Die Finals des Zockerweibchen-Cups
Rollentausch in Hamburg
Rollen-Tausch in Hamburg - Die Finals des Zockerweibchen-Cups
Am vergangenen Wochenende wurde das Finale des Zockerweibchen-Cups von der
gleichnamigen Communityseite in den Räumlichkeiten des Roccat Evolution Camps
in Hamburg ausgetragen. Wo bisher nur Akteure des deutschen Clans mTw.AMD Platz
nehmen durften und sich für Turniere und wichtige Begegnungen diverser Cups und
Ligen vorbereiteten, sollte diesmal deutlicher Frauenüberschuss vorherrschen.
An den zehn Plätzen in der frisch gestrichenen 3-Zimmer Wohnung mit Blick über
den westlichen Stadtteil Hamburgs sollte das beste Frauen-Team von den vier für
das Finale eingeladenen Mannschaften ausgespielt werden. Dank der räumlichen
Trennung, einer großen Dachterrasse und Schlaf- sowie Badezimmer, gab es keinerlei
Platzprobleme und die rund 30 Anwesenden konnten trotz der sichtbaren
Anspannung ein angenehmes Wochenende in Hamburg verbringen.
Wer jedoch nun an Kaffee-Klatsch und Kuchen denkt, irrt sich leider. Statt Schminkkoffer, Kuchen und Zickenterror standen Counter-Strike, Taktikbesprechungen und Overtimes auf der Tagesordnung. Der vermeintliche Rollentausch war jedoch gewollt und im Zuge der Ausweitung der Emanzipation auch im technischen Sinne längst überfällig. Hier geht es um das halbwegs professionelle Gaming und um ein Hobby mit Leidenschaft. Geschlechterkampf? Nein Danke!
Und so war es keine Überraschung, dass sich auch die vier anwesenden
Female-Teams (Team Alternate, KomaCrew, n!faculty und PGS) dem
verbissenen Kampfeswillen der Männer in Nichts nachstehen. „Wir sind hier her
gekommen um zu siegen, das will doch jeder" gab eine Spielerin der KomaCrew im
späteren Interview an. Ähnliches galt auch den Spielerinnen und Mitreisenden
aus Polen, die viele Autostunden auf sich nahmen, um an dem Finale des ZW-Cups
teilzunehmen. Am Ende sollte es nur für den vierten und somit letzten Platz
reichen - Spaß hat es ihnen dennoch gemacht. Aber es kann eben nur einer
gewinnen. Dafür wurde heftig diskutiert und auf dem Servr gekämpft. Mit lauten
Anfeuerungen wie „Leute, ihr müsst aggressiver spielen" und energischen
Kommandos trieben sich die Teammitglieder während der Begegnungen und
entscheidenden Runden an. Der Sieg im Cup sollte sich auch lohnen, so gab es
für den Sieger fünf Komplett-Systeme im Wert von insgesamt 10.000 Euro. Da
liegt es auf der Hand, dass kein Team unmotiviert oder um Urlaub zu machen nach
Hamburg reiste. 
Die Folgen des Siegeswillens und Eifers durfte das Team von n!Faculty bereits vor dem Start des Turniers zu spüren bekommen. Aufgrund einer vermeintlich ungünstigen und wohl dennoch richtigen Regel bedurfte der Einsatz der neuen Spielerin SheeVa, die im Turnier bereits für eine andere Mannschaft aktiv war, der Zustimmung aller Beteiligten. Der Clan KomaCrew sprach sich jedoch aus Gründen des Wettbewerbs gegen diese Spielerin aus, so dass n!faculty ohne jenen Neuzugang auskommen musste. Und auch cutie, die 6. Spielerin in Team, erschien gar nicht erst. Als Resultat durfte Team-Orga Dely, die, wie sie selbst zu gab, während des Trainingslagers nur „Erdbeeren schnitt" und „keine einzige Taktik kannte", zur Maus greifen und als Ersatz einspringen. Der geübten Studentin aus Köln war das Spiel natürlich nicht neu und konnte sich über das ganze Wochenende beachtlich schlagen und bekam sogar noch einige Geschenke der Mitspieler. „Sie ließen mich öfters die Bombe defusen, damit meine Statistiken nicht so schlecht aussehen" gestand Dely nachher mit einem Grinsen.
Genützt haben diese Bonbons jedoch leider nicht. Im Finale gegen das schier perfekt vorbereitete Frauen-Team des bekannten Hardware-Vertriebs Alternate konnte n! zwar bis zur letzten Sekunde mithalten, verlor jedoch in der dritten Overtime schließlich doch die entscheidende Runde und somit das Finale. Team Alternate feierte den Sieg mit einem lauten Geschrei - und der Kameramann freute sich über die perfekte Einstellung für das Video. Tränen flossen keine, denn auch hier war die geschlechtliche Angleichung bereits vollzogen. Stattdessen gab es beim gemeinsamen Grillen auf der großen Dachterrasse mit Blick in den nächtlichen Abendhimmel über den Dächern Hamburgs reichlich zu plaudern; Und spätestens beim Gruppen-Foto sah man auch bei den Verlierern ein Lächeln im Gesicht. Eigentlich gab es auch gar keinen Verlierer, denn gewonnen haben alle - entweder an Erfahrung oder bei einem angenehmen Wochenende in Hamburg mit vollem Programm und reichlich Essen, zubereitet vom ganztätig anwesenden Koch. Auch die kistenweise vorrätige, neue Redbull-Cola konnte das Event sprichwörtlich versüßen.
Weiter zu Seite 2 - Interview mit n!Lunatic
Interview mit Jennifer "Lunatic" Löhr von n!Faculty:
Am Rande des Events konnten wir mit der Spielern Jennifer aka Lunatic vom Clan n!Faculty ein kurzes Interview führen zu den Ereignissen und auch dem Event als solchen.
Wieso durfte SheeVa nicht für euch spielen bzw. inwieweit machte sich
der Einsatz von Dely bemerkbar?
n!Lunatic: „Seit Kurzem erst hat sich unser Team mit SheeVa
vervollständigt. Im Zockerweibchen Cup hatte sie zuvor bei maedchenblu.t ein
Match in der Gruppenphase mitgespielt. Nun gab es leider die Regel, dass
Spielerinnen, die schon in einem Team gespielt haben und im laufenden Cup und ihr
Team wechseln, gesperrt sind. Wenn wir gegen diese Regel verstoßen wollen,
braucht man das Einverständnis aller Finalteilnehmer. Team Alternate und D-Link.PGS hatten damit kein Problem, wenn wir unsere neue 5te einsetzen würden.
KomaCrew hingegen sprach sich dagegen aus. Eine Spielerin von Ihnen erklärte
uns, wir würden nur mit SheeVa spielen wollen, um gewinnen zu können. Sie
rechneten sich so bessere Chancen aus gegen uns zu dominieren. In meinen
Augen ist das mehr als unsportlich. KomaCrew galt immer als ein professioneller
Clan, hiermit haben sie mir das Gegenteil bewiesen. Nachgedacht haben die
Spielerinnen anscheinend aber auch nicht. Somit hätten wir mit unserer
Ersatzspielerin antreten müssen, mit der wir schon einige Zeit gespielt haben und
internationale Größen schlagen konnten. Vor Ort lies uns allerdings unsere 6te
Spielerin in Stich und kam nicht! Auf einen solchen Event sich so was zu
erlauben, dazu fehlen mir echt die Worte. Wie wir uns gefühlt haben, kann sich
sicher jeder denken. Glücklicherweise durfte aber unsere Orgarin Dely
einspringen. Inwieweit sich das bemerkbar machte? Das sind sehr große Unterschiede
mit jemanden zu spielen, der nicht eine Taktik von uns kennt und auch nicht auf
unserem Level spielt. Unser Spielverhalten war ganz anders als sonst: Viele
unsichere und improvisierte „Taktiken". Trotzdem hätten wir es ohne Dely nie
auf den 2ten Platz geschafft! Sie hat sich sehr tapfer geschlagen. Danke an
dieser Stelle!"
Wie verlief das Event
für euch im Ganzen?
n!Lunatic: „Durch unser Handicap waren wir natürlich sehr
aufgebracht. Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen, und konnten durch
diese Erfahrung einiges dazulernen. Unser Team hat sich richtig gut zusammengeschweißt, und wir verstehen uns noch besser als vorher!! Das Ganze lässt mit
SheeVa auf eine erfolgreiche und schöne Zukunft blicken. Wir haben starke Leistungen
gezeigt und ein Overallfinale mit 23:25 hab ich vorher auch noch nie erlebt. Da
macht das Zocken wieder richtig, richtig Spaß! Das Event war somit für uns
trotzdem schön und hat sich auch gelohnt.
Es wäre aber natürlich
schöner gewesen, solch eine Erfahrung nicht auf einem Event zu machen, auf dem es wirklich um
was geht (grinst)."
Wie wichtig sind
Freundschaft und die zwischenmenschlichen Beziehungen für ein erfolgreiches
Team und generell in der "Female-Community"?
n!Lunatic: „Bei einem Femaleteam ist so was sehr, sehr wichtig,
wenn nicht sogar das Wichtigste, um erfolgreich spielen zu können. Wieso das so
ist, kann ich auch nicht wirklich erklären. Bei den Maleteams hab ich eher das
Gefühl, das sie das gut trennen können, was Ingame angeht und Freundschaft. Wenn
zwei Females in einem Match aneinander geraten, würden sie nie danach noch
normal miteinander reden. Da gibt es natürlich wieder Ausnahmen, aber davon
wirklich nur sehr wenige. Wenn es zwischenmenschlich nicht stimmt, braucht man
erst gar nicht versuchen Ingame miteinander auszukommen. Die Erfahrung
mussten wir auch schon machen."
Wie gefiel dir die
Organisation bzw. das Roccat Evolution Camp als Austragungsort?
n!Lunatic: „Die Organisation war 1a! Es gab zwar Verzögerungen,
doch das ist überall so. Die Verpflegung war super, die Stimmung noch besser!
Die Admins und alle, die zur Cup Organisation beigetragen haben, dürfen sich
dafür auch ruhig mal auf die eigene Schulter klopfen! Das Roccat Evocamp hatte
schöne Räumlichkeiten und war richtig gemütlich. Für solch ein Event nach
meinen Geschmack doch etwas zu klein, aber für Bootcamps ist es wiederum
perfekt. Hätten wir kein eigenes Vereinsheim, würde ich sicher dieses Camp
allen anderen vorziehen (lacht)."
Weitere Fotos: Gallery
, geschrieben am 04.07.2008 07:43:27
















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