Autor: kNolli geschrieben am Mittwoch 12.09.2007 um 14:01 Uhr

Untergangsstimmung?

Das Ende von 1.6 naht

„Manchmal ist es gut etwas zu ändern, und ich freue mich darauf“, antwortet Christian „Blizzard“ Chmiel auf Carmacs Frage, was er über die CGS und Counter-Strike: Source denkt. „Wir glauben nicht, dass 1.6 noch Zukunft hat“, verkündet H2k.Gaming Manager Jack „Le Freak“ Bernard und feuert gleichzeitig sein dänisches Team. „Ich denke 1.6 ist das bessere Spiel“, gibt Großbritanniens Legende Mangiacapra zu, obwohl er sich schon längst CS: Source verschrieben hat. Die lange Zeit als uneinnehmbar geglaubte Festung Counter-Strikes als eSport-Titel schlecht hin, wird belagert. Vor den Toren baut sich der kleine Bruder mächtig auf und zieht immer mehr Ressourcen zusammen um in den Angriff über zu gehen. Wie lange kann sich die lebende Legende unter den Spielen noch auf dem Thron halten? Entscheidende Wochen stehen bevor.

2005 wurde in Dallas auch Source gespielt
Zuerst ein Blick in die Historie. Vor zwei Jahren ereignete sich ein ähnliches Szenario. Dabei schien die 1.6-Festung zwei bedeutende Verteidigungstürme an den Angreifer zu verlieren. Einen, als Angel Munoz seine bis dato wichtigste internationale Turnierkette auf Source umstellte, den anderen als die inoffizielle eSport-Olympiade WCG selbigen Schritt vollzog. Der Aufschrei der 1.6-Jünger war unüberhörbar, egal ob von Profi- oder Hobbyspielern. Erstere statuierten ein klares Exempel als kaum ein bekannter Clan sich für das Turnier der CPL Sommer 2005 einschrieb. Diese Ignoranz zwang Munoz zu einem Rückzieher, in Form einer zusätzlichen 1.6-Konkurrenz. Die durchweg strikte Aversion des Spieles rettete den ersten Verteidigungsturm. Zweites Problemkind waren die World Cyber Games. Die WCG wurde zumindest nicht boykottiert, denn auf den nationalen Qualifikationen setzten sich oftmals 1.6- gegen Source-Mannschaften durch. Diese bestritten das große Finale in Singapur gezwungener Maßen in der anderen Version. Erneut erkannten die Organisatoren die Wettbewerbsuntauglichkeit der neuen Version, weshalb 2006 wieder auf 1.6 umgestellt wurde. Der erste größere Versuch die 1.6-Festung zu erobern, war zurückgeschlagen.

Was ist diesmal anders? Nun ja, seitdem die Verbündeten über dem großen Teich quasi mit einem Streich ausgeschaltet wurden, wird die Schlinge um Europa immer enger gezogen. Zwei Jahre sind vergangen, in denen sich der damalige Verlierer wesentlich weiter entwickelte, der Sieger jedoch auf der Stelle trat. Dazu kommt die gekippte Gemütslage in der belagerten Festung verglichen zur letzten Attacke. Herrschte damals klare Abneigung und Bereitschaft zum Widerstand gegen die bevorstehende Eroberung, werden jetzt immer mehr Würdenträger fahnenflüchtig. Eine immer größer werdende Zahl kann sich vorstellen überzulaufen, besonders wenn die Bezahlung stimmt - und das tut sie. Während draußen das große Geld wartet, zerfällt die Verteidigung im Inneren also von selbst. Zuerst wurde der CPL-Turm durch die WSVG übernommen, welche diesen durch die Nichtberücksichtigung von CS anschließend selbst zerstörte. Auch der ESWC senkte seine Preisgelder in diesem Jahr und ein ESWC 2008 ohne 1.6 wirkt immer reeller. Ohnehin bekannt für ihre Wechselfreudigkeit der CS-Version ist die WCG, bei der sogar Condition Zero debütierte. Dieser gebeutelten Meute gegenüber platziert sich die mit lukrativen Gehältern um sich werfende Championship Gaming Series (CGS) siegessicher im Rampenlicht. Nach der Blitzeroberung Nordamerikas umspannen die CGS-Fühler mittlerweile die ganze Welt und umgarnen Spieler mit Dollar, Euro, Kronen oder Pfund. Auch die späte Rückkehr der CPL zu Counter-Strike 1.6 scheint mehr Starthilfe zu sein, als Zukunftsgedanke. Munoz weiß, dass er erstmal viel Vertrauen zurückgewinnen muss, das er durch das künstliche Koma der letzten Jahren eingebüßt hat.
Der Kampf könnte unterschiedlicher nicht sein. Vor den Toren eine Horde zahlreicher Verbündeter bestehend aus VALVe, der CGS, TV-Sendern, Sponsoren und zu guter Letzt auch aktiven Spielern, die ihren Favoriten endlich aus dem Schatten des großen Bruders rücken wollen. Eine Allianz, die mit modernster Technik und zeitgemäßen äußerlichen Auftritt brillieren kann. Drinnen, hinter beinahe schon antiken Verteidigungsanlagen, verschanzen sich die übrig gebliebenen Geldgeber, 1.6-treue Profis und vor allem eine riesige Masse an Hobbyspielern, die voll und ganz hinter ihrem Spiel steht. Nachteil derer ist, dass ihre Technologie um Jahre hinter der ihrer Gegenüber liegt, niemand mehr da ist um Mängel zu beheben, und wegen ihres in die Jahre gekommenen Antlitzes sie niemand gerne in Massenmedien zur Schau stellen will. Die Source-Anhänger und ihre Mentoren steckten in den beiden Jahren viel Energie in die Verbesserung ihres Spieles. Der clevere Weg direkte Konfrontationen mit 1.6 zu umgehen und eine eigene Fanbasis aufzubauen, lohnte sich. Entscheidend wird jedoch sein, ob die große Masse an Hobbyspielern Unterstützung von den 1.6-Profis erhält, um einen ernsthaften Kampf zu führen oder ob Onkel Dagoberts Geldspeicher die Profis zum Probeschwimmen anzieht.


Die ProMod bietet Komponenten
aus beiden Versionen
Warum entscheidende Wochen? Wenn sich zwei Streiten freut sich bekanntlich ein Dritter. Abseits der öffentlich breit getretenen Rivalität zwischen Source und 1.6 entwickelt ein kleines Team die Counter-Strike ProMod. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, nimmt die Kompromisslösung diesmal Maß und Form an. Die erste Beta-Phase läuft momentan mit professionellen Spielern, der Zielgruppe. Auch wenn die Community bisher nicht mehr als Screenshots und Videos vorgelegt bekam, fällt die Resonanz durchwegs positiv aus. Es wächst tatsächlich etwas heran, mit dem sich eine Majorität der 1.6-Szene anfreunden könnte. Aus dem Zweikampf wird dennoch kein Dreikampf. Die ProMod sieht sich als Option für beide Communities, sie will sie sogar vereinigen. Die kommenden Wochen und Monate sind deshalb wegweisend, weil in ihnen die Titel für das eSport Jahr 2008 festgelegt werden. Die CGS hält am 24. September das erste Finale in Europa zwischen der Berliner und Stockholmer Franchise ab. In dieser Saison partizipieren überwiegend pure Source-Teams dem Draft, bei einer erfolgreichen Premiere und anschließender Expansion der Liga könnten die Flammen schnell auf das 1.6-Lager überschlagen. Das Ende der 1.6-Dynastie scheint damit näher als je zuvor. Es stellt sich nur noch die Frage, ob sie von der ProMod oder von Source fortgeführt wird. Im Gegensatz zu vor zwei Jahren entscheidet diesmal aber ausschließlich das Geld und nicht der Spieler.
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#1 -b0!ng- <3 Supernatural, geschrieben am 12.09.2007 14:06:16
gabs nicht letztens auf einer anderen seite einen artikel der besagt hat das css bald wieder weg vom fenster ist?
#2 DiNk`-, geschrieben am 12.09.2007 14:10:31
wie isn das jetzt mit dem pro mod?
#3 oEDE, geschrieben am 12.09.2007 14:17:49
hey, den titel liest man seit 2 jahren immer wieder gerne. hust.
#4 ch4mba, geschrieben am 12.09.2007 14:18:40
wetten das in 10 jahren immernoch 1.6 gespielt wird auf großen veranstaltungen ...
#5 nArf, geschrieben am 12.09.2007 14:18:58
1.6 und CS:S werden noch ein kleines weilchen parallel existieren, allerdings denke ich, dass source langsam aber sicher die oberhand gewinnt. die promod muss man abwarten...
#6 stubacca.nz, geschrieben am 12.09.2007 14:19:09
die grafik von soße und spielhandling von 1.6 oder?
#7 joker, geschrieben am 12.09.2007 14:25:24
1.6 wirds ewig geben :)
#8 poldi, geschrieben am 12.09.2007 14:36:13
alle jahre wieder *gähn* wie läuft das ? steht ihr redakteure morgens auf und denkt euch \"ach könnt ich mal wieder die \"1.6 ist tot soße\" verzapfen \" ? das erste mal hab ich sowas im Tamm Forum gelesen, da hat auch ein schlauer \"redakteur\" prophezeit das cs in ca. nem halben jahr tot ist..........
#9 Tetsuo_Shima, geschrieben am 12.09.2007 14:45:42
der knolli mal wieder... Auch wenn die Community bisher nicht mehr als Screenshots und Videos vorgelegt bekam, fällt die Resonanz durchwegs positiv aus. lol durchweg positiv??? Das ich net lache. :D
#10 Bone, geschrieben am 12.09.2007 15:01:11
ma wieder ein grotten artikel ... *gähn*
#11 Maui, geschrieben am 12.09.2007 15:06:04
Dieser Artikel ist eher ein Feuerwerk von unpassenden Metaphern, als durchweg gute Informationen.
#12 max pwr, geschrieben am 12.09.2007 15:15:20
sport lebt immer noch von den zuschauern. und ich glaube nicht, dass derteitige source EPS zB bei Spitzenspielen die selben zuschauerzahlen hat wie ein 1.6 spiel. und wenn den sponsoren die zuschauer und somit der streukreis für ihre werbung fehlt, werden sie sich ganz schnell überlegen, ob es eine sinnvolle investition ist. also so lange die community bei 1.6 bleibt wird über kurz oder lang auch das geld zurück kommen. konnte man ja auch am beispiel painkiller sehn.
#13 Loki, geschrieben am 12.09.2007 15:20:01
Naja der Weltuntergang wird auch immer regelmäßig prophezeit, genau wie das Ende von 1.6. Beides ist noch nicht eingetreten, naja vllt haben die beide ja eine Symbiose. Wenn 1.6 wird dann die Welt untergehen, naja zumindest für manche Zocker.
#14 limescale, geschrieben am 12.09.2007 15:24:30
wenn der promod sehr gut spielbar ist, ist er eventuell ne basis für ne neue Alternative. Ansonsten....nein? von 1.5 auf 1.6 umsteigen is die eine Sache. Aber 1.6 gegen Scheisse tauschen? Ne, lass mal!
#15 pumpumganja, geschrieben am 12.09.2007 15:48:33
Am 12.09.07 14:18 schrieb cH4mba : wetten das in 10 jahren immernoch 1.6 gespielt wird auf großen veranstaltungen ... Wetten das nich... Drinnen, hinter beinahe schon antiken Verteidigungsanlagen, verschanzen sich die übrig gebliebenen Geldgeber, 1.6-treue Profis und vor allem eine riesige Masse an Hobbyspielern, die voll und ganz hinter ihrem Spiel steht. Ohne Kohle würde es auch keine 1.6er Pros mehr geben und einige sind bestimmt vorher nich umgestiegen, weil es bei CS:S normalerweise viel weniger gibt (inna EPS ja immer noch).
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