Autor: geschrieben am Dienstag 09.12.2008 um 13:26 Uhr

WarCraft 3

Der Untergang eines Kriegers

Echo Isles – Falsche Taktik?

Die erste Map im Zuge des Spieles um den dritten Platz lautete Echo Isles. Der Anfang des Spieles unterscheidet sich nicht groß von einem standardmäßigen Orc gegen Undead Match. Während Eric sich für den Blademaster entscheidet, setzt HasuObs auf die altbekannte „Ritter mit Spinnen“ Combo. Auch bei der Creeproute gehen die beiden keine Kompromisse ein. Der Orc Spieler säubert zuerst die beiden grünen Spots neben seiner Basis und legt dann am Market Place in der Mitte der Map den großen, blauen Oger, wodurch er eine große Mana Potion ergattern kann. Zuschätzlich kauft er sich noch eine Claws of Attack, um im bald anstehenden Kampf mehr Schaden austeilen zu können. HasuObs entscheidet sich für eine südlich gelegene Route und creept nach dem grünen Spot unterhalb seiner Basis die Natural, um schnell auf Level 3 aufsteigen zu können, welches gerade für die untoten Helden ein sehr wichtiges Level darstellt. Am Goblin Shop kommt es dann schließlich zum ersten Aufeinandertreffen zwischen den beiden Spielern, welches nach einigen hin und her und ohne Verluste auf beiden Seiten damit ausgeht, dass der mousesports Spieler den Level 5 Oger mit einer Coil abstauben kann und anschließend nach Hause flüchtet. Trotz den Boots of Speed gelingt es nicht, auch nur eine der fliehenden Fiends zu töten.

Auf Tier 2 angekommen entscheidet sich der Hordenführer für den Shadow Hunter als zweiten Helden, welcher sich im Hinblick auf die letzten Monate gegen die große Kuh als Unterstützer des Klingenmeisters durchsetzen konnte. Eric entscheidet sich nun für eine sehr riskante Strategie: Mit gerade einmal 40 Pop zieht er direkt eine Expansion hoch und hat nun einen vermeintlichen Nachteil gegenüber den Untotenspieler, da ihm nun wichtiges Gold für weitere Einheiten fehlt. Nur zwei Minuten später treffen die beiden Armeen wieder aufeinander und dieses Mal ist es der Orcspieler, welcher den Rückzug antreten muss, da ihm aufgrund der Expansion einfach lebensnotwendige Einheiten fehlen.

Schließlich schafft es der frischgebackene Neuzugang bei mTw dann doch irgendwie, seinen Gegner zurückzudrängen. Doch dieser hat bereits Erics zweite Goldquelle gesichtet und macht sich nach einen kurzem Abstecher mitsamt dem Pitlord als dritten Helden direkt auf zur Expansion. Der Orc Spieler bemüht sich mit allen sichtbaren Kräften, kann jedoch den Undead einfach nicht vertreiben. Nach mehreren Minuten fällt schließlich der Shadow Hunter und Eric verlässt mit einem „gg“ das Spiel. Man merkte während dieses Fights deutlich, dass Eric mit seiner Maus zu kämpfen hatte: Die Sammelpunkte seiner Gebäude waren völlig falsch gesetzt, indem er anscheinend nur wenige Millimeter neben das Heldensymbol am oberen linken Bildschirmrand geklickt hatte und man sah auch deutlich, dass jeder Klick für den Grünhäuter eine Herausforderung darstellte.

Doch auch abseits von den Mausproblemen gibt es ein paar Dinge, die zu bemängeln sind. So sah man im ganzen Spiel lediglich einen Creepjackversuch von Eric mit seinem Blademaster, der allerdings ohne Erfolg für den Orcspieler verlief. Dadurch verlor HasuObs im gesamten Early Game keine einzige Fiend und konnte außerdem ungestört creepen – so etwas darf einfach nicht sein. Ein weiterer Punkt ist der Unitmix von Eric, welcher nicht gerade optimal für den letzten Kampf an seiner Expansion war. Die beiden Kodos liefen unglücklich nach vorne und wurden schnell aus dem Spiel genommen. Auch der einzige Spirit Walker starb schnell durch einen Fokus und Eric fehlte damit das wichtige Dispell gegen den Frostschild des Lichs und des Howl of Terror des Pitlords. Auch der Dust fehlte dem Anführer der Horde, wodurch sein Gegner so gut wie jede Fiend einfach eingraben konnte, wenn sich ihre Lebenspunktezahl dem roten Bereich näherte. Letzten Endes ist es der Expansion zu verdanken, dass Eric nicht schon früher das Spiel verloren hat.

Twisted Meadows – Warum ein Undead keine Expansion haben sollte

Die zweite Map im Bunde lautet Twisted Meadows, für die sich HasuObs vor dem Match entschieden hatte. Eric startet auf der zwei Uhr Position, HasuObs auf fünf Uhr. Schon am Anfang zeichnet sich ab, dass Eric aus dem vorigen Spiel gelernt hat, denn dieses Mal geht  er von Anfang an aggressiver vor. Allerdings verliert er in einem unachtsamen Moment durch einen Surround einen Grunt. Und wie jeder Kenner weiß, können ein oder zwei Grunts weniger einem Orc schnell einen nicht ignorierbaren Nachteil verschaffen.

Auch dieses Mal entscheidet sich der mTw Spieler für den Shadow Hunter als zweiten Helden und eine frühe Expansion. Doch dann heißt es zum ersten Mal in diesem Spiel Luft anhalten: Am Goblin Shop gelingt HasuObs ein böser Creepjack und nur durch einen knappen Herofocus kann der Orc Spieler sich aus dieser Situation retten. Allerdings weiß sein Gegner nun um das zweite sich im Bau befindende Haupthaus. Doch er entscheidet sich erst einmal dazu, seinen Helden zu leveln und lässt die Expansion unangetastet. Nur nach wenigen Minuten kommt es durch ein Aufeinandertreffen erneut zum Kampf, aus dem Eric wieder als Sieger hervorgehen kann. Anschließend entscheidet sich der Geißelführer für eine Inselexpansion, während Eric den oberen Teil der Karte von den Monstern säubert. Ein folgender Angriff auf die Basis des Orcs endet schneller als gewollt und der Untote muss sich bereits nach einem gekickten Burrow nach Hause teleportieren. Eric nutzt die Chance und holt sich einen Zeppelin, da er die Insel Expansion seines Gegners wittert. Zu diesem Zeitpunkt ist die grüne Armee bereits um 19 Nahrungseinheiten größer als die seines Gegners. Auf der anderen Seite hat der Death Knight von Hasu bereits das fünfte Level erreicht, was ihn zu einer wahren Tötungsmaschine mutieren lässt.

Mit dem Klingenmeister setzt Eric zur Expansion des Undeads hinüber, muss aber schon bald das Town Portal zünden, da sein Zeppelin durch ein geschicktes Platzieren einer Spinne zerstört wird. Der mousesports Spieler entscheidet sich nach einem gecreepten Spot, welcher seinen Lich ebenfalls auf Level 5 beförderte dazu, erneut die Basis des Orcs anzugreifen. Schneller als Eric sich teleportieren kann, ist es HasuObs möglich, alle Burrows abzureißen, da Eric noch nicht das Burrow Upgrade erforscht hat. Diese Aktion wirft ihn ein ganzes Stück zurück, da ihm nur noch die Peons an der Expansion geblieben sind, mit denen er nun die ganzen Nahrungsgebäude neu errichten muss. Da bringt ihm auch die vor kurzem fertig gebaute zweite Expansion keinen Vorteil.

Dann kommt es zum spielentscheidenden Punkt: Eric sichtet mit seinem Blademaster die zweite Expansion von HasuObs und kann diese auch vorzeitig verhindern. Allerdings ist der Untote sofort zur Stelle, um den Blademaster zu vertreiben. Dieser entkommt trotz zwei Frostwyrms auch noch – um dann nur wenige Sekunden später wieder in die Undead Army zurückzurennen, wodurch er seinen Level 5 Blademaster verliert. Ob es ein Missklick aufgrund seiner Mausprobleme war oder ob Eric in diesem Moment geistig nicht ganz bei der Sache war, lässt sich nicht sagen. Durch diesen Fehler ist jedoch seine restliche Armee abgeschnitten und kann sich nicht nach Hause teleportieren, da der Blademaster das einzige Town Portal besaß. So bleibt dem Grünhäuter nichts anderes übrig, als zu Fuß zur Taverne zu flüchten, wodurch er einfach zu viele Einheiten verliert, um im letzten Fight, welcher deutlich von den beiden hohen untoten Helden dominiert wird, dann doch noch das Spiel abgeben zu müssen. Wahrscheinlich hätte das Spiel eine ganz andere Wendung genommen, wenn Eric die Insel Expansion hätte zerstören können oder stattdessen die Basis des Untoten mit seinem enormen Supply Vorteil angegriffen hätte. Letztlich verlor er das Spiel dann einzig durch den sehr ungeschickten Verlust seines ersten Helden.

Secret Valley - „Das hättest du locker runterspielen müssen“

Als nächste Map entschied sich Eric für Secret Valley. Der Druck auf ihm ist nun groß, denn zum einen ist er um 1000 Euro ärmer, wenn er dieses Spiel verliert und zum anderen machen ihm seine Mausprobleme immer noch zu schaffen. Das macht sich bereits am Anfang bemerkbar, denn Eric pausiert bereits nach wenigen Sekunden das Spiel und versucht noch ein letztes Mal, die Sensibilität irgendwie in den gewünschten Bereich zu bringen – erfolglos. So nimmt das Early Game seinen gewohnten Lauf, mit dem einzigen Unterschied, dass sich der Grünhäuter dieses Mal für den Tauren Chieftain als zweiten Helden entscheidet.

Doch nun läuft es um einiges besser als in den beiden Spielen davor. Die Tier 2 Expansion bekommt der Hordenführer ohne Probleme hochgezogen und auch in den Fights gelingt es ihm immer wieder, seinen Gegner in die Ecke zu treiben. Durch einen geschickten Creepjack kann er ihn sogar zum Town Portal zwingen. Alles Zeichen deuten nun auf einen möglichen Sieg seitens des mTw Spielers hin. Das zweite Goldhort läuft und auch die Armee von Trollen und Orcs ist die der untoten Wesen deutlich überlegen. Dank eines guten Timings kann er HasuObs daraufhin noch einmal zum Teleportieren zwingen, während dieser eigentlich gerade den roten Spot neben seiner Basis creepen wollte.

Nun entscheidet sich Eric allerdings wieder falsch. Wie im vorigen Spiel gibt er HasuObs die Möglichkeit, dass dieser alle Nahrungsgebäude des Orcs abreißen kann. Auf der anderen Seite schafft der Spieler von mTw es zwar, das Hauptgebäude des Untoten einzureißen, jedoch brachte ihm die Aktion keinerlei Vorteil, im Gegenteil, er verlor sogar eindeutig zu viel Supply dabei, wodurch der Vorteil der Expansion wieder zunichte gemacht wurde.

Erics einzige Chance besteht nun darin, den Undead sofort außer Gefecht zu setzen. Es kommt zum entscheidenden Fight und wie schon im zweiten Spiel verliert Eric in einem Moment der Unachtsamkeit seinen Blademaster. Sichtlich fertig mit den Nerven versucht er noch verzweifelt, irgendwie den Death Knight zu kicken, welcher allerdings immer knapp entkam, was HasuObs nach dem Spiel auch selber als Glück einstufte.

Schließlich stirbt auch der Tauren Chieftain. Eric versucht es noch ein letztes Mal, indem er sich beide Helden an der Taverne zurückkauft, kann aber gegen die Destroyer und Helden des Untoten nichts ausrichten und verlässt mit einem „gg gratz“ das Spiel.

Was noch zu sagen bleibt...

Es ist nicht abzustreiten, dass Eric das zweite und dritte Spiel wegen eines unglücklichen Fehlers verloren hat. Im letzten Spiel hat er dann einfach die Konzentration verloren, was wegen der Probleme mit seiner Maus auch verständlich ist. Da ist es auch erlaubt, wenn Eric nach dem Spiel erst einmal seinen Emotionen freien Lauf lässt. Erst nach einigen Minuten traut sich sein Gegner zu ihm hinüber und kommentiert das dritte Spiel nach einem kurzen Gespräch mit „das hättest du einfach locker runterspielen müssen“.

Auch an den Emotionen an sich ist nichts Verwerfliches zu sehen. Im „realen Sport“, besonders im Fußball, ist es Gang und Gäbe, dass die Spieler nach Niederlagen oder Siegen ihre Emotionen zeigen, was den Wettbewerb gerade so lebendig und faszinierend erscheinend lässt. Warum sollte es so etwas im eSport also nicht auch geben? Und, mal ehrlich: Jeder wird nun wohl zugeben, dass Menschen wie der compLexity Manager Jason Lake viel mehr Leben in den eSport bringen als monotone Koreaner oder Chinesen, die sich nach dem Turniersieg erst einmal das Replay anschauen. Eric hat an diesem Wochenende trotz nur einer gewonnen Map teilweise sehr stark aufgespielt und jeder, der live mit dabei war oder sich zumindest im Nachhinein die Replays angeschaut hat, kann dies bestätigen. Von einem „Rape“ im Spiel gegen HasuObs zu sprechen wäre also lächerlich, denn Eric hat an diesem Wochenende bewiesen, dass er zu Recht an den Finals teilgenommen hat, auch wenn er im Endeffekt nur Vierter wurde.

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#1 , geschrieben am 08.12.2008 18:08:21
Und Eric sollte damit gezeigt haben, dass etwaige MH-Verdächtigungen unberechtigt waren. Cheer ;)
#2 ChiLLi, geschrieben am 08.12.2008 18:18:33
seggsie redakteur!
#3 FX-N1NJA, geschrieben am 08.12.2008 18:48:15
ma guggn wie er das nächste mal spielt ;)
#4 gsg1, geschrieben am 09.12.2008 16:07:54
Es fängt schon an mit „Ritter mit Spinnen“. Das sind keine Spinnen, denn Spinnen haben 8 Beine, Fiends (oder wenn du schon auf deutsch machst, Gruftbestien) haben nur 6 Beine. Da dachte ich mir nur, naja schlechter Witz. Aber das zieht sich ja durch den ganzen Text, hab das Gefühl es schreibt jemand über Warcraft, der keine Ahnung vom Spiel hat. Nicht wegen dem Inhalt sondern der Sprache. Das fande ich so unglaublich nervig, dass ich nach dem ersten Spiel aufgehört habe zu lesen. Sehr schade, war inhaltlich interessant, aber denk doch bitte mal über eine Lesergerechte Sprache nach und nicht sowas. MfG
#5 LoVeR., geschrieben am 10.12.2008 17:18:49
darf er etwa nicht irnonie mit in den Text bringen? sowas sollte man denke ich auch mal verstehen können.... Top Artikel! Cheer!
#6 |Marth, geschrieben am 12.12.2008 19:28:02
Wer sagt denn, dass Spinnen 8 Beine haben müssen? ;) Ich habe in diesem Artikel lediglich versucht, etwas mit den Begriffen zu experimentieren. Ich kann ja auch schlecht 20 mal im Text "Fiend" schreiben, das würde dann ja irgendwann langweilig und monoton klingen.. Natürlich erwarte ich nicht, dass jedem dieser Mix aus deutschen und englischen Begriffen jedem gefällt.
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