Rückblick Teil 1
EPS Season XIII
Am Sonntag endeten in Köln die Finals der 13. ESL Pro
Series - höchste Zeit, die Saison nochmal Revue passieren zu lassen. Und wenn man auf die Abschlussplatzierungen blickt, so stellt man schnell fest,
dass es nur wenige große Überraschungen gegeben hat, eher einige kleine. Doch
auch abseits der Punktetabelle passierte so manches was erwähnenswert ist.
Mousesports: Abgebrüht und souverän
Ganz vorneweg, wie es sich für den Überflieger der Saison gehört: Die Jungs von mousesports haben diese Saison wohl von allen Teams am meisten beeindruckt, gerade einmal eine Niederlage und ein Unentschieden musste man einstecken. Die Entscheidung des Managements, das Team mit identischem Lineup eine weitere Saison spielen zu lassen, war goldrichtig: Knapp ein Jahr hat es gebraucht bis man sich fand, um dann in den letzten Monaten national wie international regelrechte Durchmärsche zu feiern. Bereits vor zwei Wochen wurden die ersten Rufe laut, dass die Finals diesen Winter eine sehr einseitige Angelegenheit würden. Viele rechneten mit einer klaren Dominanz von mouz. Und trotz der Tatsache, dass es in der Geschichte der EPS bereits häufiger Befürchtungen in diese Richtungen gab, und mehrmals die Finals aufzeigten, dass sie eine Brutstätte für Favoritenstürze sind, blieb es dabei: mousesports setzte sich souverän im Halbfinale und Grand Final durch. Man darf sich also viel von ihnen für die kommenden Events und die folgende Saison erhoffen.
Team Alternate: Nicht bei alter Stärke
Nicht so überzeugend präsentierte sich Team Alternate in dieser Saison - bereits im Auftaktspiel war der Wurm drin: Aufgrund von Internetproblemen von paN mussten sie mit Stand-In gegen mTw.AMD spielen - es traf den Organisator siGGe, der zwar sein Möglichstes tat, aber der drohenden Niederlage letztendlich nichts entgegenzusetzen hatte. Ein weiterer Stolperstein war der Austausch von CHEF-KOCH am vierten Spieltag. An seiner Stelle spielte ab diesem Zeitpunkt fleks. Zwar gewann man die folgenden Spiele, allerdings sah man die Uneingespieltheit des neuen Lineups zuweilen doch recht deutlich: Gegen pod kam man z.B. nur auf ein knappes 16:14, auf den World Cyber Games traf es das Team jedoch härter. Im Endeffekt reichte es für die Finals, von alter Stärke kann man jedoch noch nicht reden, auch wenn man mousesports in einem spannenden Match ein 15:15 aufzwang. Das letzte Wochenende bestätigte diesen Eindruck - man verlor im Halbfinale verdient gegen n!faculty, welche ein starkes Spiel machten.
Team Bavarian Heaven: Auf den Finals unter ihren Möglichkeiten
Und wo immer alte Favoriten zu schwächeln beginnen, dort nehmen aufstrebende Kandidaten ihre Chance wahr. So geschehen mit Team Bavarian Heaven, welches mit einem stark veränderten Lineup in die dreizehnte Saison ging: Vom alten Team blieben lediglich roman und todi übrig, als Neuzugänge holte man sich drei erfahrene Spieler, unter anderem den „Most Improved Player" der zwölften EPS. Leider begann es für das mittlerweile komplett unbayrische Team eher ungünstig und gegen n!faculty verlor man das erste Spiel der Saison. Dennoch verließ man sich weiterhin auf die taktisch gute sowie aimstarke Spielweise, die man sich antrainiert hatte - mit Erfolg. Als einziges Team gelang es TBH, auf dem Münchner iFNG die Spieler von mousesports zu besiegen, und auch gegen Team Alternate überzeugte man mit einem deutlichen 16:4. So stark man jedoch gegen Favoriten spielte, so schwach trat man manchmal gegen vermeintlich schwächere Gegner auf. Eine Eigenschaft, die auch mTw.AMD die Saison über sehr gut lebte. Schmerzhafte Federn ließen die Jungs um roman zum Beispiel gegen Team GAMED.DE und auch gegen hoorai kam man nicht über ein Unentschieden hinaus. Die auf dem eigenen Mist gewachsenen, unnötigen Punkteverluste sorgten gegen Ende der Saison dafür, dass man nur noch rechnerisch eine Chance auf die Finals hatte - und dann kam das große Favoritensterben. Wieder einmal glänzte dort mTw.AMD im negativen Sinne, mit 5:16 unterlag man - ironischerweise - ebenfalls Team GAMED. Damit warf man sich eigenhändig von der fast sicheren Finalsplatzierung und TBH rückte nach. Geholfen hat es letztendlich nichts, denn die Nichtbayern unterlagen im Halbfinale nach einer starken Anfangsphase dem Favoriten mousesports. Ebenfalls enttäuschend war die deutliche 2:0 Niederlage im kleinen Finale gegen Team Alternate. Man hatte fast die gesamten Finals über das Gefühl, dass das Team unter seinen Möglichkeiten spielte. Dementsprechend kamen bereits Gerüchte und Gespräche über mögliche Wechsel im Team auf.
mTw.AMD: Enttäuschend - und dennoch sehr zufriedenstellend
Nachdem nun im obigen Absatz einiges über die Jungs von mTw.AMD, ebenfalls mit neuem Lineup, geschimpft wurde, kommt man nicht darum
herum, sie auch lobend zu erwähnen. Denn in der Tat traten sie im Vergleich zur
alten Saison von Anfang an sehr stark in der 13. EPS auf. Wie schon erwähnt,
besiegte man im Auftaktspiel das Team Alternate, was zum Einen mit dem
Ersatzspieler von aTTaX zusammenhing, zum Anderen aber auch mit der Tatsache,
dass man schlicht und einfach ein starkes Spiel machte. Allzu lange hielt dieser Zustand allerdings nicht an,
denn bereits am sechsten Spieltag konnte man im Match gegen Team Hardware4u nicht die 15-Punkte-Marke knacken und einigte sich auf ein Unentschieden. Dieser Patzer wäre prinzipiell nicht allzu dramatisch
gewesen, gewann man doch mit Ausnahme von mousesports gegen alle anderen
Spitzenteams. Die Tatsache, dass man jedoch bereits am achten Spieltag gegen
die SNOGARD Dragons das zweite Spiel an einen Underdog abgab, gepaart mit der
peinlichen 05:16 Niederlage gegen YDK.ME, brachte mTw.AMD in die unangenehme
Situation, am letzten regulären Spieltag der Saison noch einmal punkten zu müssen. Gegner sowie Ausgang ist bereits bekannt, das Match war für
jeden mTw.AMD Fan ein Trauerspiel. Positiv gedacht war das Verpassen der Finals jedoch
vielleicht keine schlechte Sache - man darf schließlich nicht vergessen, dass
die Spieler sich diese Saison erst einmal aus der Relegation wieder nach oben
in die EPS kämpfen mussten. Das gute Gelingen ist nicht zuletzt auf die Hilfe des konstant sehr gut spielenden Max „mTw.AMD|ODIE" Knappes zurückzuführen. Eine direkte Teilnahme an den Finalspielen hätte
die Spieler eventuell zu sehr von sich selbst überzeugt, so kann man auf die
gute Platzierung in diesem Winter stolz sein und sich gleichzeitig bewusst werden,
dass es noch Fehler gibt, die man ausmerzen muss. Und mit ein wenig Glück sieht man mTw.AMD ja vielleicht nächste Saison
auf einem sicheren Finalsplatz.
n!faculty: Mit solider Leistung verdienter Zweiter
Der letzte, bisher noch nicht erwähnte, Titelanwärter war
n!faculty, zu dem man diese Saison nicht allzu viel sagen kann. Ohne
Veränderungen im Lineup begann man die 13. EPS und nahezu ohne Überraschungen
beendete man die Spieltagphase nach drei Monaten. Von mousesports und Team Alternate ließ man sich besiegen,
ebenso gelang es mTw.AMD einen Sieg gegen den Kölner Clan einzufahren. Dass
jedoch alle Rundenanzahlen in den verlorenen Spielen auf zweistelligem
Niveau blieben, bestätigt den Eindruck, den man diese Saison von n!faculty bekam:
Konstant und zum oberen Viertel gehörend. Einzig das Unentschieden gegen snook rüttelt ein wenig an
diesem Bild. Am Ende reichte es für Platz drei in der Abschlusstabelle und im Halbfinale auf den Finals gelang es, Team Alternate nach kurzzeitger Schwächephase doch recht deutlich zu besiegen. Höhepunkt der Begegnung war ohne Zweifel der bereits zweite Deckendefuse auf einem LAN-Event von n!faculty. Gegen mousesports hatte man im Finale jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich eine Chance, zu groß war der Klassenunterschied den mouz durch viele internationale Events dieses Jahr hatte aufbauen können.
Bilder: readmore.de

















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