Autor: csc geschrieben am Dienstag 19.02.2008 um 20:00 Uhr

Die bisherige Arbeit und Aufgabenbereiche des ESB

ESB 2008 – Der Weg ist jedenfalls richtig

Lange mussten wir warten, auf die große Ankündigung des deutschen eSport Bund (ESB). Nach vielen Monaten, in denen es für den außenstehenden Betrachter sehr ruhig um den Verband geworden ist, erschien plötzlich und unverhofft die Ankündigung der „Neuausrichtung”. Aufgrund der zunehmenden Kritik aus der Community, der ESB sei wenig transparent und hätte selten ein Ohr für die Szene, wurde reagiert und der Vorstand um zwei aktive und bekannte Persönlichkeiten aufgestockt. Damit sei ein „Erster Schritt für eine Öffnung des ESB ist die Neubesetzung und die Erweiterung des Vorstandes“ getan so die offizielle Pressemitteilung.

Mit Frank Pinter von dem Verein n!faculty, der sowohl eine professionelle Struktur als auch dank der Mitarbeit eines Anwalts aus Köln eine rechtliche Grundlage aufweisen kann, sowie dem WCG Deutschland Pressesprecher und Organisator Thomas von Treichel sind zwei gute Köpfe gefunden. Nun kann nur alles besser werden!

Doch was sind eigentlich die Aufgaben von Thomas von Treichel und Frank Pinter? Beide sollen das Gesicht des Verbands innerhalb der Community formen. „Aber es ist eben nur eine Aufgabe von vielen. Beide haben sich in den vergangenen Monaten schon sehr intensiv mit der Thematik ESB auseinandergesetzt und arbeiten an der ESB Roadmap federführend mit” erklärt Frank Sliwka im Gespräch mit mymTw. Die neuen Themen sind demnach „die Ausarbeitung von Kriterien für die Ausrichtung und Vergabe einer offiziellen Deutschen Meisterschaft, die der Zuständigkeit der deutschen Nationalteams durch den ESB und der Aufbau einer Trainerausbildung

 

 

Große Kritik von allen Seiten


Die Kritiker werfen dem ESB viel vor. Er würde sich zu wenig zeigen; wo seien die Ergebnisse von mehr als zwei Jahren Verbandarbeit? Was eben diese Kritiker nicht bedenken ist die Tatsache, dass man die „Verbandsarbeit” selten sehen kann. „Wenn sich der Verbandsboss aber mit Politikern, Schiedsrichter- oder Vereinsvertreter trifft, steht das nicht in der Zeitung oder auf einer Webseite” meint Frank Sliwka gewohnt kritisch und setzt noch einen drauf: „Auch ist der eSport in Deutschland in seiner Entwicklung und auf der Verbandsebene vergleichbar mit dem Deutschen Fußball-Bund vor 80 Jahren. Der eSport steht am Anfang seiner Entwicklung -  auf Team-, Spieler- oder Veranstalterebene.”

Doch dennoch oder gerade deswegen erwartet der einfache Leser aus der Szene ständig aktuelle Neuigkeiten vom Verband. Dabei wird die Situation verkannt. Der Verband wird lediglich auf seine Repräsentantenrolle beschränkt, aber die primäre Aufgabe findet keine Beachtung. Die eigentliche Musik spielt sich auf Ebene der Politik, der Lobbyarbeit und in den Medien ab. Gespräche mit Politikern und verantwortlichen Pressevertretern sind das Tagesgeschäft des ESB, doch sieht man dies meist gar nicht. „In den letzten Jahren haben wir eine Menge Gespräche mit politischen Vertretern und Interessengruppen geführt, wodurch sicher auch ein größeres Verständnis und vor allem Verstehen für unseren Sport entstanden ist” bestätigt Frank Sliwka.

 


eSports Conference 2007

 

Ergebnisse lassen sich allerdings vordergründig nur auf Veranstaltungen wie der eSports Conference sehen. Dort treffen sich lokale Politiker, Journalisten und Vertreter von IT-Unternehmen aus ganz Europa, um sich ein eigenes Bild der Sache eSports zu machen bzw. darüber zu berichten und diskutieren. Wie im Jahre 2007 als in der VIP Arena und den Presseräumen des RheinEnergieStadions ( Fußballstadion des 1. FC Köln ) zwei Tage lang Präsentationen und Diskussionsrunden abgehalten wurden. Auf dieser Plattform zeigten sich ESL, WCG und auch die Clans Alternate aTTaX sowie SK Gaming aktiv mit einem eigenen kleinen Stand. Zwar lief in einer fast nervigen Endlosschleife auf dem Monitor über der aTTaX Werbewand die „Welt der Wunder” Reportage mit dem Thema PC-Spiele, in der auch einige Persönlichkeiten vom besagten Clan Gehör geschenkt bekamen, doch soll diese nicht darüber hinweg täuschen, dass der Clan angeführt von Peter „Chucky” Schlosser aktive Pr-Arbeit leistet. So war die Botschaft auf dem Presseevent recht klar: Wir ziehen alle an einem Strang und wollen uns selbstsicher und aktiv der kritischen Gesellschaft stellen! Der Zuschauerandrang an diesen Tagen in der dem REW Arena war zwar verhalten, aber das Event als solches durchaus ein Erfolg.

Das Jahr 2008 - kommt die Wende?

 

Doch mittlerweile sind die Ausläufer der großen PR-Welle zum Jahresende, als die große Umstrukturierung stolz der Community vorgestellt wurde, längst verebbt. Und auch die mit diesem Ereignis in einem Atemzug angekündigte Roadmap 2008 ist selbst Mitte Februar noch nicht vorgestellt. Bis auf ein Kurz-Interview gegenüber eGames sowie wenige Sätze eines Statements in zwei Artikel von Online-Zeitungen ist bislang wenig zu hören gewesen vom ESB im neuen Jahr. Und das, obwohl sich doch eigentlich alles ändern sollte. Aber es erweckt den Eindruck, als würden selbst die beiden Neuzugänge im ESB-Kader unter der Führung des Cheftrainers Frank Sliwka nicht die Löcher im Mittelfeld zu stopfen wissen.

 


Games Convention 2006 - ESB Stand


Heute wie einst früher oder doch nicht?


Die Ursachen hierfür sind natürlich vielseitig, aber das wichtigste ist wohl der Faktor Zeit. Sowohl Frank Pinter als auch Thomas von Treichel sind zwei große Personen des nationalen eSport. Sie besitzen unstrittig eine große Funktion und bedeutende Aufgabe und leisten seit Jahren Pioniersarbeit. Während Herr Pinter als erstes einen Clan in die rechtlich korrekte Sphäre führte und gleichzeitig eine vom realen Sportclub her bekannte Struktur etablierte, konnte Thomas von Treichel dank seiner PR-Arbeit die WCG Spiele nach Deutschland holen und in den Medien mehrmals punkten. Der Schritt, beide Persönlichkeiten in den eSport-Bund zu integrieren, ist zweifelsohne der richtige gewesen. Allerdings bedeutet die Kehrseite der Medaille, dass beide Personen auch wohl an einem gewissen Zeitmangel leiden werden. Die Arbeit in diesen Bereichen ist nicht einfach und 70-Stunden Wochen sind keine Seltenheit. Neben all diesen Verstrickungen, Terminen und Reisen noch Zeit für den Verband zu finden, ist sicherlich nicht gerade einfach - ganz zu schweigen von den möglicherweise minimalen Interessenkonflikten, wenn es um die Zusammenarbeit mit Veranstaltern und Organisationen geht. Jeder kämpft im Ernstfall auf seiner eigenen Seite.



Der aktuelle Lagebericht

 

So ist das Szenario auch nicht wirklich neu. Wir erinnern uns an die früheren Zeiten vorhergegangener Verbände, in denen zwar die bekanntesten Personen des eSport saßen, aber keiner wirklich etwas tun konnte oder wollte. Und Zeit fanden diese Szene-Größen kaum für einen Posten im Verband. Mehr Gemeinsamkeiten als die gleiche Homepage und die Fotos und Namen auf einer Seite gab es da auch nicht. Damals wurde sich – zugegeben - mehr bekämpft als heute, aber die Problematik war nicht so weit weg. Zumindest sollten in naher Zukunft weitere Veranstalter ins Boot geholt werden.

Vor allem in der aktuellen Situation, als zum ersten Mal ein Clan gegen eine Liga vor Gericht zieht, kommt der ESB erneut ins Spiel – zur Freude von Herrn Slikwa: „Wenn dann sichtbare Strukturveränderungen oder Probleme im Spielbetrieb entstehen, dann wird auch der Ruf nach neutralen Institutionen deutlicher und lauter. Hier hat de eSport in Deutschland gegenüber anderen Ländern deutliche Vorteile. Es gibt einen Verband, der Strukturen, Beziehungen und Öffentlichkeit aufgebaut hat.” Das ist auch das mittelfristige Ziel!

Dennoch darf die Situation nicht verkannt werden. Wir sind noch nicht so weit, wie viele denken. Trotz mehr als 1 Million Euro Preisgeld, das es im Jahr 2008 auf deutschem Boden zu gewinnen geben wird, sind wir noch am Anfang. „Es wird noch einige Zeit dauern bis Strukturen, Ansehen und Wert des eSports in Deutschland so gewichtig sind, dass der DOSB sich für eSport interessiert” beschreibt Frank Sliwka die Lage und bringt es auf einem Punkt: „Der DOSB beschäftigt sich nicht mit eSport. Um das zu ändern, müssen Strukturen, Verantwortlichkeiten und Öffentlichkeit geschaffen werden, die denen des „realen“ Sports gleichen. Dann haben wir eine Chance als Sport anerkannt zu werden”.


Wollen wir hoffen, dass es nicht zu lange dauern wird, immerhin wollen wir das selbst noch aktiv erleben und nicht erst bei unseren Kindern. Doch es bleibt festzuhalten: Der Weg ist jedenfalls richtig, nur leider länger als gedacht. mTw.PokerRoom jedenfalls wird den ESB weiterhin unterstützen.

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#1 Knese, geschrieben am 19.02.2008 20:39:33
ich glaub immernochnicht, dass der esb es je zu etwas bringen wird.
#2 redgoblin, geschrieben am 19.02.2008 22:07:49
n1 conni.. schön geschrieben!
#3 mfg`ra-hoch3, geschrieben am 20.02.2008 11:04:04
Es tut mir leid, aber der artikel ist mehr als lächerlich. Doch dennoch oder gerade deswegen erwartet der einfache Leser aus der Szene ständig aktuelle Neuigkeiten vom Verband. Dabei wird die Situation verkannt. Also wir sind alles nur dumme Schafe? Danke, jetzt wird immer alles klar! Die eigentliche Musik spielt sich auf Ebene der Politik, der Lobbyarbeit und in den Medien ab. Gespräche mit Politikern und verantwortlichen Pressevertretern sind das Tagesgeschäft des ESB, doch sieht man dies meist gar nicht. ,,In den letzten Jahren haben wir eine Menge Gespräche mit politischen Vertretern und Interessengruppen geführt, wodurch sicher auch ein größeres Verständnis und vor allem Verstehen für unseren Sport entstanden ist" bestätigt Frank Sliwka. Die Musik spielt im E-Sport, erst wenn der eigene Platz bestellt ist kann man sich um die \"große Politik\" kümmern. Außerdem geht mir dieses Todschlagargument \"Lobbyarbeit\" sowas von auf den Keks! Aber ist ja einfach weil es die dummen Schafe es nicht kotrollieren können was der ESB tut und was nicht. Die Arbeit in diesen Bereichen ist nicht einfach und 70-Stunden Wochen sind keine Seltenheit. Neben all diesen Verstrickungen, Terminen und Reisen noch Zeit für den Verband zu finden, ist sicherlich nicht gerade einfach - ganz zu schweigen von den möglicherweise minimalen Interessenkonflikten, wenn es um die Zusammenarbeit mit Veranstaltern und Organisationen geht. Jeder kämpft im Ernstfall auf seiner eigenen Seite. Das wussten alle Beteiligten vorher, der Vorstand sollte ja auch nur so etwas wie der Think-Tank / die Ideenschmiede und das Erscheinungsbild nach ausen des ESB sein. Die Arbeit die seit Jahren nicht erledigt wird, nähmlich mit der Community direkt im Kontakt zu stehen könnten sehr gut Freiwillige aus der Community sein. Die ESL kann nur dank der vielen Freiwilligen existieren, warum soll das bei einem Verband anders sein - ein blick über den Tellerrand zeigt uns doch schon dass alle Sport-Verbände auf Freiwilligen arbeit angewiesen ist. Vor allem in der aktuellen Situation, als zum ersten Mal ein Clan gegen eine Liga vor Gericht zieht, kommt der ESB erneut ins Spiel - zur Freude von Herrn Slikwa: ,,Wenn dann sichtbare Strukturveränderungen oder Probleme im Spielbetrieb entstehen, dann wird auch der Ruf nach neutralen Institutionen deutlicher und lauter. Hier hat de eSport in Deutschland gegenüber anderen Ländern deutliche Vorteile. Es gibt einen Verband, der Strukturen, Beziehungen und Öffentlichkeit aufgebaut hat." Das ist auch das mittelfristige Ziel! Es wurden schon zwei Chancen verspielt in denen sich der ESB als neutrale Instanz hätte etablieren können. Im Fall eddy hat sich keiner gerührt, dass muss man sich mal in anderen Sportarten vorstellen! Beim zweiten Anlauf ist man immerhin auf die Idee gekommen, man könne helfen, aber auch etwas spät. Nach dem sich schon die G7 Angeboten hatte und der ESB selbst schon ein Anwalt vermittelt hat. Hirnrissiger gehts kaum noch oder? Dennoch darf die Situation nicht verkannt werden. Wir sind noch nicht so weit, wie viele denken. Trotz mehr als 1 Million Euro Preisgeld, das es im Jahr 2008 auf deutschem Boden zu gewinnen geben wird, sind wir noch am Anfang. ,,Es wird noch einige Zeit dauern bis Strukturen, Ansehen und Wert des eSports in Deutschland so gewichtig sind, dass der DOSB sich für eSport interessiert" beschreibt Frank Sliwka die Lage und bringt es auf einem Punkt: ,,Der DOSB beschäftigt sich nicht mit eSport. Um das zu ändern, müssen Strukturen, Verantwortlichkeiten und Öffentlichkeit geschaffen werden, die denen des ,,realen" Sports gleichen. Dann haben wir eine Chance als Sport anerkannt zu werden". Erstmal sollte sich der ESB zu einem echten Sportverband entwickelt bevor man sich um den DOSB kümmern sollte. Wir haben genügend Probleme im E-Sport die ersteinmal gelöst werden müssten. Dann wenn die Mitglieschaft im ESB für Ligen in deutschland mal pflicht ist, hat man einen Pfand den man dem DOSB unter die Nase reiben könnte. Mein Fazit ist ein anders, tauscht ein paar gesichter aus, gebt ein paar Interviews und ihr habt immer noch den selben ESB - wie wäre es mal mit darauf konzentrieren wo drauf es ankommt - den E-Sport als Sportart!
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