Autor: csc geschrieben am Montag 10.03.2008 um 13:43 Uhr

Alte Tugenden zählen wieder

Spannung und deutsche Stärke

Die Deutschen haben doch keine Chance mehr auf internationaler Ebene. Auch haben sich Team Alternate und mousesports im Personal eher geschwächt als verstärkt im Vergleich zum letzten Jahr. Diese und vergleichbare Äußerungen konnte der fleißige eSport-Leser in den vergangenen Wochen immer wieder hören und lesen.

Team Alternate
Dass sie damit vielleicht die genannten beiden Mannschaften aus Deutschland, wohl die besten beiden nationalen Teams, ein wenig unterschätzt haben, konnte man an diesem Wochenende in Hannover auf der CeBIT sehen. Denn mit den Samsung Euro Championship sowie den ESL Extreme Masters Finals II gab es gleich zwei gute Gelegenheiten, sich gegen die Konkurrenz aus aller Welt zu beweisen.

Im CS-Turnier der SEC nahmen unter anderem fnatic (Schweden), MYM (Polen) emuLate (Frankreich) und auch unser internationales Team von mTw.PokerRoom (für Dänemark) teil. CHEF-KOCH, mooN und Co. hatten somit wirklich schwere Gegner zu erwarten. Dennoch zeigte sich der Teamcaptain mooN im Vorfeld der CeBIT überzeugt. „Wir wollen in die Top 3“ sagte er gegenüber der WCG im Interview einige Tage vor der Messe. Für einen Platz unter den ersten Drei hat es jedoch nicht gereicht. Durch die 5:16 Niederlage gegen Frankreich im Halbfinale des Loserbrackets schied man vorzeitig aus. Aber trotz dieses schlechten Ergebnisses darf die Leistung des Werkteams in Halle 22 der WCG nicht verkannt werden. Gegen die starken Griechen konnten die Deutschen mit 16:10 gewinnen und anschließend mit 11:16 gegen Schweden nur sehr knapp verlieren. Es folgte darauf im Loserbracket das wohl spannendste Match an diesem Tag – Die Partie gegen Dänemark. 16:14 lautete das Endergebnis. Die letzte Runde, als die Deutschen bereits das Unentschieden sicher hatten, schaffte Alternate das 1 gegen 2 wenige Sekunden vor Rundenende. Welch Jubel auf der einen Seite, welch Frust auf der Anderen. Die bereits erwähnte Niederlage wenige Stunden später gegen Frankreich bedeutete jedoch daraufhin das Aus.

mousesports bei der Siegerehrung
(Quelle: readmore.de)
Als zweite deutsche Mannschaft startete mousesports auf den EM II Finals auf der Messe. Dank gewonnener Qualifikation trafen die „Mäuse“ im Halbfinale im deutsch-deutschen Duell auf Team Alternate. Diese Begegnungen sind immer ganz besonders interessant, da es um die nationale Krone geht und somit um sehr viel Ehre. In einer aufregenden Partie setzen sich die Spieler von Alternate mit 16:12 gegen mousesports durch. Dies Resultat entfaltete allerdings wenig Wirkung, wie die nachfolgenden Runden im ESL Turnier aufzeigten. Alternate flog regelrecht mit 5:16 vom „Server“, während mousesports mit 16:14 SK Gaming besiegte und aus dem Turnier warf - umgekehrte Vorzeichen also. Was dann kam, war eine Lehrstunde von mousesports. Wieder traf Alternate und mousesports aufeinander, doch unbeirrt des vorherigen Ertrags dominierte mousesports das gesamte Spiel und schickte Alternate mit 16:3 nach Hause. Die Rache war damit geglückt und der Einzug in das Turnier-Finale geschafft. Der Gegner lautete e-STRO und kommt aus Korea. Die Koreaner hatten mousesports schon mit 16:5 auf dem ESL Turnier besiegt und war daher nicht zu unterschätzen. Zudem hatten sie den Bonus, dass sie nur eine Map gewinnen müssen, mousesports jedoch zwei, da die Deutschen aus dem Loserbracket kamen.

Mit großer Spannung wurde also am Sonntag das Finale erwartet. Die deutschen gegen e-STRO vor heimischen Publikum und einer überfüllten Halle auf der CeBIT. Diesen Vorteil machten sich die Akteure von mousesports anscheinend zu Nutzen und gewannen beide Maps. Somit lautete der Sieger des Turniers mousesports und darf sich über 50.000 Euro freuen. Trotz der vielen Tief- und Höhepunkte lässt sich für Mousesports ein sehr gutes Fazit ziehen. Nicht nur der Turniersieg sondern auch zwei sehr gute und siegreiche Partien gegen die Konkurrenz steht dem Berliner Clan zu Buche.

Sowohl Alternate mit einem guten Platz 4 auf den SEC und mousesports mit Platz 1 auf den ESL Masters II verdeutlichten mehr als gut die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Teams. Gleichzeitig lässt sich erkennen, dass die Mannschaften immer dichter zusammenliegen und je nach Tagesform jeder, jeden schlagen kann. Eine richtige Dominanz gibt es nicht mehr, dafür aber viele gleichwertige Teams, knappe und spannende Partien und Emotionen. Während im WCIII Turnier oftmals von Langeweile und vorprogrammierten Siegen gesprochen werden kann, ist CS so spannend wie noch nie. Vielleicht ist das der Grund, warum das Spiel trotz des Alters immer noch ein Publikumsliebling ist und in jeder Liga die meisten Fans und Spieler anzieht. Wollen wir hoffen, dass es so noch lange weitergehen wird.
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