FPS-Squad feiert ein Jahr
Interview mit mTw.Raptor
Wir schreiben den 1. Juli 2009, an welchem es einen Umbruch in der First Person Shooter Szene geben sollte. Bis zu diesem Tage, bestand diese aus Spielern der Shooter-Reihen Unreal Tournament und Quake. Beide Spiele haben ihre Besonderheiten, doch kaum gab es einen individuellen Spieler, der sich für die Titel gleichzeitig begeistern konnte. Eher gab es eine enge Konkurrenz zwischen den Sparten, die mit jedem großen Event - national und auch international - größer wurde. Doch mit der Zeit kam auch die Entscheidung, denn immer mehr Veranstalter setzten auf nur einen fähigen Duell-Shooter und somit gewann Quake 3 die Oberhand bei globalen Turnieren, wie dem ESWC und Kode5, und UT2004 wurde eher zum allseits beliebten Online-Shooter. Kräftig unterstützt von der ESL und dem ClanBase. Leider stieg durch diese Separierung das Konkurrenzverhalten noch einmal um ein vielfaches an.
Auch mTw hatte während dieser Zeit mehrere Teams der angesprochenen Spiele unter Vertrag, doch schlussendlich musste eine Veränderung her. Am 01.07.2009 um 10 Uhr am Vormittag sollte es den Umbruch geben: Eine Mixtur aus fähigen deutschen Spielern der UT- und Quake Szene, welche sowohl durch ihre spielerischen Leistungen, als auch durch ihre menschlichen Kompetenzen auf sich aufmerksamen machten und die neue Basis für das First Person Shooter Team von mTw.Mindfactory legen sollten. Aufgekommen ist diese Idee von Carsten 'Raptor' Weber, welcher zum damaligen Zeitpunkt noch für den deutschen Verein n!faculty im Unreal Tournament Squad tätig war und diese Aufgabe seitdem gewissenhaft und auch erfolgreich bei mTw weiterführt. Daher wurde er heute an diesem besonderen Tag von unserer Redaktion geschnappt und auf das kleinste Detail durchlöchert:
mymTw.de: Hallo Carsten. Schön das du heute die Zeit gefunden hast, den Nutzern von mymTw, das Geschehen um das FPS-Squad etwas näher zu bringen. Als wir uns das letzte Mal unterhalten haben, warst du gerade in deiner Abitur-Phase. Lass uns doch mal wissen, wie die für dich verlaufen ist und wie es dann mit dir Privat weiterging.
Raptor: Hi an alle *grinst* . Glücklicherweise gab es keine Probleme in meinen Prüfungen und so konnte ich mein Abitur mit einem sehr guten Durchschnitt abschließen, der mir nun das Studium seit 2 Semestern an der FH Bad Honnef ermöglicht. Leider befinde ich mich momentan schon wieder im Prüfungsstress.
mymTw.de: Das ist gut zu hören. Hat der Umstieg von der Schulzeit in das jetzige Studium irgendwelche Unterschiede in deinem Alltag mit sich gebracht?
Raptor: Auf jeden Fall: Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr bei meinen Eltern, bin um einiges selbstständiger geworden und beherrsche eine sehr gute Zeiteinteilung. Die Zähne putze ich nun auch ohne Kontrolle ;P
mymTw.de: Du sprichst von Zeiteinteilung; In wie fern ist diese wichtig, wenn es um Business- und Privatleben geht?
Raptor: Naja, die Uni-Pläne sind mir ja leider doch noch vorgegeben und daran wird sich auch nichts ändern, doch wenn es um eSport geht, bin ich da doch eher flexibel. Für das tägliche Training kann ich mir zum Beispiel 3-6 Stunden am Tag zurechtlegen, welche ich mehr oder weniger intensiv nutze. An den Wochenenden kann ich mir zum Teil eine Auszeit gönnen, bzw. verbringe diese mit meinen Büchern, meiner Familie oder meiner Freundin. Die restlichen freien Tage werden oftmals für Lans oder andere Offline-Events eingeplant.
mymTw.de: Wie du schon ansprichst, fährst du auch des Öfteren auf "andere Offline-Events". Könntest du bitte etwas näher auf diese eingehen?
Raptor: Na klar, für dich doch alles: Hauptsächlich beinhalten diese IT-Messen, wie die GC, GCO und auch die CEBIT. Diese Events sind immer wieder ein besonderes Erlebnis für mich, da man den Kontakt mit den Fans und auch anderen eSport-Begeisterten pflegen kann. Ich mag es anderen Tipps zu geben, was sie an ihrer Spielweise verbessern können und oftmals habe ich auch dem einen oder anderen in Sachen Clananfragen weiterhelfen können. Auf der anderen Seite kommt man so auch mal in den Kontakt mit den Sponsoren, also den Leuten, die uns bei unserer Sportart unterstützen und finanzieren und lernt diese besser kennen.
mymTw.de: Mir scheint es, als ob du neben deiner spielerischen Karriere auch eine professionelle Management-Ebene anstrebst, da du dich immer wieder mit den Regulierungen im elektronischen Sport auseinandersetzt und versuchst diese für dein Team anzupassen und zu perfektionieren. In wie weit betrifft dich wirklich, dass Recht Entscheidungen für deinen Squad zu treffen und stimmen dir die anderen Mitglieder da auch immer überein?
Raptor: Das siehst du zu 110% richtig. Ich versuche stets ein klares Bild von den Hauptdisziplinen des eSports zu haben, egal ob Counter-Strike, CS:S oder auch WC3. Mein Glück ist es, dass ich einige der Leitpersonen und Top-Spieler in den letzten 5 Jahren persönlich kennengelernt habe und den Kontakt stets zu ihnen pflege. Ich habe schnell gelernt, dass jede Aktion auch eine Reaktion mit sich bringt und das auch meistens Spiele übergreifend. Mein Team ist bis jetzt glücklicherweise immer auf meiner Seite gewesen und hat all meine Entscheidungen respektiert, ohne jegliche Gegenfrage. Ich glaube, dass hat aber nicht unbedingt mit meiner Erfahrung zu tun, sondern mit meiner Offenheit, die ich zu jedem Spieler in unserem FPS-Squad habe. Zudem sind wir untereinander sehr gute Freunde geworden :)
mymTw.de: Ok, kommen wir nun auf dein Team zu sprechen: In wie fern konntet ihr eure Ziele in den vergangenen 12 Monaten verwirklichen?
Raptor: Das ist leicht: Als Hauptziel wollten wir einfach einen Grundstein für die Zukunft legen. Natürlich war der Sieg von smoke im DerQuaker-Cup, der Vize-Meister Titel von calipt in der deutschen EPS und mein eigener Deutscher Meistertitel eine tolle Sache und ich garantiere, dass wir diesen Winning-Streak auch in Zukunft weiter fortsetzen und sogar maximieren werden.
mymTw.de: Das hören wir gerne. Bei welchen Events in der Zukunft siehst du dich und deine Teampartner ganz vorne mit dabei?
Raptor: Da es ja diese Season nicht ganz für calipt gereicht hat, sehe ich schon einen überkochenden Feuertopf in seinem Magen und ich bin mir sicher, dass sich Bennie nicht noch einmal von irgendeinem Spieler in Deutschland schlagen lassen will - Er will Revenge! Bei smoke sehe ich das so ähnlich, wobei er keinen spezifischen Gegner haben sollte außer sich selbst: Bevor er nicht mit seiner eigenen Nervosität während eines Matches klar kommt, wird er auch nicht die Chance haben, sein Potenzial der Öffentlichkeit preiszugeben, was ich übrigens für sehr groß halte! Ich bin mir ganz sicher, dass auch er in der folgenden EPS sich einen Platz unter den Top-3 sichern wird. Kommen wir zu RoxXx, der im letzten Jahr leider sehr in die Vergessenheit geraten ist: Martin ist für mich der k1llsen des Unreal Tournament. Leider hatte er seit längerer Zeit einige gesundheitliche Probleme, was ihm somit auch die zukünftige Fähigkeit, für unseren FPS-Squad zu spielen, nimmt. Aufgrund unseres längeren gemeinsamen Werdegangs werden wir jedoch zu jeder Zeit gern auf ihn zurück greifen, wenn es heißt "WIR BRAUCHEN EINEN STANDIN". Kommen wir zu guter Letzt zu meinen eigenen Zielen: Der zweite WWCL-Titel in Folge ist so gut wie verbucht und nun heißt es erst einmal Abstand nehmen... Nicht vom eSport, sondern von UT2004. In Zukunft werde ich mich zusammen mit meinen Team-Mates und einigen neuen Überraschungen in unserem Kader neben dem Duell-Bereich auf einen erweiterten Gametype konzentrieren. Mehr dazu aber später...
mymTw.de: Das klingt auf jeden Fall sehr viel versprechend und ich freue mich schon, euch in kommenden Spielen im Team-Modus verfolgen zu können. Kommen wir aber nun zu den abschließenden Fragen: Was hat das Jahr bei mTw für dich am Meisten gebracht und wo siehst du den Unterschied zu deiner Vergangenheit?
Raptor: Wow, was für eine epische Frage: Also, ich konnte eine Menge durch unser Management lernen. Lars Eiben war für mich oftmals der Schlüsselpunkt für Anregungen und Entscheidungen. Obwohl er mich diverse Male zu Recht weisen musste, habe ich mich stets weiterentwickelt. Neben ihm gab es als wichtigste Anlaufstelle natürlich unsere Redaktion, ohne die wir natürlich nicht existieren könnten: Wir mögen zwar halbwegs gut in unseren Spielen sein, doch sind wir noch lange nicht auf dem Level darüber zu berichten. Der größte Unterschied zu den vergangenen Clans und Teams bestand im letzten Jahr hauptsächlich aus dem Vertrauen, was aufgebaut wurde. Nicht nur das Vertrauen Leistungen zu erbringen, sondern auch die Möglichkeit einander zu helfen und Versprechen zuhalten, hat uns in der Zeit bei mTw sehr gestärkt. Ich freue mich schon sehr auf das kommende Jahr und möchte mich an dieser Stelle im Namen unseres Teams bei unserem Core (Lars Eiben), den Redakteuren und natürlich unseren Sponsoren bedanken.
mymTw.de: Ich fühle mich geschmeichelt... Trotzdem gehören die letzten Worte dir *grinst*
Raptor: Wie schon erwähnt gehört der Dank all denen, die uns zu Seite standen, über uns berichtet haben, mit uns mit gefiebert haben oder es uns finanziell ermöglicht haben, nationale und internationale Events zu besuchen. Der größte Dank gilt aber unseren Fans, da es ohne einen gewissen Breitengrad keinen eSport gäbe und das ganze hier nur halb so lohnenswert erscheinen würde. Natürlich hoffe ich, dass die Szene auch weiterhin so gut mit einander auskommt und nun gibts noch einmal folgende Grüße zum Abschluss:
- von Benjamin 'calipt' Jakob: Ein besonderer Gruß geht an meine Schwester Stefanie.
- von Martin 'RoxXx' Kunze: Meine Grüße gehen an all die Leute, die während der letzten Jahre mit mir gewonnen oder gegen mich verloren haben.
- von Felix 'smoke' Pafel : Die Sindy, weil Raptor das so sagt... \o/
- von Carsten 'Raptor' Weber: Meine Omas und Opas zur grüßen wärer ja jetzt eher schwach... Daher grüße ich meine Eltern, meine Freundin Anna, alle tollen Leute im eSport, die ich über die Zeit kennengerlernt habe und meine Studienkollegen.
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