Ein kritischer Blick
Wo ist der Boom?
Es(port) wächst und wächst und... wächst? Keine Frage, der eSport hat sich in den letzten Jahren gemausert. Von Quantensprüngen ist die Rede und vom Weg aus den Kellern in die großen Hallen der Welt. Sponsoren und Geldgebern wird die Szene als eine Mixtur aus Professionalität und Mainstream verkauft - Tatsachen oder doch nur blumige Euphemismen einer eigentlich wenig "lifestyligen" Szene? Die laufenden EPS Finals geben darüber ein wenig Aufschluss.
Man kennt sie, die Bilder der einschlägigen Szeneseiten: Begeisterte Massen, die nach eSport (oder zumindest einem T-Shirt) lechzen. Tatsächlich finden sich auch auf diesen Finals die gewohnte Anzahl von Menschen im Kölner Tanzbrunnen ein. Doch voller als vor einem Jahr ist es beileibe nicht. Gemessen an den Zuschauerzahlen des gestrigen Freitags und auch des heutigen Nachmittags ist die doch nicht spektakulär große Veranstaltungshalle am Rhein ausreichend. Wachstum Fehlanzeige. Und was ist eigentlich mit der immer wieder beschworenen Steigerung der Frauenquote? Lässt man den Blick durch das Publikum schweifen, entdeckt man durchaus das eine oder andere weibliche Wesen. Viele davon tragen allerdings ein Badge mit dem Kürzel "VIP", was darauf schließen lässt, dass sie als Anhang der Finalteilnehmer nach Köln gereist sind und nicht aus dem unbedingten Interesse am elektronischen Sport. Auch hier lässt sich feststellen, dass sich in den letzten Jahren nur marginal etwas am (weiblichen) Zuschauerinteresse verändert hat. Das Nischendasein scheint nicht überwunden.
Neben den direkten Zuschauer liegt das Augenmerk der Veranstalter und Sponsoren aber auf den Fans, die vor dem Rechner die Veranstaltung verfolgen.
Wirklich mehr können davon in den letzten Jahren nicht dazugekommen sein. Prangten vor einem halben Jahr noch die Logos mit dem großen G überall auf und neben der Bühne, heißt das Format nun wieder ESL TV, wie schon zu Beginn der EPS. Keine Rückentwicklung versichern die Verantwortlichen. Fakt ist, dass die Zuschauer keine Lust hatten, die lächerliche Summe von 2 Euro für die tägliche Übertragung von eSport zu bezahlen und man gezwungen war, das aufwändigere Konzept einzustampfen. Auch die Reichweite dürfte durch das Wegfallen der meisten eSport- Sendungen auf dem Fernsehsender GIGA merklich geschrumpft sein. Mit ESL TV wird die Gamer-Zielgruppe angesprochen, nicht der Mainstream. Zuwachs sieht anders aus.
Dann gibt es auch noch den von PR-Leuten häufig verwendeten Begriff der "Professionalisierung". Diese bilde das Fundament für die vorherrschende Strukturen und garantiere den geregelten Ablauf der Wettbewerbs, so die Verantwortlichen. Nicht gezahlte Gehälter, fehlendes Training und persönliche Zerwürfnisse, geschehen nicht etwa bei Relegationsteilnehmern sondern den Finalteams, führen den Begriff jedoch ad absurdum. Und ein wenig schwingt das Gefühl mit, dass auch in 12 oder gar 24 Monaten wenig anders sein wird.
Natürlich ist es äußerst einseitig, nur die Schattenseiten aufzuzeigen. Es ist beachtlich, in welchen Ausmaß unser aller liebstes Hobby größer und besser geworden ist. Aber man darf all das nicht verklären. Auch in ihrer elften Auflage bleiben die EPS Finals ein Treffen einiger hunderter zumeist männlicher und minderjähriger Gamer, die einigen dutzend Hobbyspielern beim Zocken zuschaut. Daran ist nichts schlechtes. Man sollte nur aufhören, eSport zu einem zukünftigen Massenphänomen hochzustilisieren. Sicher, er entwickelt sich weiter. CGS und Co. zeigen aber, dass das ohne Einbußen von Authentizität schwerlich möglich ist. Letztlich wird der "einfache" Gamer entscheiden, wo der eSport hinsteuert, nicht die Leute, die damit Schotter machen wollen. Und nicht wenige dieser "einfachen" Spieler, wollen den eSport bei dem belassen, was er ist: Ein wunderbar nerdiger Spaß.
Neben den direkten Zuschauer liegt das Augenmerk der Veranstalter und Sponsoren aber auf den Fans, die vor dem Rechner die Veranstaltung verfolgen.
Dann gibt es auch noch den von PR-Leuten häufig verwendeten Begriff der "Professionalisierung". Diese bilde das Fundament für die vorherrschende Strukturen und garantiere den geregelten Ablauf der Wettbewerbs, so die Verantwortlichen. Nicht gezahlte Gehälter, fehlendes Training und persönliche Zerwürfnisse, geschehen nicht etwa bei Relegationsteilnehmern sondern den Finalteams, führen den Begriff jedoch ad absurdum. Und ein wenig schwingt das Gefühl mit, dass auch in 12 oder gar 24 Monaten wenig anders sein wird.
Natürlich ist es äußerst einseitig, nur die Schattenseiten aufzuzeigen. Es ist beachtlich, in welchen Ausmaß unser aller liebstes Hobby größer und besser geworden ist. Aber man darf all das nicht verklären. Auch in ihrer elften Auflage bleiben die EPS Finals ein Treffen einiger hunderter zumeist männlicher und minderjähriger Gamer, die einigen dutzend Hobbyspielern beim Zocken zuschaut. Daran ist nichts schlechtes. Man sollte nur aufhören, eSport zu einem zukünftigen Massenphänomen hochzustilisieren. Sicher, er entwickelt sich weiter. CGS und Co. zeigen aber, dass das ohne Einbußen von Authentizität schwerlich möglich ist. Letztlich wird der "einfache" Gamer entscheiden, wo der eSport hinsteuert, nicht die Leute, die damit Schotter machen wollen. Und nicht wenige dieser "einfachen" Spieler, wollen den eSport bei dem belassen, was er ist: Ein wunderbar nerdiger Spaß.
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blaze, geschrieben am 01.12.2007 22:36:33
blaze, geschrieben am 01.12.2007 22:36:33was soll mir der artikel nun sagen ? nichts neues....
Das sich im E-Sport einiges getan hat, es aber bei uns noch nicht so zum Massenphänomen geworden ist, wie immer angekündigt. Und um ehrlich zu sein, ich will nicht so nen Hype wie in Korea etc., von daher bin ich eigentlich auch glücklich damit.
Hat alles Vor- und Nachteile, abe ein wenig mehr \"Nach oben schauen\" könnte nich schaden
Neben den TBH-Jungs saßen das ganze Wochenende zwei Frauen. Genau in dem Moment das Bild zu schießen, in dem sie nicht dort sind und es mit \"Frauen? Fehlanzeige\" zu betitel ist unnötig.
Die Frauenquote wird also nur durch die gesteigerte RL-Fähigkeit des Durchschnittspros erhöht? :D
wenn die esl nicht jedesmal die fials in köln abhalten würde, würden mit sicherheit auch mal mehr leute zu den finals kommen. die leute die es interessiert haben sich das bestimmt schon angesehen. evtl mal finals in berlin oder münchen. ODER BIELEFELD !!11!
HAMBUUUUUURG!
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