Autor: bond geschrieben am Dienstag 11.09.2007 um 12:00 Uhr

Über die unfairen Matchups

Balance where?

Majestätisch hebt er die zusammengeballte Faust empor. Ein zufriedenes Lächeln huscht über das Gesicht von Eric „Eric“ Marten. Soeben hat er den favorisierten Untoten-Spieler Dennis „Hasu0bs“ Schneider ins Loserbracket der WCG National Finals geschickt. Ein Hauch von Arroganz blitzt bei dem als stärksten deutschen Ork gehandelten Spieler auf. Eine Runde später trifft Eric auf den nächsten Favoriten. Diesmal ist es mTw-Spieler Lars-Gerrit „Protois“ Reichelt – wieder ein Untoter. Vor dem Match gibt sich dieser in einem Interview sehr pessimistisch: „Er ist Ork, ich bin Untot. Das wird ein verdammt hartes Spiel.“ Ob er nicht mit den Menschen spielen würde? „Das entscheide ich kurzfristig“, kam prompt die Antwort. Als das Spiel losging, blieb Protois bei seiner Hauptrasse – und verlor eindeutig die erste Map. Dann entschied er sich doch um. Mit den starken Zauberern der Menschen kämpfte er sich zurück und drehte das Spiel zu seinen Gunsten. 2:1 lautete der Endstand und das Ticket nach Seattle war so gut wie gelöst.

 


Am Ende hatte Protois
die Nase vorne
Wenn die National Finals eines gezeigt haben, dann dass WarCraft III noch weit vom perfekt ausgeglichenen Spiel entfernt ist. Die wenigsten Spiele gewann der bessere, bzw. besser vorbereite Spieler. Häufig entschied einzig und allein das Matchup über den Ausgang der Partie. Besonders die Untoten-Spieler wurden ein ums andere Mal von nominell schlechteren Ork-Spielern besiegt. Daniel „XlorD“ Spenst gegen Mark „Luzifer“ Schulten und Hasu0bs gegen Eric sind die besten Beispiele dafür. Dass sich XlorD am Ende doch das Ticket nach Seattle lösen konnte, hatte er einzig und allein der Tatsache zu verdanken, dass er gegen die Ork-Spieler häufig mit den Menschen spielte. Im Finale entschied sich sein Kontrahent Protois mit den Orks zu spielen, während XlorD bei seinen Untoten blieb. Man muss kein Hellseher sein um erahnen zu können wer die Partie für sich entschied.

 

Die Balance-Diskussion ist so alt wie das Genre der Multiplayerfähigen Strategietitel. Doch in keinem Spiel wurde sie so oft geführt wie in WarCraft III. Dies liegt natürlich einerseits an der enormen Community die hinter Blizzards Meisterwerk steht. Andererseits an den vielen hoch dotierten Turnieren die einige dutzend Profispieler hervorgebracht haben, welche sich jahrelang mit jeder einzelnen Komponente des Spiels beschäftigt haben. Mittlerweile gibt es nichts was noch nicht ausprobiert wurde. Alle möglichen Helden- und Einheitenkombinationen wurden unzählige Male auf allen Karten durchprobiert um in einem langwierigen Prozess die optimalen herauszukristallisieren. Doch so wurde auch festgestellt, dass einige Rassen, wenn sie optimal gespielt werden gegen andere Rassen zwingend gewinnen. So paradox es klingt. Selbst der weltbeste Spieler könnte mit einer unterlegenen Rasse, wie die Untoten es gegen die Orks sind, nicht gewinnen, solange sein Gegner keine gravierenden Fehler macht. Hinzu kommen die Karten als verstärkende Faktoren. Auf welchen mit Heilbrunnen ist der Ork noch mal um einiges stärker. Nicht selten sieht man weitaus schlechtere Menschen- oder Nachtelfen-Spieler auf Lost Temple gegen einen starken Undead Ork spielen – und gewinnen.

 

Doch welchen Ausweg gibt es aus diesem Dilemma? Die Hoffnung an einen Allerheilbringenden Patch seitens Blizzard wurde längst aufgegeben. Zwar wurde in diversen Foren für in absehbarer Zeit einer angekündigt, doch dies seit einigen Monaten alle paar Wochen. Zudem ist schlichtweg nicht absehbar, wie stark selbst geringen Änderungen, sollten sie denn kommen, das gesamte Balancing verändern würden. Sollte Blizzard also nicht den besten Spieler jeder Rasse für einige Monate einsperren und den neuen Patch vorab intensiv testen lassen, wird der Traum vom perfekten Balancing weiterhin eine Seifenblase sein. Zudem ist der Zeitplan eines Lyn, Moon und Sky zu gefüllt um solch einer Einladung nachzukommen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Spieler mit derselben Rassen auf symmetrischen Karten spielen zu lassen. Faktoren wie Balancing und Startposition würden dadurch entfallen. Allerdings sind Mirror-Matches um einiges unattraktiver zum anschauen. Somit bleibt eigentlich nur eine Hoffnung: StarCraft II.

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#1 ChackZz, geschrieben am 11.09.2007 12:12:48
Balance low! Es ist eben extrem mapabhängig :(
#2 Caker, geschrieben am 11.09.2007 12:14:26
auch SC II wird keine ausbalancierte Rassen haben. Die Entwicklung dahingehend ist auch nicht wirklich Bizzards Proirität, dennen geht es um den Spass des Massenspielers und damit um den Umsatz. Und dabei ist es nicht wichtig ob man auf die Grenzen der Balance im High Skilled Level trifft, den nur ein Bruchteil der Spieler erreichen. Ob eSport für die Hersteller überhaupt wichtig ist? Ob ein Turnier ein Massenphänomen verursachen kann, wenn ein paar Elitespieler gegeneinander antreten? Ja...Painkiller war der absolute Verkaufsschlager *hust*
#3 spasstamstart, geschrieben am 11.09.2007 12:28:48
ich sag mal es ist schlichtweg unmöglich in ein spiel mit 4 rassen sowie 6(?) rüstungs- und schadensklassen die perfekte balance in jedes matchup zu bringen.
#4 Caker, geschrieben am 11.09.2007 12:45:14
hm...war dune nicht ausbalanciert?
#5 joker, geschrieben am 11.09.2007 12:52:17
dune2000?
#6 Sh4d0wm4n, geschrieben am 11.09.2007 13:21:01
wird zeit das die orcs gebufft werden ^^
#7 Caker, geschrieben am 11.09.2007 13:21:54
Am 11.09.07 12:52 schrieb joker : dune2000? nein, nur dune - das wo man per hexcode sich die Fremenwürmer zuchancen konnte :).
#8 , geschrieben am 11.09.2007 13:43:01
Bond ist doch ne oder wieso flamed er so über die IMBA ORCS !! ne spaß beseite finds irgendwie unnütz noch über die imbalance zu schreiben wenn man damit jeden tag schon genug belästigt wird *hust*readmorecomments*hust*
#9 ChackZz, geschrieben am 11.09.2007 13:57:03
bond ist kein NE. Er ist die ultimative ich-kann-alle-rassen-kampfmaschine!
#10 , geschrieben am 11.09.2007 14:15:30
Verstehe dann sollte er ja den größten Vorteil aus der Imbalance ziehen können :P
#11 bond, geschrieben am 11.09.2007 14:17:23
mach ich ja auch immer in den ligaspielen :D
#12 D4.eiMer, geschrieben am 11.09.2007 14:22:31
Also ich muss dir da deutlich wiedersprechen Caker. Es kommt nicht von nirgendwo, dass Blizzard Starcraft 2 im Zeichen von Starcraft:BW gesetzt hat. Duch die schon vorherschende Elemente in dem Spiel, haben sie jetzt nochmal sehr viel Zeit für Starcraft2. Besonders werden da bestimmt Balance und Massentauligkeit (Grafik spielspass(Halt starcraft ne?!) und Umfang) beachtung finden. Besonders bei Blizzard ist dies zu erwarten. deinen Punkt kann ich nicht nachvollziehen.
#13 DiNk`-, geschrieben am 11.09.2007 14:38:22
Das wär dochmal was! Die Top Spieler nur noch im Mirror antreten zu lassen lol
#14 hanf, geschrieben am 11.09.2007 14:56:26
völlig überrissen imo und caker stimme ich auch in keinem punkt zu :)
#15 serrin, geschrieben am 11.09.2007 15:00:36
Es ist schon ein riesiger Unterschied, ob es 3 oder 6 verschiedene Matchups gibt (was das Balancing angeht). Wenn es bei SC2 net noch net vierte geheime Rasse gibt, dann denk ich mal wird wie in BW ein gutes Balancing möglich sein... PS: Hab letzte Zeit WC3 net mehr so verfolgt: Vor nem halben Jahr hieß es doch immer, daß der Ork nur ne Chance gegen UD hat, wenn er ne Exe hat, da 2 Bats teuer sind als nen Destro oder irgend sowas ;) Hat sich da was geändert? Oder kriegen die immer ne exe durch?!?
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