein hässliches Entlein aus dem ClanBase-Schönheitsschlaf. Nach dem halben Jahr Abstinenz gaben zwar wieder bekannte Namen der Liga die Ehre, jedoch war die Priorität bei Spielern und Managern eher niedrig. Man spielte halt solange mit, bis man keine Zeit oder Lust mehr hatte. Szeneseiten schenkten ihr auch kaum noch Aufmerksamkeit. Diese durchgehende Bedeutungslosigkeit gipfelte an diesem Wochenende, als kaum eine Organisation Pressevertreter nach Holland entsandte. Letztendlich zu Recht. Diesmal bewahrten auch LAN-Finals und ein doch recht stattliches Gesamtpreisgeld von 20.000 Euro die Veranstalter nicht vor dem Dasein als Randerscheinung. Der ehemalige Publikumsmagnet verkümmert immer weiter zur Zweit- wenn nicht gar Drittklassigkeit. Es fällt fast schon schwer den ClanBase EuroCup weiterhin „Traditionsliga“ zu nennen, und umso schwerer an einen dritten Frühling zu glauben. Schon gar nicht wenn ein zeitgleiches Event im fernen Osten mehr Interesse auf sich zieht, als die EuroCup Finals im Nachbarland. Einzig die in weinrot gehaltene Homepage versprüht noch nostalgisches Flair. Die Organisatoren können zwar nicht mehr aufhören, wenn es am Schönsten ist, jedoch haben sie immer noch die Möglichkeit den EuroCup als seriöses, ruhmreiches und für die Entwicklung des eSport äußerst wichtiges Turnier in den Köpfen zu hinterlassen, wenn sie ihn für die angesagten eSport-Titel ab sofort in Frieden ruhen lassen.
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#1 junKie`, geschrieben am 09.09.2007 18:33:11
grubstar mit gosu-oberlippenbart :>
#2 stuessy, geschrieben am 09.09.2007 21:00:47
Seitdem andere Veranstalter immer höhere Preisgelder ausschütteten, wurde die Luft für den EuroCup immer dünner. Ursprünglich gab es doch keine Geldpreise bei der Clanbase? Die Teams sprangen vor Jahren doch aus genau dem Grund ganz plötzlich ab, als die ersten anderen Turniere eben mit hohen Geldern lockten und über die zweit- bis drittklassigen Teams wollte kaum einer was wissen. Von \"Prestige\" allein kann sich nur eine handvoll Spieler täglich noch die Butter auf\'s Brot streichen. Selbstverständlich sind die ansgesprochen Dinge wie durchdachte Organistion auch wichtig, aber noch lange nicht so entscheident. Counter-Strike 1.6 und WarCraft III tauchten darin nicht auf, die Communities wurden auf die nächste Spielzeit vertröstet. Genau das gehört nach wie vor gestraft durch Nichteilnahme namenhafter Teams bzw. Desinteresse der Community. Aus welchen Bierlaunen heraus treffen die Turnier-/Eventleitungen nur immer solche Entscheidungen. Kaum jemand hängt noch an der Tradition des Bewerbs, der in dieser Saison ganze 21 Disziplinen anbot. Quantität verursacht noch lange keine Qualität. Wieviel Turniere und Ligen gibt es mittlerweile überhaupt? Die Masse ist nur noch bedingt überschaubar, an allen gleichwertig teilnehmen ist unmöglich. Um also richtig aufzufallen, muss man mit den dicken Scheinen auf sich aufmerksam machen, weil \"nur\" dort lohnt es sich auch für die Teams oder Spieler. ... als kaum eine Organisation Pressevertreter nach Holland entsandte. Anreise und Übernachtung sind halt nicht kostenlos und es müssen eben Prioritäten auch von den Redaktionen gesetzt werden.
#3 Cosmo, geschrieben am 09.09.2007 22:09:22
Am 09.09.07 21:00 schrieb stuessy : [quote]Seitdem andere Veranstalter immer höhere Preisgelder ausschütteten, wurde die Luft für den EuroCup immer dünner. Ursprünglich gab es doch keine Geldpreise bei der Clanbase? Die Teams sprangen vor Jahren doch aus genau dem Grund ganz plötzlich ab, als die ersten anderen Turniere eben mit hohen Geldern lockten und über die zweit- bis drittklassigen Teams wollte kaum einer was wissen. Von \"Prestige\" allein kann sich nur eine handvoll Spieler täglich noch die Butter auf\'s Brot streichen. Selbstverständlich sind die ansgesprochen Dinge wie durchdachte Organistion auch wichtig, aber noch lange nicht so entscheident. [/quote] Das stimmt so nicht, der EuroCup und auch das erste DigitalLife Turnier hatten Preisgeld, nicht wenig und sogar noch mit UT2004 ;) Das erste mal komplett ohne Preisgeld musste man die Intermediate Season ausrufen, das war letzten Winter. Da sprangen etwas kurzfristig einige Sponsoren ab.
#4 poldi, geschrieben am 09.09.2007 22:35:17
#3 der eurocup hatte früher nie preisgeld und es ging nur um einen blechpokal , das war allerdings noch zu zeiten von tamm und clan Z ;-)
#5 Cosmo, geschrieben am 09.09.2007 22:51:13
ja #4, das mit dem gar kein Preisgeld ist aber schon sehr sehr lang her :) Der ursprüngliche Gedanke im Artikel ist eigentlich nur, dass die ClanBase nicht mit den anderen Preisgeldern mithalten kann und deswegen die Topteams fehlen
#6 ramses, geschrieben am 10.09.2007 00:49:04
wie auf *hüstel*,) \'ner anderen seite schonmal geschrieben: Wie üblich, wenn\'s um die CB geht, (zu) sehr auf CS (und WC3) fixiert. vlt auch \'n fehler, den die CB macht... immer noch, und bei der konkurrenz eigentlich aussichtslos, auf CS/WC3 zu setzen, statt die spiele stärker zu unterstützen, die in der CB wesentlich stärker vertreten sind... CoD, ET, MoH, etc..
#7 stuessy, geschrieben am 10.09.2007 01:03:59
Am 09.09.07 22:51 schrieb mTw.PR|Cosmo : ja #4, das mit dem gar kein Preisgeld ist aber schon sehr sehr lang her :) Und das hab ich aber gemeint mit meiner Frage. Es ist dabei egal, wie lang es zurückliegt. Der ursprüngliche Gedanke im Artikel ist eigentlich nur, dass die ClanBase nicht mit den anderen Preisgeldern mithalten kann und deswegen die Topteams fehlen Meines Erachtens nach eine falsche Zusammenfasung zum Artikel, es fehlt ein argumentativer Zwischenschritt und verfälscht es somit. Die Ursachen sind zwar monokausal aufgezählt, aber auch ineinandergreifen dargestellt worden und stehen somit nicht allein. Trotz des Jubiläumsstatus gab es wenig öffentliches Interesse am Event (\"große Jubiläumsfeier\", \"stolze Zahl\", \"niemand interessierte sich\"). Hierfür werden nun die Gründe aufgezählt. Die Clanbase konnte mit explodierenden Preisgeldern der Szene anfangs nicht mithalten, aber mit dem \"Transatlantik Showdown\" konnte die CB dies noch etwas kompensieren. Der eigentliche Todesstoss war wohl die CS/WC3-Absage und die Konkurrenz schlug rechtzeitg zu (ESL Extreme Masters). Tjach und jetzt wird nur noch solang wie nötig bei der CB mitgemacht. Ursache war als nicht einfach nur das Preisgeld! Inhaltlicher Aussage-Widerspruch: \"... Durchschnittsrunde mit einem klar überlegenen Teilnehmer verkommen, die Sieger waren also vor dem Startschuss bekannt.\" \"Diesmal bewahrten auch LAN-Finals und ein doch recht stattliches Gesamtpreisgeld von 20.000 Euro die Veranstalter nicht vor dem Dasein als Randerscheinung.\" Die Gründe hierfür wurden wunderbar im Artikel genannt (2. Absatz; kein Papiertiger-Turnier mit vielen Favoriten, Sieger standen vorher fest, \"Durchnittsturnier\") und hat halt nicht nur etwas mit den Preisgeld zu tun gehabt. Es war ein desolates Turnier aufgrund der genannten Entwicklung, die in Absatz 3 genannt wurde. Aus meiner Sicht und so dürfte auch die Kernaussage des Artikels sein, lag es nicht einfach nur am Preisgeld, sondern an den weiter aufgeführten Faktoren, das am Ende die Top-Teams gefehlt haben. Hätte man diese Fehler vermieten, sehe es momentan womöglich anders/besser um die Clanbase aus. Am 10.09.07 00:49 schrieb ramses : Wie üblich, wenn\'s um die CB geht, (zu) sehr auf CS (und WC3) fixiert. vlt auch \'n fehler, den die CB macht... immer noch, und bei der konkurrenz eigentlich aussichtslos, auf CS/WC3 zu setzen, statt die spiele stärker zu unterstützen, die in der CB wesentlich stärker vertreten sind... CoD, ET, MoH, etc.. Eben daher stellte ich die Frage von oben (Wieviel Turniere und Ligen gibt es mittlerweile überhaupt? Die Masse ist nur noch bedingt überschaubar, an allen gleichwertig teilnehmen ist unmöglich.) Bei den anderen Spielen muss ich leider passen wenns\'s um die Community geht, da kann sich die CB vielleicht wieder etwas Ansehen und öffentliches Interesse erarbeiten. Nur sein wir ehrlich: wird das viel bzw. genug bringen? Die CB schaufelte sich ihr eigenes Grab und wird da wohl auch ncht mehr rauskommen, dank zu starker etablierter Konkurrenz. Wie das Artikelfazit es beschriebe, wenn es auch etwas umständlich formuliert war.
#8 bond, geschrieben am 10.09.2007 09:42:33
jetzt noch die rote Farbe weg und es wäre mit die beste sachliche Kritik die ich seit langer Zeit gelesen habe ;)
#9 mogelbumm, geschrieben am 10.09.2007 11:21:11
Die Clanbase wurde einfach komplett von der ESL überrannt. Das einzig wertvolle, was man noch hatte, war das Prestige. Mit der Intermediate Season wurde auch das im Klo runtergespült, indem man zeigte, dass der Eurocup Titel wirklich nichts mehr wert ist. Dazu wurde von Seiten der GGL mit den Spielern umgegangen, als wären sie der unangenehme Nebeneffekt in einer Liga. Preisgeldauszahlungen teilweise erst nach 1,5 Jahren und nur auf öffentlichen Druck. Manch einer mag sich noch an mehrere News auf ESReality erinnern. Auch die fleißigen Admins, an denen ja so ein EC zum großen Teil hängt, vergrault man gerne. Die kriegen den Frust der Spieler natürlich direkt zu spüren. Wenn die CB nochmal eine Chance haben will, muss sich erstmal viel an der Struktur ändern. Außerdem wird die GGL wohl den großen Preisgeldscheck aus der Schublade holen müssen.
#10 fragfarmer, geschrieben am 10.09.2007 12:45:39
In der Wirtschaft würde man sowas wohl Marktbereinigung nennen. Seien wir mal ehrlich, die ESL wächst immer mehr und wird (ist) zur einzigen wirklich relevanten Liga in Europa werden (geworden). Es ist auch richtig so, genauso wie es nur eine Fußball Bundesliga gibt. Nur schade das dort ein Unternhemen dahintersteht und keine Sportbund oder vergleichbares. Genauso wie kleine Fußballpokaletuniere sind diese eSportpokaltuniere mittlerweile uninteressant für die Profis, die haben in der Zeit einfach wichtigeres zu tun. Mal ganz abgesehen davon das eine Reise zu einem Lanevent ja auch noch ein paar Groschen kostet.
#11 csc, geschrieben am 10.09.2007 13:25:28
Das warn aber noch gute alte Zeiten mit dem Clanbase Nationscup, OpenCup, EC, ..... lang lang is her.. 5 Jahre?
#12 Cosmo, geschrieben am 10.09.2007 15:03:04
Der letzte EC, an den ich mich gerne erinnere und der ansehnliches Preisgeld hatte war die Season XI. Zumindest für UT2k4 gings seit dieser Zeit rapide abwärts, das konnten auch wie Löwen kämpfende Admins nicht abwenden. News: http://clanbase.ggl.com/news_league.php?lid=1947 (schau an, da steht eine gewisse \'rushed.de\' Seite bei der Coverage :) ) mouz vor fnatic und aAa - einfach nur porno das Finale, obwohl die Turnierrechner damals öfter den Geist aufgaben als der UTV :D
#13 caliban, geschrieben am 10.09.2007 15:16:20
tjaa früher hat man noch gespielt weill es spass machte sich zu messen und weil man spass am spiel hatte und heute geht man dahin wos mehr geld gibt :/ zum kotzen
#14 bond, geschrieben am 10.09.2007 15:58:53
nein, vernünftig
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