Zeitgleich kommt der Jubel aus der Ecke des schon gedrafteten Stockholmer FIFA-Spielers Chud1k. Etwa das Wissen, dass sein Gegner im Turnier nur vierter wurde und ihm somit unterlegen sein müsste? Nichts ferner als das. Es war mehr das Blut das beide Spieler verband. Und der Reichtum der von heute auf morgen einer kleinen Familie in der Ukraine beschert wurde.
Denn Volodymyr „
Chud1k“ Nedoviz und Rostyslav „
Manyna“ Nedoviz sind Brüder. Beide ausgezogen um die Welt zu sehen, sind sie nun bei
Stockholm Magnetik und
Allianz Berlin unter Vertrag. „Es ist schon ein komisches Gefühl gegen seinen Bruder spielen zu müssen. Früher haben wir bei Turnieren immer geguckt wer grade in der besseren Form war und derjenige ist dann ohne Kampf in die nächste Runde gekommen. Doch hier geht das nicht“, sagte Manyna vor dem großen Spiel gegen seinen Bruder. Worte, die genauso gut aus dem Munde von Chud1k hätten kommen können. Dass beide Spieler Brüder sind, merkte man dann auch bei ihrer Partie. Chud1k legte schnell vor, Manyna zog nach, 3:3 nach der regulären Spielzeit – Elfmeterschießen. Wie sehr beide aus dem gleichen Holz geschnitzt waren, sollte sich hier besonders zeigen. Der eine legte vor, der andere glich aus. Parierte der eine, schaffte sein Bruder das Gleiche. Bis zum Stande von 4:4 im Elfmeterschießen. Manyna lief an, schoss halbhoch, links. Viel zu schwach; der Torwart konnte problemlos parieren. Blankes Entsetzten auf der Seite der Berliner Anhänger. Chud1k hatte nun den Sieg auf dem Fuß. Er schoss nach rechts oben, der Torwart sprang in die falsche Ecke. Ein Jubelschrei aus zehn magnetischen Kehlen wich in Millisekunden einem Aufseufzen: Latte. Ein Fehler der zwei Elfmeter später bestraft werden sollte. Halbhoch, rechts geschossen hatte Manyna keine Probleme den Schuss seines Bruders abzuwehren und das Spiel mit 9:8 n. E. zu gewinnen. Die Last die bsl und seinem Spieler von den Schultern fiel könnte nicht größer gewesen sein. Denn nun stand es nach dem verkorksten PGR-Rennen unentschieden und das CS:S-Team konnte ohne Vorbelastung in die entscheidende Partie gehen. bsl hatte – aller Vorleistungen zum Trotz - auf das richtige Pferd gesetzt. Manyna dankte ihm mit einem Sieg und dem stolzen Präsentieren des Logos, das fortan sein Leben bestimmen würde.

MVP Manyna
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2.500 US-$ bekommt jeder der beiden Brüder im Monat, dazu kommen noch Preisgelder, wie die knapp 7.000 US-$ die Manyna für den Sieg in Birmingham erhält. Klingt nach viel Geld? Es ist noch viel mehr. Denn das Durchschnittseinkommen in der Ukraine beträgt etwa 500 US-$. Auf die Frage ob sie in Zukunft von Champagner und Kaviar leben würden, grinsten beide nur. Ihre Familie wird von dem Geldsegen natürlich auch profitieren. „Unsere Familie hat zusammengelegt und uns diese Reise finanziert. Ohne das hätten wir niemals nach Birmingham reisen können. Nun können wir es ihnen zigfach danken“, bedankte sich Chud1k bei seinen Verwandten.
Ein Brüderpaar in FIFA, das auszieht um viel Geld zu verdienen. In Deutschland nichts Neues. Mit Hero und Styla haben wir die weltbekannten FIFA-Twins. Von denen sind die Nedoviz-Brüder aber alles andere als überzeugt. „Dieses Jahr werden sie auf den World Cyber Games nicht viel reißen. Andere Länder, besonders die Osteuropäischen haben enorm auf- und sie mittlerweile überholt“, ist sich Manyna sicher. Auf den World Cyber Games wird man die beiden jedoch nicht antreffen. Visa-Probleme machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. „In der Ukraine sind Visa in die USA ein großes Problem. Man braucht gute Verbindungen zum Staat, die haben wir leider nicht. Der hat alles dafür getan, dass Walkman doch noch auf die WCG fliegen konnte. Das hieß, das Visum für uns so lange zu blockieren, bis die Frist der WCG abgelaufen ist. Mit der Unterstützung der CGS bekommen wir nun innerhalb weniger Tage eins, doch für die WCG ist es zu spät“, mangelte Chud1k die bekannten Probleme osteuropäischer Staaten an, „von der CGS bekommen wir aber eine Einladung aus Amerika, das Visum ist innerhalb weniger Tage da. Darauf konzentrieren wir uns nun, denn die amerikanischen Spieler haben keine Chance. Ein 10:0 ist Minimum, daher wird auch ein europäisches Team die CGS World Finals gewinnen“, ist er sich sicher.