Die ESL schmeißt alles durcheinander
Ungewöhnlicher Samstag
Wir schreiben den 06.12.2008. Jener Samstag, der sich zu einem äußerst ungewöhnlichen entwickelte. Die zeitlichen Veränderungen der Electronic Sports League warfen die durchdachten Pläne der Mehrheit hier über den Haufen.
Guild Wars - der Publikumsmagnet?
Die Spiele wurden annähernd pünktlich eingeläutet und so stand dem ersten Highlight TBH gegen mouz nichts im Wege. Unzählige Esport-Fans und Allgemeinbegeisterte schießen durch die Eingangshallen um langersehnte Duell auf den Finals zu begutachten. Es dauerte nicht lange, da verschwanden urplötzlich auch die letzen blau-weiß rautierten Lockenköpfe aus den eigentlich vollgestopften Zuschauermengen. Aber wieso? Pre kündigte überwiegend unwissend die Guild Wars EMS Partie an, wobei der Optimismus selbst seinerseits sich in Grenzen hielt. Ansatzweise in Sekundenschnelle leerte sich die Halle, wie bei einem Feueralarm. Was blieb, waren knapp zehn Männlein und Weiblein im eigens abgetrennten Guild Wars Bereich. Was jedoch die Gemüter der Allgemeinheit noch mehr erhitzte, war die Tatsache, dass durch jenes publikumsunfreundliche „Bühnenmatch" sich die anderen Matches um Einiges gedulden müssen. Nichtsdestotrotz lag es im Sinne des Initiators der zweitägigen Finals, dass eine überwiegend nicht-deutschsprachige Begegnung den doch so knackigen Zeitplan über den Haufen wirft?
Neues Konzept, neue Ablenkungen
Um beim neuen Konzept zu bleiben, untersuchen wir doch einmal die allgemeinen Folgen der Umstrukturierung. „Wir erhoffen uns durch den neuen Zeitplan, knackige und spannendere Finalspiele in Köln", beschwichtigte Sebastian ‚Bashi‘ Weisshaar in der am späten Nachmittag stattfindenden Pressekonferenz der ESL. Jetzt kann man bereits sagen, dass die Änderungen zwiespältige Konsequenzen nach sich ziehen. „Sind bei FIFA nur zwei Teams dabei? Seh‘ zum ersten mal FIFA und das hier ist ja das Finale.", erläuterte mir ein Zuschauer inmitten der Menge. Es gibt hier schlichtweg viel zu viele Attraktionen. So lenkt eine kleine Leinwand der „Nicht-Bühnenmatches" von den moderierten Partien auf der Bühne in der Tat ab. Auch die ständigen Promotionaktionen der hier anwesenden Firmen verleiten ab und an dazu, vom Wesentlichen abzuschweifen. Aufgrund der noch enger aneinandergereihten Spiele hat man nahezu keine Zeit, sich zwischendrin den Nebensächlichkeiten anzunehmen. Insofern hat der veränderte Zeitplan seine Vor- und Nachteile. Inwieweit sich diese differenzieren, kann man erst am Ende des Sonntags bewerkstelligen.
Pressekonferenz mit mildem Vorgeschmack
„Alle Jahre wieder, kommt der Bashi wieder"! Die Pressekonferenz der ESL wurde am Samstag Spätnachmittag mit großem Publikum und Interessenten heimgesucht. David ‚Affentod‘ Hiltsccher leitete das Spektakel mit einem Zitat ein. „Wie ihr alle mitbekommen habt, fand vorhin in eurer Arbeitsstätte die Eltern LAN statt und ich kann bereits jetzt sagen, dass wir auch nächste Saison wieder einige veranstalten werden." Ebenso wird man verstärkt auf die Schulmeisterschaften setzen, die in der Vergangenheit, Affentod zufolge, mehr und mehr an Beliebtheit gewannen.
Mit der nationalen Entwicklung räumte die ESL ein, nur noch wenige Registrierungen erhalten zu haben. Ebenso bekannte man sich dazu, dass man sich DotA definitiv zu spät annahm und sich dadurch spezialisierten Ligen gegenüber einen gewissen Nachteil verschaffte. Unter Anderem möchte Affentod das Wachstum der Call of Duty Community nicht außer Acht lassen, die seinen Aussagen gemäß besser als alle anderen Bereich gereift ist. Anknüpfend dazu schaltete sich Sebastian Weishaar wieder ins Gespräch ein und rechtfertigte überwiegend die Prioritäten der Pro-Bereiche im Ausland, die sich nun über ganz Europa erstrecken.
Die drei Herren der ESL und Turtle Entertainment zusammen mit etlichen Szeneredakteuren sowohl die Evaluation der Extreme Master, als auch die der WC3l. Die „Champions League", so Affentod, solle weiterhin Bestand haben und noch mehr an Attraktivität gewinnen. In Zukunft entspricht das einem gleichbleibendem Preisgeld im nationalen EPS Betrieb und ansteigenden Entlohnung auf internationaler Ebene, zumindest in Counter-Strike. WC3L hingegen wird sich einigen Schönheitsoperationen unterziehen müssen; detailiert bedeutet das ein unverändertes Preisgeld, jedoch nicht dasselbe Spielsystem.
Eine lange Nacht
Der harte Esport-Fan kennt es ja bereits von unzähligen Veranstaltungen. Stunde um Stunde vergeht, bis endlich die erarbeiteten Pläne in die Tat umgesetzt werden können. So verspätete sich die Counter-Strike Begegnung auf der Bühne, gleichermaßen wie die CS:Source Partie nebenan. Unruhe kommt jedoch nirgends auf, denn der obligatorische Unterhaltungsfaktor schlug wieder zu. „T-SHIRTS", „T-SHIRTS!!" hallte es von der Mainstage, was den CS:Source Spielern in der Tat missfällt. Die Kommunikation fiel gänzlich auf Eis, denn außer dem Raffle-Rummel übertrag das Voice-Programm nichts. Bomk sicherte sich von Anfang an Überzahlsituationen, die ihnen letztendlich verhalfen, ziemlich verdient nach drei Maps, vielen Strapazen und endlosen Gerüchten Platz 3 einzufahren. Hoorai enttäuschte einmal mehr auf dem Saisonabschluss und wird so in der nächsten Season wahrscheinlich nicht in dieser Konstellation auflaufen. Zeitgleich mit dem Ende des Counter-Strike: Source Matches und dem Jubel der fünf bomk Spieler ertönte ein unfassbares Raunen aus der Zuschauermenge des Bühnenspiels, wo sich Alternate und n!faculty derweil mit den Pistolen in der ersten Runde duellierten. Bis 02:30 Uhr kämpften Beide um den Einzug ins Finale, wobei Alternate erneut eine Niederlage einstecken musste und nur wenige Stunden Später, am Sonntag Nachmittag, im Spiel um Platz 3 gegen TBH antritt.
Sonntags finden die abschließenden Platzierungsspiele statt. In den frühen Abendstunden schließen die Pforten des EXPO XXI, ferner findet die Season 13 dann ihr Ende.

















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