Autor: geschrieben am Sonntag 09.11.2008 um 12:11 Uhr

Operation: gescheitert

Operation: gescheitert

Operation: Gold gescheitert

Wer erinnert sich nicht an die Kampfansage der deutschen WCG-Organisatoren? Die World Cyber Games 2008 sollten für Deutschland zur „Operation: Gold“ werden. Dafür wurde auch viel getan: So wurde zum Beispiel das komplette deutsche Nationalteam (immerhin 40 Spieler) nach Herzogenaurach in ein Trainingscamp auf dem Konzerngelände von Hauptsponsor adidas eingeladen. Dort sollte nicht nur die Fitness gefördert werden, sondern auch die psychologische Vorbereitung der Spieler. Ein ganzes Wochenende kamen sie dort zusammen und ein Betreuerteam bestehend aus 13 Mitgliedern kümmerte sich um das Team.

1. Skandal schon vor der WCG
Doch nicht wie geplant kamen alle Spieler nach Herzogenaurach. Der deutsche Warcraft 3 Spieler Tim „HLA“ Gebel fehlte unentschuldigt und wurde somit von der Teamleitung der deutschen Nationalmannschaft aus dem Kader gestrichen. Nachrücker für ihn wurde dann Marc „yaws“ Förster.

Die Gruppenauslosung hat es in sich
Die ausgelosten Gruppen hatten es dann aber in sich für die deutschen Vertreter. Das Team Alternate kam in eine Gruppe mit den dänischen Spielern von mTw.AMD, dazu gesellte sich der Vertreter aus Kasachstan, k23. Wenn man bedenkt, dass nur zwei Teams weiterkommen, war dies schon regelrecht eine Hammergruppe. Den Stimmen aus der Community nach war man sich sicher, dass das deutsche Team ohne Problem den Einzug in die Playoffs schaffen sollte.
In Warcraft 3 sah es fast genauso aus. yaws kam in eine Gruppe mit den Topspielern Grubby, SaSe und Infi - eine regelrechte Todesgruppe. Das Weiterkommen konnte hier nicht als vorprogrammiert eingestuft werden. XlorD sollte es mit LucifroN7, RotterdaM, KiWiKaKi und FoCus aufnehmen, was auch alles andere als leicht für ihn werden sollte. S.o.K.o.L's Gegner hingegen waren eher unbekannt und so konnte man schon fast von einem sicheren Playoffs-Platz reden.
Für die deutschen FIFA-Spieler, die auf jeden Fall zu den Medaillenhoffnungen gehörten, waren die Gruppenauslosung sogar recht erfolgreich. Alle bekamen eine machbare Gruppe und höchstens einen weiteren Favoriten in ihre Gruppe gelost.
Die deutschen Starcraft-Spieler konnten auch sehr mit ihren Gruppen zufrieden sein. Mondragon und HoRRoR fanden sich in einfachen Gruppen wieder, wo das Weiterkommen natürlich als Minimalziel galt. Für Jogy sah es dann schon anders aus.
Zu den anderen Spielen kann ich nun nicht wirklich viel sagen, da Spiele wie Carom 3D, NfS: Pro Street, AoE: The Asian Dynasties oder Guitar Hero 3 einfach nicht mein Fachgebiet sind. Trotzdem galt immerhin noch das Motto: „Operation: Gold“. Es galt, die letztjährige Statistik von einer Gold, einer Silber und drei Bronzemedaillen aufzubessern.

Die Gruppenspiele bringen Ernüchterung
Als dann am Donnerstag die Spiele begannen, konnte man eigentlich ein Grinsen auf jedem Gesicht eines Esportlers sehen. Endlich mal wieder ein internationales Event in Deutschland, dazu noch ein so wichtiges. Doch was dann in der Gruppenphase passierte, konnte sich keiner erklären. Größte Überraschung war wohl das Ausscheiden von Team Alternate. Insgesamt 16 Spieler (unter anderem das 5-köpfige Counterstrike-Team) flogen in der Gruppenphase aus dem Turnier. Doch nicht alles kann man direkt so schlecht sehen: yaws zum Beispiel schied erst nach einem Tie-Breaker mit Grubby und SaSe aus. XlorD schaffte die eigentliche Sensation nachdem er schon so gut wie ausgeschieden war. Im letzten Spiel machte er doch noch den 2. Platz perfekt und zog in die Playoffs ein.

Das Aus in den Playoffs
Ganz hart erwischte es in den Playoffs die deutschen FIFA-Spieler. Zwei der drei Spieler, Era und Chocoyote, flogen direkt in der ersten Runde aus dem Turnier. Ihr Partner bvbstar folgte ihnen in der 2. Runde. Die Medaillenhoffnungen schlechthin waren somit aus dem Rennen, doch damit waren sie nicht allein. Auch der deutsche NfS-Fahrer Niklas "Sliver" Timmermann, der als Favorit galt, musste früh in der zweiten Runde die Segel streichen. Sein Mitstreiter b0unce verlor sogar schon in der ersten Runde. Ebenso die deutschen Starcraft-Spieler Mondragon und HoRRoR. Beide schieden im Gleichschritt in der ersten Runde der Playoffs aus. In Carom 3D flog der deutsche Vertreter im Halbfinale aus dem Turnier, wobei man dazu sagen muss, dass das Halbfinale gleichzeitig die erste Runde der Playoffs war. Das Spiel um Platz 3 konnte er jedoch auch nicht gewinnen. Insgesamt flogen von den verbliebenen Spielern 15 (darunter das 4-köpfige Halo-3 Team) in der ersten Runde aus den Playoffs, 5 weitere folgten in der 2. Runde. Aufgrund der Konstellationen in einigen Turnerbäumen war jedoch die 2. Runde schon das Halbfinale, wodurch 4 der 5 Spieler im Spiel um Platz 3 landeten. Von diesen verloren drei ihr Spiel, einer gewann Bronze und ein Spiel muss noch ausgespielt werden (Virtua Fighter 5 Online). In Asphalt 4: Elite Racing haben die Playoffs noch gar nicht begonnen, auch hier ist noch eine Medallie in greifbarer Nähe, da die Playoffs direkt mit dem Halbfinale beginnen.

Die Medaillen
Der erfolgreichste Bereich für die Deutschen ist auf jeden Fall Command & Conquer 3: Kane's Rache gewesen. Mit drei Spielern stand man im Halbfinale, zwei schafften es ins Finale wodurch Gold und Silber schon mal sicher waren. Der sonst so gute Xeon verpasste jedoch die Bronzemedaille. Nichtsdestotrotz gratulieren wir Dackel zu Gold und Heckenheinrich zu Silber. Ebenfalls Bronze erlangte der Age of Empires Spieler TheDemon.


Zwei Medaillenhoffnungen verbleiben

Die einzigen Medaillenhoffnungen sind nun noch der Asphalt 4: Elite Racing Fahrer neogetix und der Virtua Fighter 5 Online Kämpfer stprock. Eine Verbesserung der letztjährigen Statistik ist also nicht sehr wahrscheinlich und auch die Ausbeute der gesammelten Medaillen könnte nicht mehr höher ausfallen. Im Moment sieht sie wie folgt aus: 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze. Wenn man dazu den Aufwand sieht, der dahinter steckt mit den Mentalcoaches, Fitnesstrainer und den Mannschaftsärzten, muss man sich wirklich fragen, ob sich dieser gelohnt hat.

Dies macht 3 Medaillen für 38 Spieler. Ein bisschen knapp für eine „Operation : Gold“ oder, Herr von Treichelt?

Bilder von: www.readmore.de

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