Was macht eigentlich ein gutes Comeback aus? Im günstigsten Fall knallt
es bei der Rückkehr so laut, wie beim Abschied. Gemessen an diesem
Kriterium, ist es Eduard „eddy“ Schmidt durchaus gelungen, das
Interesse der Öffentlichkeit im ähnlichen Maße auf sich zu ziehen, wie
vor fast genau zwei Jahren. Damals musste er die ESL verlassen. Die
Gründe hierfür dürften hinlänglich bekannt sein.
Was macht eigentlich ein gutes Comeback aus? Im günstigsten Fall knallt es bei der Rückkehr so laut, wie beim Abschied. Gemessen an diesem Kriterium, ist es Eduard „eddy“ Schmidt durchaus gelungen, das Interesse der Öffentlichkeit im ähnlichen Maße auf sich zu ziehen, wie vor fast genau zwei Jahren. Damals musste er die ESL verlassen. Die Gründe hierfür dürften hinlänglich bekannt sein.
Die Zwangspause veranlasste Eduard allerdings nicht dazu, sich zurückzuziehen. Diverse Interviews und sogar ein Auftritt bei GIGA Mitte des Jahres sorgten dafür, dass der Fall eddy weiterhin Gesprächsthema blieb. Bei diesen Gelegenheiten ließ er keinen Zweifel über die Tragweite seiner Rückkehr aufkommen: „Wenn ich zurückkomme, dann: ABER RICHTIG!!!“ Doch damit nicht genug der verheißungsvollen Ankündigungen. Statt einfach nur auf das Ende seiner Sperre zu warten, nutzte eddy die Möglichkeiten des Internets, um alle Welt auf seine Rückkehr vorzubereiten. Er eröffnete eine ESL-Gruppe mit dem Namen „eddy's way back“, in der immerhin 91 Spieler ihre Solidarität bekundeten, darunter auch EPS-Akteure wie gerdi. Sein wohl pompösester Hinweis auf seine nahende Wiederkehr tauchte dann aber Anfang Oktober in Form des Fragmovies work magic auf. Dieses endet, hinterlegt mit pathetischer Klaviermusik, mit den Worten „still no evidence. After two years of AEQ and Updates back on 04. 10.“ Und tatsächlich: nur zwei Wochen später verkündet das EPS-Team starComa.Tagan die Verpflichtung von Eduard „eddy“ Schmidt. Doch was aussieht, wie ein lang geplantes Comeback, ist viel mehr ein Produkt des Unglücks. Der Auslöser: die Feierlaune zweier Cousins.
Hand- und Teambruch
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starComa auf der GC - „Die Chemie stimmte einfach nicht.“
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Kurz nach dem besagten 4. Oktober empfing der starComa- Spieler Hannes „Hanso“ Dunkel seinen Cousin. Dieses spärlich gesäte Treffen galt es gebührend zu feiern. Im Taumel der Verbundenheit geschah dann das Unglück. Hanso verletzte sich an der „Achillessehne des Gamers“ - er brach sich die Hand. Wie es dazu genau kam, kann er heute nicht mehr sagen. Jedenfalls legte dieser Vorfall für alle Welt offen, was die Spieler von starComa längst wussten. Die Chemie im Team stimmte überhaupt nicht: „Menschlich war das alles kein Problem. Auf den Events haben wir uns super verstanden, aber spielerisch sind wir sehr oft aneinander geraten.“, beschreibt Hannes die Situation. Die Kommunikation soll zu fast keinem Zeitpunkt funktioniert haben. Vielfach rieb man sich an Kleinigkeiten auf: „Ging ich einen Schritt nach vorne, gingen die anderen einen zurück. So war es dauernd.“ Und so spaltete sich die Mannschaft in zwei Hälften. Auf der einen Seite Hanso und HUNTI, auf der anderen chrizzo und ph0s und dazwischen Spieler Nummer fünf yasin. Als sich Hannes schließlich die Hand brach, stand die Mannschaft und das Management vor der Wahl: Entweder holt man einen Ersatzmann oder gleich zwei neue, feste Spieler. Da die spielerischen Differenzen unüberbrückbar schienen und HUNTI nun allein dastand, war schnell klar, dass er gemeinsam mit Hanso den Clan verlassen wird.
Alte Bekannte
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Chrizzo und b4d: Ein Herz und eine Seele
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Der erste neue Mitspieler war mit Bastian „b4d“ Gaffron rasch gefunden. Eigentlich wollte Bastian, auch auf Grund seiner Freundin, mit der er gemeinsam in der EAS spielte, der EPS zunächst den Rücken kehren. Seinem Freund und ewigen Teamkollegen chrizzo sowie ph0s, der Bastian ebenfalls persönlich kennt, fiel es dann aber nicht schwer, ihn zur Rückkehr in die EPS zu bewegen. Auch mit eddy war man sich schnell einig: „Er war sofort Feuer und Flamme.“, berichtet Christoph „chrizzo“ Krämer. Der Mannschaftskapitän wusste zu diesem Zeitpunkt kaum etwas über Eduards Leistungstand. Nach den wenig positiven Erfahrungen mit HUNTI und Hanso, die einmal mehr bewiesen, dass gute Spieler allein kein gutes Team bilden, zählte für chrizzo und ph0s aber vor allem die persönliche Verbindung zu ihrem „Wackeleddy“ (O-Ton chrizzo). Allein diese freundschaftliche Verbindung machte das Comeback möglich. Welches andere Team hätte einen seit zwei Jahren halbaktiven Spieler aufgenommen, der im Verdacht steht, sich unlauterer Mittel bedient zu haben? Für seine alten, neuen Mates chrizzo und b4d, gab es dagegen nie Zweifel an der Unschuld ihres geächteten Freundes: „Fehlendes Vertrauen hat es nie gegeben. So eine Freundschaft ist im eSport etwas besonderes. Es hilft vor allem über Fehler und Probleme offener zu reden.“ Für b4d war eddy sogar einer der Hauptgründe, wieder in die EPS zurückzukehren. Ähnliches schilderten sie auch Kilian „derleo“ Ricken, dem Mann hinter starComa. Der nahm den Vorschlag ruhig und sachlich zur Kenntnis und nach einem weiteren Gespräch über die damaligen Vorfälle war die Rückkehr des Eduard S. in die EPS besiegelt.
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Kilian akzeptierte eddy als neues Mitglied in
der „sCa-Familia “
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Ganz ohne Bedenken dürfte das starComa Management dem Wunsch der verbleibenden Spieler aber nicht zugestimmt haben. Denn eines zeigte sich in den letzten Tagen bereits ganz klar: ruhiger ist eddy nicht geworden. Direkt in seinem ersten Interview nach seiner Rückkehr mit readmore.de beschimpfte er die ESL als „korrupte Liga“ und deren Schiedsrichter als „Brillen-Admins.“ Und auch wenn er immer wieder betont, wie wenig ihn die Meinung der Community tangiert, schrieb er doch ganze sieben Kommentare unter das erwähnte Interview, in denen er sich zu rechtfertigen versuchte. Ein Verhalten, dass einem imagebewussten Clan wie starComa nicht gefallen dürfte. „Natürlich haben wir uns intensiver Gedanken darum gemacht, welche Auswirkungen und Risiken seine Aufnahme mit sich bringt.“, betont Kilian „derleo“ Ricken. „Er ist ein sehr direkter Typ. Allerdings werden wir ihm und auch sonst niemand den Mund verbieten.“ Die Aussagen zur ESL findet Kilian trotzdem unangebracht. Sollte eddy so etwas erneut von sich geben, müsste er mit Konsequenzen rechnen. Wie diese aussehen, will Kilian aber nicht verraten.
Wie lang eddy in der EPS verweilen wird, ist indes ungewiss. Für Kilian gelten die nächsten Spiele als Testphase für die nächste Saison. Als reine Notlösung möchte er eddy aber nicht verstehen: „Ein Spieler wie eddy macht in jedem Fall mehr Sinn, als ein trainingsfauler Finne.“ Auch welche spielerischen Defizite er aufweist, lässt sich bislang noch nicht sagen. Seine erste Partie in der EPS gegen ID Gaming hat zumindest gezeigt, dass er in der EPS mithalten kann. Abgesehen von einigen Unsicherheiten, wie ein Teamkill oder auch der Kauf eines Schildes, die man getrost der Nervosität zuschreiben darf, traf er gut und zeigte auch sonst keine großen Schwächen. „Ich nehme schon an, dass meine Leistungen ausreichen, um das Management davon zu überzeugen, mich auch in der nächsten Saison einzusetzen.“, verkündete er danach gewohnt souverän. Chrizzo ist in jedem Fall zufrieden mit ihm: „Er macht kaum Fehler, sagt gut an und hilft seinen Mannschaftskameraden. Spielerisch einfach spitze.“ Ob dem tatsächlich so ist - die nächsten Spiele werden es zeigen.
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Blizzard war pG damals „sehr suspekt“
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Und während alte Teamkameraden voll des Lobes sind und die Community die ewig gleich Frage nach Recht und Unrecht seiner Sperre diskutiert, stößt man bei den alteingesessenen EPS-Spielern auf wenig Anteilnahme. Mit einigen Ausnahmen, etwa ID.Silver, der sich den hämischen Kommentar „Schön, dass du wieder da bist.“ vor dem Spiel gegen starComa nicht verkneifen konnte, geben sich Spieler wie Blizzard und Fleks, also jene, die vor zwei Jahren lautstark den Ausschluss von pro-Gaming aus der EPS forderten, betont desinteressiert: „Das ist mir egal. Der hat seine Sperre abgesessen, also kann er wieder spielen.“ Und auch Fleks scheint das Thema nicht mehr so zu erregen, wie noch vor zwei Jahren: „Solche Aussprüche wie damals, kann man sich heutzutage nicht mehr leisten.“ Man darf gespannt sein, ob es so ruhig bleibt, wenn es eddy nächste Saison gelingen sollte, sich unter die Top Sechs oder gar auf die Finals zu spielen.
Ein Stück deutsche eSport-Geschichte
Bei allen Anschuldigungen und Fragen, die nach wie vor ungeklärt sind – Eines muss man eddy lassen. Er hat Durchhaltevermögen bewiesen. Zwei Jahre sind nach eSport-Zeitrechnung eine halbe Ewigkeit. Getrieben von dem Willen, zumindest ein Stück Reputation wieder zu erlangen, hat er es nach vier EPS-Spielzeiten geschafft, erneut in Deutschlands höchster Spielklasse vertreten zu sein. Und ob man es ihm zugestehen möchte oder nicht: er hat damit ein Stück deutsche eSport-Geschichte geschrieben.