Die World Cyber Games und ihre Underdogs
Nonames auf dem Vormarsch
Turniere wie das World Cyber Games bringen immer einen kleinen Faktor mit sich, der das gesamte Event mit dem gewissen Etwas überzieht. Insbesondere wenn Spiele zwischen David und Goliath stattfinden, deren vermeintlicher Sieger bereits feststeht, kann es doch immer wieder zu Überraschungen kommen, weswegen sich alle Beteiligten die Augen wischen, um selbigen noch trauen zu dürfen.
So wissen die Gewinner oftmals nicht, wie steigerungsfähig ihr Potenzial zum Favoritenkiller ist und sehen sich plötzlich als Sieger aus einem im Vorfeld bereits aufgegebenen Match. Der Verlierer verliert den Glauben an seinen Fähigkeiten und das Publikum versteht die Welt nicht mehr. In diesem Worten lassen sich die vergangenen Stunden der World Cyber Games, speziell in der Disziplin WarCraft III, beschreiben.
Um der Logik kein Schnippchen zu schlagen, beginnen wir von Vorn: 12:00 Uhr bei den World Cyber Games. Alle Teilnehmer, ob heute spielend oder nicht, trudeln langsam in die Halle ein, um ihren vermeintlich zu starken oder zu leichten Gegnern entgegenzutreten. Obwohl er entgegen des Zeitplans bereits um 13:00 Uhr gegen TaTap4yk antreten musste, war dies keine Herausforderung für Du Seop "mTw.AMD|WhO" Chang. Schnell zeigte er dem Nigerianer seine Grenzen auf und machte kurzen Prozess, das übliche Prozedere: Groß schlägt Klein. Dann sollte nun endlich das Topmatch der Gruppe E auf der großen WCG-Bühne ausgetragen werden: WhO gegen den Chinesen WE.Like. Die Statistik sieht unseren Vertreter mit kleinem Abstand vorn, doch wenn Zahlen und angebliche Fakten einen Spielausgang bestimmen würden, müssten die Partien gar nicht bestritten werden. Unnötige Fehler, viel Fokus von Like auf WhOs Blade Master und Sentry Wards waren das Todesurteil für einen Sieg von mTw.AMD.
Man kann dem 22-Jährigen keine Vorwürfe machen - weder wie, noch gegen wen er verloren hat. Schließlich ist Like nicht irgendjemand und auch ein WhO kann in seinem besten Matchup mal eine Niederlage einstecken. Motivierter als vor seinem Loss ging er nun an Tastatur und Maus, um allen zu zeigen, dass seine Fähigkeiten weit über denen von Spielern liegen, von denen man bis zur Gruppenauslosung wenig oder gar nichts gehört hat. mOOn-GLaDe von Revolution Gaming sollte der Prüfstein für unseren Orcspieler sein, an dem sein weiterer Verbleib im Turnier gemessen werde sollte. Niemand war sich sicher, wann das Match beginnen sollte oder ob es schon gespielt wurde, doch auf einmal erschien WarCraft III-Manager quiZZ im Pressebereich und verkündete die ernüchternde Botschaft von WhO's Untergang gegen den Australier.
Allein dieses Szenario ist ein deutlicher Indikator für die Würze dieser Veranstaltung, schließlich ist der Fall von Favoriten und der kurzzeitige oder vielleicht sogar längerfristige Aufstieg anfänglicher Underdogs das Salz in der Suppe. So musste sich auch Nightwolf von Serious Gaming einem gewissen Raspot aus Mexiko geschlagen geben. Keiner kennt ihn, doch der Status eines Nonames reicht bereits aus, um als Publikumsliebling zu brillieren. In Anbetracht der Ereignisse, die schon jetzt vorgefallen sind, bleibt zu hoffen, dass die World Cyber Games auch in den Achtelfinalpaarungen die eine oder andere Überraschung bereithalten.

















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