Autor: |LockeOne geschrieben am Samstag 29.03.2008 um 11:30 Uhr

Der Blog zum alten Problem

Die Qual der Studienwahl

Die Zunge fühlt sich pelzig an. Es riecht nach Zigarette und kalter Pizza. Auf dem Wohnzimmertisch, in der Küche und sogar auf dem großen Kleiderschrank sind halbvolle Plastikbecher die stillen Zeugen der letzten Nacht. Halbnüchternes Fazit: Nächstes Mal brauchen wir unbedingt größere Aschenbecher. Das Studentenleben kann so schön sein! Auch die letzten Monate im Schulleben eines angehenden Abiturienten sind dank großzügiger Freizeit geprägt von Cafébesuchen am Tag und Partys am Abend. Da bleibt oft nicht viel Zeit für Zukunftsplanung. „Weiß ich noch nicht, mal schauen,“ ist wohl die beliebteste Antwort; allein um weiteres Nachfragen zu verhindern. Aber werden nicht die geilsten Partys in der Studienzeit gefeiert? Zeit für Zukunftsplanung!

Berufsorientierung an der Schule
Die Studienanfängerquote 2006 betrug in Deutschland etwa 35 Prozent. Das sind fast 20 Prozentpunkte weniger als im internationalen Ländervergleich. Daher bieten viele Schulen Orientierungstage an oder laden Berufsberater ein, die ihr Programm abspielen und ein paar Folien auflegen. Selten betätigen solche Aktionen den richtigen Schalter in den Köpfen der Schüler, begrüßt werden sie trotzdem; schließlich fällt dann der Unterricht aus. Aber die Interessen und Vorstellungen der zukünftigen Abiturienten sind viel zu verschieden, als dass es ausreicht, sich von einigen Beispielen der Experten berieseln zu lassen. Mehr als Anregungen darf man von den Massenkundgebungen also nicht erwarten.

Eigenverantwortung stärken
Besser wäre es wohl Schülern Tipps und Anreize an die Hand zu geben, wie sich jeder individuell informieren kann. Selbstverständlich können das persönliche Beratungsgespräche sein oder auch große Berufsinformationsmessen. Doch häufig verhindern es innere Blockaden oder schlicht Faulheit, die großzügigen Angebote wahrzunehmen - so hilfreich sie auch sein mögen. Also muss etwas anderes her. Die bequemste Methode schnell an Informationen zu kommen, ist und bleibt das Internet. Dabei ist es eine leidliche Prozedur nach und nach alle Internetseiten der Universitäten abzuklappern und zu hoffen, dass einem etwas ins Auge springt. Zum Glück sind zukünftige Studenten eine beliebte Werbezielgruppe und damit die Seite studieren.de sehr ausführlich ausgefallen. Studiengänge von A-Z, sortiert nach Fachbereichen, Erklärungen zu den verschiedenen Studienabschlüssen, FAQs und vieles mehr. Alles, was man braucht, für einen guten Start.



Praktisch: A-Z deutscher Studiengänge (studieren.de)

Ein Selbstversuch
Nicht lange fackeln, ich will erst einmal sehen was es so gibt: Unter dem Link Studiengänge finden wir eine ellenlange Fächerliste von A bis Z; aber man kann die Trefferzahl von Anfang an eingrenzen. Am liebsten wäre mir ein Studium an einer Universität – ausgewählt. Und als Studienanfänger sind die Masterstudiengänge erst einmal uninteressant, also wähle ich als zweites Kriterium einen Bachelorabschlus aus (siehe Grafik). Übrig bleiben 65 Seiten mit deutschen Studiengängen, die ich nun von Anfang bis Ende durchforste. Alles, was mir im Ansatz gefällt, schreibe ich auf einen Zettel.
Nach 15 bis 20 Minuten stehen auf einer überschaubaren Liste etwa zehn Studiengängen, welche nun in einer zweiten Runde gemustert werden. Ich schaue mir die Infoseiten an, die zeigen wo in Deutschland der jeweilige Studiengang angeboten wird. Erst von hier geht es dann direkt auf die Internetseiten der Universitäten, die genauere Informationen zu Studieninhalten, Fächerkombinationen et cetera bereithalten. Nach diesen Auskünften ziehe ich immer engere Kreise um das Studienangebot. Bis endlich, das Ziel erreicht ist. Zwei, drei Studiengänge und Fächerkombinationen sowie die Universitäten sind nun auf Papier gebracht. Sich auf einen einzigen Studiengang an einer speziellen Uni zu versteifen wäre nicht ratsam. Eine größere Bandbreite kann nämlich besonders dann hilfreich sein, wenn man nicht gerade der Primus seines Jahrgangs ist. Denn Zulassungsbeschränkungen können viele Zukunftsträume von vornherein zu Nichte machen.

Bauchentscheidung
Durch eben beschriebene Methode filtert man nur heraus, was einen auch wirklich interessiert; langwieriges Abwägen und Herumtüfteln wird hinfällig. Die Entscheidung kommt dabei aus dem Unterbewusstsein: „Das interessiert mich, also schreibe ich es erst einmal auf.“ Man bekommt zunächst einen Überblick, was es überhaupt alles an Möglichkeiten gibt und wie man auf diese reagiert. Liebe auf den ersten Blick! Auf diese Weise werden Interessen und Vorstellungen in einem Zug mit eingebunden. Wer kein Instrument spielt, wird nachher wohl nicht Musikwissenschaften auf seinem Zettel stehen haben. Wer Zuhause gerne an seinem Auto schraubt, wird wahrscheinlich eher in den Bereich Ingenieurwesen als Slawistik oder Umwelt gehen. Und die Erfahrung zeigt, wenn die Richtung gefunden ist, läuft der Rest fast wie von selbst. Man entwickelt größeres Interesse, informiert sich, wird zum Experten und kann im Anschluss an den ganzen Prozess eine individuelle und fundierte Auswahl treffen. Ganz ohne Beratungsgespräche.

Hobby zum Beruf machen
Den Wenigsten ist es vergönnt, ihr Hobby zum Beruf machen zu können. Besonders wenn man ein vermeintliches Hobby wie den E-Sport pflegt. Das sogenannte Pro-Gaming dürfte wohl völlig aussichtslos sein, zumindest wenn man langfristig angelegte Planungen im Auge hat. Doch gibt es bereits viele Studiengänge und Fächerkombinationen, mit denen man das Interesse von Event-Veranstaltern, Entwicklern oder ähnlichen Beteiligten in diesem neuen Markt wecken kann. Es haben sich erst wenige, eindeutige Berufsprofile in der Sparte herausgebildet, sodass man auch mit scheinbar abwegigen Studiengängen wie etwa Germanistik den Weg in den E-Sport finden kann – eloquente Pressesprecher sind immer heiß begehrt. Naheliegender wäre eventuell Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit einer Ergänzung im Bereich Marketing oder Wirtschaftsinformatik. Damit wäre man beispielsweise für das Management interessant. Letztlich sollte man sich aber dafür entscheiden, was einem auf lange Sicht Spaß macht. Denn auch wenn das Daddeln ein schönes Hobby ist, Wirtschaftstabellen von einem Spielentwickler oder Clan haben dann selten noch etwas mit Headshots oder Bombspots zu tun.
tags
1 2
#1 csc, geschrieben am 29.03.2008 12:32:31
Schöner Artikel, wirklich gut... Ich denke man sollte wirklich überlegen, welchen Weg man einschlagen möchte, immerhin ist die Entscheidung für das gesamte Leben richtungweisend.
#2 Heike, geschrieben am 29.03.2008 12:36:25
ahja soso aber keine news mehr zur bundesliga oder kino .... aber dann sowas veröffentlichen. nc
#3 -aerox-, geschrieben am 29.03.2008 12:37:46
ich find das gut. kannte zb nicht die seite studieren.de, vielelicht weil ich mich nie damit beschäftigt habe...was der artikel ja gerade anspricht
#4 simse, geschrieben am 29.03.2008 12:52:53
schöner artikel, werd mich wohl in einigen monaten auch mit dem problem befassen müssen ;)
#5 cola, geschrieben am 29.03.2008 13:52:31
an alle, die sich unsicher mit der wahl sind und halbherzig etwas anfangen würden: es gibt eine gewisse liste von no-go studiengängen, die man nicht mit angezogener handbremse starten kann! das wäre reine zeitverschwendung, weils definitiv nach hinten los geht. das wären einmal mit sicherheit alle fächer, in denen mathe eine rolle spielt, und zwar besonders, wenn mathe über mehrere semester gehört werden muss. außerdem jura wegen lernaufwand, genauso medizin.
#6 sleep, geschrieben am 29.03.2008 13:55:00
kA ich schau dann doch lieber mal, dass ich demnächt mal im Lotto gewinne. :/
#7 Nisei, geschrieben am 29.03.2008 16:30:55
ich hab das ganze studiumsplatz suchen nicht betrieben. ich wusste, ich wollte in konstanz studieren, also hab ich mich da beworben und ich wurde genommen. ich hab mir keine andere uni etc. angeschaut.
#8 joker, geschrieben am 29.03.2008 17:36:15
was soll denn so ein artikel auf dieser seite? dann will ich aber auch meine bundesliga news wieder :evil: :(
#9 sleep, geschrieben am 29.03.2008 17:45:41
@nisei, die dringlichkeit der auswahl mehrer studienorte verhält sich in vielen fächern antiäquivalent zum abi schnitt ;-> je \"mehr\" abi du hast, desto weniger studienorte musst du dir aussuchen.
#10 dolbydigital, geschrieben am 29.03.2008 17:55:30
sehr sinnloser artikel auf so einer plattform. kein bezug zum esport oder mtw. da war ja der kochartikel auf kistengang besser -.-
#11 Knese, geschrieben am 29.03.2008 18:51:57
ob esportbezogen oder nicht, sind nunmal viele stundenten im esport unterwegs. mich hats interessiert, daumen hoch !
#12 , geschrieben am 29.03.2008 20:45:27
war eigentlich auch nicht schlecht zu lesen, aufjedenfall nicht sinnlos
#13 csc, geschrieben am 29.03.2008 21:45:40
Am 29.03.08 17:55 schrieb nemo^ : sehr sinnloser artikel auf so einer plattform. kein bezug zum esport oder mtw. da war ja der kochartikel auf kistengang besser -.- Kein Bezug? Was ist denn mit den letzten Abschnitt? Ich zitiere: \"Den Wenigsten ist es vergönnt, ihr Hobby zum Beruf machen zu können. Besonders wenn man ein vermeintliches Hobby wie den E-Sport pflegt. Das sogenannte Pro-Gaming dürfte wohl völlig aussichtslos sein, zumindest wenn man langfristig angelegte Planungen im Auge hat. Doch gibt es bereits viele Studiengänge und Fächerkombinationen, mit denen man das Interesse von Event-Veranstaltern, Entwicklern oder ähnlichen Beteiligten in diesem neuen Markt wecken kann. Es haben sich erst wenige, eindeutige Berufsprofile in der Sparte herausgebildet, sodass man auch mit scheinbar abwegigen Studiengängen wie etwa Germanistik den Weg in den E-Sport finden kann – eloquente Pressesprecher sind immer heiß begehrt. Naheliegender wäre eventuell Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit einer Ergänzung im Bereich Marketing oder Wirtschaftsinformatik. Damit wäre man beispielsweise für das Management interessant. Letztlich sollte man sich aber dafür entscheiden, was einem auf lange Sicht Spaß macht. Denn auch wenn das Daddeln ein schönes Hobby ist, Wirtschaftstabellen von einem Spielentwickler oder Clan haben dann selten noch etwas mit Headshots oder Bombspots zu tun.\"
#14 , geschrieben am 29.03.2008 21:49:54
sehr schöner artikel udn ich finde auch dass der irgendwie gut hierher passt, weil ich denke doch mal dass hier viele abiturienten auf dieser seite sind und eben diese interressiert sowas schon.
#15 -=[J.A.C.K.]=-, geschrieben am 29.03.2008 21:53:12
wenn ichs nich bessa wüsste müsste ich den artikel kommentiern mit verweiss auf den 1. april
1 2
Bitte einloggen
Um einen Kommentar zu verfassen Logge dich bitte ein oder erstelle einen Account
 
logo
#mTw - 360 DEGREES GAMING