Autor: bond geschrieben am Freitag 14.09.2007 um 13:00 Uhr

US-Liga im Fokus

CGS - Messias oder Verräter?

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Galileo Galilei, Jean d'Arc oder aber auch Jesus Christus. Personen der Zeitgeschichte die für ihr Wirken noch heute bewundert und verehrt werden. Noch ein Weiteres haben sie gemeinsam: Sie wurden in ihrer Zeit als Verräter beschimpft, verleumdet, oder sogar ermordet. Die jeweiligen Epochen waren noch nicht reif genug, ihr Handeln gebührend zu würdigen.

 

Geschichte wiederholt sich bekanntlich in allen Variationen und Subkulturen. In der eSports-Szene hat die Championship Gaming Series momentan den Stellenwert eines Verräters. Counter-Strike:Source und Fifa sowie World of WarCraft und selbst Konsolentitel wie Dead or Alive und Project Gotham Racing fanden ihren Weg in die CGS. Doch kein Counter-Strike 1.6, kein WarCraft III. Selbst auf ein Duell-Spiel wie Quake, Unreal oder Painkiller wurde verzichtet. Zusammengefasst: Die Spiele die der Großteil der Community spielt werden außer Acht gelassen, verpönte Spiele und Konsolentitel treten ins Scheinwerferlicht.

 

Dementsprechend gereizt ist die Stimmung im Lager des gemeinen eSport-Fans. Die einen reden von Verrat am eSport, die anderen versuchen die CGS schlichtweg zu ignorieren. Nur wenige können der CGS positives abgewinnen. Dabei ist diese eingeschränkte Sichtweise und Argumentation nicht besser als die mancher Politiker die Computerspiele per se verunglimpfen. Die positiven Aspekte und Chancen die sich für den gesamten eSport bieten, wollen nicht erkannt werden. Denn eigentlich bringt die CGS genau das, was alle seit Jahren fordern: Feste Gehaltsstrukturen, Übertragung im „richtigen“ Fernsehen und eine professionelle, massentaugliche Inszenierung.

Dass dies bei WarCraft III nicht klappt, sollte, bei aller Liebe zum Spiel, verständlich sein. Weder der durchschnittliche Deutsche mit seinem IQ von 100, noch der durchschnittliche Amerikaner mit seinem IQ von 90, würde nach kurzem Erklären ein derart komplexes Spiel verstehen können. Dementsprechend würde er umgehend umschalten. Dead or Alive oder FIFA sind hingegen selbsterklärend. Wenn der Balken komplett rot ist, hat der eine Spieler verloren, zappelt der Ball im Netz, wurde ein Tor erzielt. Auf Project Gotham Racing trifft im Endeffekt das gleiche zu.



Doch sind dies noch keine Argumente gegen Counter-Strike 1.6 und für Counter-Strike:Source. Vom Spielprinzip her sind beide Versionen gleich. Der Hauptunterschied liegt – für den Zuschauer – in der Grafik. Und da sollte es absolut verständlich sein, dass man diesem keine altbackene Grafik von vor 10 Jahren auftischt. Counter-Strike:Source hat sich mittlerweile zu einem wettbewerbstauglichen Spiel entwickelt, von daher ist die Entscheidung der CGS nachvollziehbar.

 

Man mag es drehen und wenden wie man will. Die CGS bringt den eSport in der gesamten Welt voran, wenn nicht sogar auf ein neues Level. „Was bringt uns das? Wir wollen Counter-Strike 1.6 sehen!“ werden nun einige empört aufschreien. Nun, das könnt ihr nach wie vor. Denn die anderen Wettbewerber, Ligen sowie Clans, werden sich natürlich nicht einfach die ganzen Topspieler abwerben lassen. Sie werden nachziehen müssen. Bei der ESL Pro Series hat man bereits gesehen was Fremdligen für einen Einfluss haben können. Nachdem die ESBL einige der Top-Spieler von der Pro Series „befreit“ hatte, zog diese nach, initiierte eine FIFA 1on1 EPS und stockte das Gesamtpreisgeld für FIFA gehörig auf. So konnten zum Beispiel die weltbekannten FIFA-Twins gehalten werden. In der Counter-Strike/-Source-EPS wird es in Zukunft wahrscheinlich ähnlich aussehen, hat sich die CGS erstmal etabliert und einige deutsche Topspieler unter Vertrag genommen.

 

Neben den Ligen müssen natürlich auch die Clans nachziehen. Einige Topspieler werden es sich zweimal überlegen doch nach Birmingham zu fahren um die Chance auf ein fünfstelliges Einkommen zu wahren. Es sei denn die Clans erhöhen deutlich die Gehälter. Dies ist natürlich nur mit mehr Sponsoren möglich. Da der Pool an konventionellen eSport-Sponsoren langsam ausgeschöpft ist, müssten sich die Managements nach neuen Sponsor-gebieten umschauen. Und da ist es nicht unwahrscheinlich, dass irgendwann so große Fische wie Red Bull oder Coca Cola ins Boot springen. Möglicherweise sogar erst durch die CGS auf den eSport aufmerksam geworden.

 

Daher sollte man die CGS nicht präventiv verurteilen, aus Angst einem könnte sein Lieblingsspiel weggenommen werden. Geschichte wird geschrieben um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Daher gebt ihr eine Chance. Wartet ab was sie bringt und ob sie sich überhaupt durchsetzt. Schaden wird sie dem eSport sicherlich nicht.

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#1 -b0!ng- <3 Supernatural, geschrieben am 14.09.2007 13:12:54
ey ihr nervt langsam mit euren meinungen, kolmunen etc ... erst kommt 3 jahre keine jetzt jeden tag ....
#2 limescale, geschrieben am 14.09.2007 13:18:27
schonmal daran gedacht das nicht jeder den esport \"voranbringen\" will, sondern einfach gemütlich cs 1.6 zocken, weil es SPASS macht?!
#3 dolbydigital, geschrieben am 14.09.2007 14:30:29
Also ich denke nicht, dass sich die EPS oder sonstige Ligen großartig anpassen müssen. Die CGS in Europa bietet Platz für 2 bzw 4 CSS-Teams, maximal 8, wenn es wieder Nachwuchsteams gibt, wovon aber auch 4 aus GB kommen müssen. Was der CGS noch fehlt ist die Struktur unter der obersten Liga. Für alle Teams die nicht in ein Franchise gedraftet werden fehlt einfach die Möglichkeit sich weiter auf die CGS vorzubereiten. Demnach werden alle anderen zurück zur CB oder ESL gehen und höchstens beim nächsten Draft wieder vertreten sein.
#4 Smily, geschrieben am 14.09.2007 14:33:22
klingt sehr schlüssig, aber man merkt schon das du ziemlich eindeutig in richtung pro cgs argumentierst und dafür finde ich die überschrfit falsch gewählt. weil bei der überschrift habe ich mir einen neutralen vergleich erhofft, abwägen von argumenten und so weiter. aber so ist das leider mit kolumnen das wichtigste gegenargument zu einer sportart in der es mehrere ligen gibt finde ich, ist das der direkte vergleich der top-leute fehlt. siehe boxen. es gibt tatsächlich zum selben zeitpunkt 4 weltmeister auf der erde (es sei denn, das ein boxer mehrere titel gleichzeitig hält) was den begriff des weltmeisters ad-absurdum führt. ich weiss, das es die möglichkeit der vereinigungskämpfe gibt, das ändert aber nichts an der tatsache, das der meister einer jeden liga sich weltmeister nennen darf, und das ist nicht richtig. ich hoffe, dass sich der esport so entwickelt, dass sich am ende eines zyklus der/die beste/n die krone aufsetzen darf um Weltmeister zu sein
#5 Gabriel, geschrieben am 14.09.2007 14:51:06
ich hab nach dem einleitungsabsatz aufgehört zu lesen.
#6 Carrot, geschrieben am 14.09.2007 14:51:15
amüsant find ich ja diese historischen vergleiche mit einem computer spiel event!
#7 , geschrieben am 14.09.2007 22:39:21
Am 14.09.07 13:12 schrieb -b0!ng-
#8 SK|aLx_, geschrieben am 15.09.2007 10:18:31
Und wo sind die Nachteile die die CGS zum Verräter machen? Dass sie kein 1.6 oder Wc3 nehmen? Leider macht eine Headline in einem Artikel, News oder bei einer Anzeige ca. 50% aus. Der Leser ist sofort gefesselt oder eben nicht (nicht immer!) Anonsten, bin ich auch gespannt und freu mich auf die CGS!
#9 konschta, geschrieben am 15.09.2007 14:57:32
Erstens will ich ganz sicher keine \"..., massentaugliche Inszenierung.\" Wer sich nicht für eSport interessiert sollte nicht mit irgendwelchen wettbewerbsuntauglichen Spielen gelockt werden! Zweitens wird ein schlechteres Spiel (abgesehen von der Grafik, jedoch ist diese für das Spielprinzip und das Spielgefühl unrelevant) künstlich durch Sponsoren und vergebene Werberechte, die 1.6 ausstechen, gepusht und das empfinde ich einfach als ungerecht.
#10 junKie`, geschrieben am 19.09.2007 22:32:54
der erste absatz ... -.-
#11 Insuuu, geschrieben am 21.09.2007 16:24:18
ich versteh nicht wieso valve kein interesse an der vermarktung von 1.6 hat... wenn sie einfach nur die fernsehrechte + werberechte verkaufen wuerden haetten sie das 3fache einkommen von source, ausserdem koennten sie einfach ein cs rausbringen das grafisch gleich oder besser als source ist und dennoch das spielgefuehl von 1.6 hat.... ausser der map de_cbble ist in source eg keine map ordenlich spielbar....
#12 rigoooo, geschrieben am 21.09.2007 20:03:37
Am 14.09.07 13:18 schrieb limescale : schonmal daran gedacht das nicht jeder den esport \"voranbringen\" will, sondern einfach gemütlich cs 1.6 zocken, weil es SPASS macht?! die leute spielen nicht auf dem niveau, wie ein spieler der cgs oder der eps
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