Autor: geschrieben am Samstag 01.11.2008 um 14:33 Uhr

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Das Geld ist sicher, oder?

Nicht das 700-Milliarden Paket in den USA, das „500 Milliarden Paket" von Bundeskanzlerin Angela „Angi" Merkel, und die diversen „Verstaatlichungen" von zahlungsunfähigen Banken verdeutlichen die verheerende Lage. Es bricht ein Kartenhaus zusammen, dass sich in den letzten 20 Jahren (oder gar länger) aufgebaut hat. Ungedeckte Kredite und „Trippel-A" Einstufungen, unrealistische Finanzierungspläne, Hypotheken und nahezu unkontrollierbare Börsenmechanismen wie die so genannten „Leerverkäufe", sind einige der Faktoren, die zur aktuellen Situation beigetragen haben.


Das Geld ist schon lange nicht sicher..

Nach dem zweiten Weltkrieg trat die USA für ein sicheres Währungs-System ein. Auf der „Bretton Woods" Konferenz am 22. Juli 1944 wurde zur Absicherung der Währungen festgelegt, dass der US-Dollar als Leitwährung in Parität zum Gold-Bestand gilt. So wurde der US-Dollar gegenüber der Unze Gold auf 35 Dollar fixiert. Ziel war es einerseits die Inflation und Abschwächung zu vermeiden und zu regulieren, anderseits aber auch einfach das Geld als solches zu legitimieren. Solange man zu einem Wert ein Gegenwert hat, besteht dieser weiterhin, geht jedoch der Gegenwert verloren, schwächt es gleichzeitig auch den Bestand auf der anderen Seite ab. Es ist das ewige Pendel.

Dieses System sollte sich jedoch angesichts der weltweiten Steigerung von der Wirtschaftskraft und Produktion der Industriestaaten als nicht mehr haltbar erweisen. Aufgrund dessen sah sich die USA unter der Führung vom Präsidenten Nixon 1971 gezwungen, diesen Pakt aufzukündigen und das US-Dollar-Gold System abzuschaffen. Dies war der eigentliche Startschuss für die Misere des Finanzmarkts.

Nicht nur in den USA wurden die Gelddruck-Maschinen angestellt und untereinander theoretische Geldpakete ausgetauscht. Diese Perversion der virtuellen Buchungen und überregionalen Finanz-Systeme nahm immer weiter zu und führte uns in das neue Jahrtausend. Mittlerweile ist ein Vielfaches an Geld im Umlauf als es eigentlich existiert und Banken leben nur noch von theoretischen Summen. Keiner blickt mehr durch. Der Spruch „Würde jeder sein Geld vom Sparbuch abholen, wäre jede Bank der Welt pleite" ist schon lange Wirklichkeit.


Viele Pleiten

Erster Höhepunkt dieses Geldsystems war die Pleite der größten US-Sparkasse ( Washington Mutal ). So sind die US-Bürger innerhalb von 1 Woche zur benannten Sparkasse gelaufen und haben ihren rechtlichen Anspruch (= auf ihr verbuchtes Geld) geltend gemacht und Bares vom Konto abgeholt. Insgesamt wurden so 9 Prozent der Einlage der Bank in dieser Zeitspanne abgeholt - Als Resultat war die Bank zahlungsunfähig und musste schließen. Diese Zahlen mögen zwar plastisch klingen, doch sollten sie zum nachdenken anregen. Übertragen auf unsere Situation bedeutet es, dass quasi jede Bank in Deutschland pleite geht, wenn bereits jeder zehnte Bürger zu seiner Bank geht und sich das Geld abholt.

Trotz Einlageschutz, EZB und vermeintlicher Stärke der deutschen Banken-Landschaft kann dieses Szenario doch irgendwie nicht angehen. Kann eine Bank wirklich Pleite gehen, wenn jeder Zehnte nur sein Geld abholt? Sollte es nicht eigentlich eher so sein, dass die Banken unser Geld zwar „parken", aber anderseits nicht in derartig unsichere Anlagen stecken (ohne unsere Erlaubnis)? Der Gedanke, dass mein Sparbuch oder auf meinem Konto angesparte Geld nicht mehr sicher ist, ist nicht schön. Und ohne nun den Schlaumeier zu spielen und Karl Marx zu zitieren, kann man dieses Geld-System doch wahrlich nicht als positiv bewerten.

Uns bleibt eigentlich nichts übrig als einerseits damit leben zu müssen, anderseits aber auch eigene Sicherheiten und einen Notfallplan aufzustellen. Ob nun einen Teil des Ersparten in Gold zu stecken oder in Gemälde oder einfach nur unter dem Kopfkissen zu verstecken, obliegt einem jeden selbst.


Umdenken ist erwünscht!

Ein Umdenken ist gefragt. Dazu zählt nicht nur Drang zur Sicherheit, vielmehr sollte das freie Finanzsystem kritisch beäugt werden. Umso schneller sich das Karussell dreht, umso mehr wird der eine oder andere verlieren. Die verschönlichten Zahlen diverser Fonds und Charts, aber auch die wohlwollenden Worte des persönlichen Bankers bei der Sparkasse sollten hinterfragt werden: Die Börse, nein das ganze Finanzsystem geht nicht nur nach oben - es kann nicht nur Gewinner geben. Man soll sich nicht blenden lassen durch die Dollar-Zeichen und alles auf eine Karte setzen, eventuell ganze Methoden und Systeme der Wirtschaft gänzlich verbieten, denn ihre Folgen sind unvorhersehbar.

Die Börse ist schon lange keine sichere Anlage mehr, das beweisen die extremen und rekordverdächtigen Schwankungen der vergangenen Wochen. Intraday-Reversal von 10 Prozent und mehr in einem Indize wie dem DAX oder Dow Jones lassen viele Herzen (und auch selbstgesetzte Stop-Los Marken) zerbrechen und die vermeintlich sichere Anlage der Großmutter ist in Windeseile ausgehebelt. Der neue Markt lässt grüßen - nie zuvor lag Millionär und Pleite innerhalb von wenigen Stunden so dicht beisammen. Und aus welchem Grund? Gier und das Gewinn-Treiben der Unternehmen und Anleger, kurzfristige Pläne und Rationalisierungsmaßnahmen von klugen Managern. Alle sahen sich auf der sonnigen Seite und investierten mehr als sie eigentlich besaßen, bis die Luftblase platzte oder zumindest die Kehrtseite der Medaille sichtbar wurde.

Aus diesem Grund ist eine wirklich sichere Strategie wünschenswert und aus den Fehlern der Jahre sollte gelernt werden. Dazu zählen langfristige und durchdachte Pläne sowie rationale Ausblicke. Wichtig ist grundsätzlich das wachsame Auge zu haben und sich von dem „alles ist gut" Weltbild zu verabschieden. Gleiches gilt für das Leben auf „Pump" - Heute kaufen, morgen zahlen darf einfach nicht sein.

Des Weiteren sollte man auch die Finger von riskanten Aktien und Börsen-Mechanismen (Optionsscheine, Zertifikate) lassen und seine Gier, die sicherlich jeder insgeheim besitzt, deutlich einschränken. Und schlussendlich auch das gesunde (nicht blinde!) Vertrauen zur Bank aufrechterhalten und nicht morgen panisch zur Bank laufen - sie könnte möglicherweise dadurch Pleite gehen und ein neues Loch aufreißen.

Nachtrag: Übrigens die Spitze des Eisbergs scheint in diesen Tagen erreicht für die deutsche Wirtschaft. Während sich die angeschlagenen Banken Stück für Stück von dem Milliarden-Rettungspaket bedienen und somit ihre Löcher langsam stopfen und die Wirtschaft in diesem Land immer weiter zum stoppen gelangt, bereichert sich das gutbürgerliche Unternehmen Porsche durch ein semi-legales System der Börse (genauer gesagt: Optionen auf Aktien von Volkswagen, die es eigentlich gar nicht gibt) um zweistellige-Milliarden Summen binnen einer Woche - die Börse ist reine Farce und der Deutsche Aktien Index um mehr als 1000 Punkte verfälscht! Durch indirekte Kursmanipulation, geschickter PR und auch einer vernebelten, eigentlich verbotenen Kaufstrategie erfolgt der größte Finanzskandal in Deutschland. Und jeder schaut zu. Noch Fragen?


Liebe Grüße,
Conrad "csc" Conrad

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#1 bond, geschrieben am 31.10.2008 03:51:46
Wenn die Banken genug liquide Mittel hätten um alle Kunden voll auszahlen zu können, wäre das das schlimmste was man sich vorstellen kann. Abgesehen vom Eigenkapital, könnten sie so keine Kredite vergeben, etc. Und letztendlich finanzieren sie sich dadurch. Dass auch einige Dummheiten gemacht werden steht außer Frage, aber letztendlich überwiegen die positiven Seiten dieser Medaille.
#2 tanja, geschrieben am 31.10.2008 13:48:52
Hoch lebe das gute alte Sparbuch :>
#3 MrIronbloed, geschrieben am 25.11.2008 20:26:28
ich frage weiterhin, wo bekommt man diese lustigen clownsnasen zum auf die brille kleben =)
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