online Christoph 'hiveN' kein Status
Nico berät im eSport
geschrieben am 15.04.2009 22:27
Folgendes ist ein Beitrag, der in Zusammenarbeit mit Umut 'iDeniz' Deniz geschrieben wurde. Dabei handelt es sich um ein wenig Kritik an dem heute entdeckten eSport Consulting Unternehmen Nico Consulting.

“Wir machen Marken” ist der Slogan einer Gesellschaft bürgerlichen Rechtes, dass sich als internationales Beratungsunternehmen, spezialisiert auf die “junge Zielgruppe” darstellt.
Nico-Consulting, so nennen sie sich, fokussiert sich auf die eSport-Branche und bietet dort verschiedene Dienstleistungen an. Diese reichen von Marktforschung, über Strategieberatung und Geschäftsentwicklung bis hin zu Überbestandsmanagement oder Textilveredelung. Hört sich alles vom Klang her schön an, vor allem professionell, doch ist es das auch? Wenn man auf der Website auf das Team zusteuert findet man Mitarbeiter von Raptor Gaming. Die erste Frage die sich mir stellte als ich das auffasste war “Wenn sie solche Profis sind, wieso sind sie mit Raptor Gaming, dort wo sie jetzt sind und nicht viel weiter vorne?”. mousesports schafft es auch ohne Consultingagentur stets national vorne mit dabei zu sein.
Das bezieht sich nicht auf die spielerischen Leistungen sondern auf den Clan als gesamten. Clans wie mouz oder SK Gaming haben einen Markenwert der im eSport auf hoch zu schätzen ist, Raptor Gaming eher weniger. Ich persönlich würde mich, wenn ich einen Clan gründen will mit großen finanziellen Mitteln, nicht an Raptor Mitarbeiter wenden, sondern Vollzeitprofis aufsuchen, oder diejenigen, die Topergebnisse vorzuweisen haben. Wenn ich ein Unternehmen bin, das eSportfern ist und in dieser Branche einsteigen will, würde ich mich auch eher an Fachkräfte wenden, die mehr zu präsentieren haben.
Doch gibt es diese? Freaks4U und Skill3d sind in dieser Hinsicht schon etablierte Unternehmen, doch von beiden hört man immer weniger, an beide würde ich mich aber wenden. Reichen denn zwei Unternehmen dieser Sorte in der deutschsprachigen, oder gar europäischen, eSport Branche?

Der eSport braucht mehr Organisationen die Dienstleistungen anbieten, welche in den eSport einführen oder mit weiteren eSport-Organisationen für den eSport arbeiten. Sonst ist keine Konkurrenz vorhanden, also nichts was das Geschäft belebt. Nico Consulting ist als Idee nicht schlecht, die Umsetzung ist aber miserabel. Schon unten rechts im Footer der Website die Aufschrift “Kostenlose Webseite erzeugen mit Webnode” lässt an Seriösität und Professionalität zweifeln.
Die Webseite müsste um einiges professioneller umgesetzt werden. Das Design braucht eine rundum erneuerung, das Free-CMS müsste verschwinden, Inhalte gefüllt werden, Referenzen nicht als URLs aufzählen, sondern eher aufzeigen welche Dienstleistung man für welche Organisation erbracht hat. Bisher ist das ganze meiner Meinung nach her nur ein Projekt um das eigene Image aufzubessern, bei potentiellen Sponsoren für den eigenen Clan seriöser zu wirken um sie leichter ins Boot zu bekommen.

Wie wirkungsvoll kann die Arbeit dieser Agentur sein, wenn es schon an Liebe für das eigene Unternehmen mangelt? In welchen Bereichen kann Nico-Consulting einem Unternehmen tatsächlich hilfreich sein? Die Dienstleistungen erfordern, neben den beratenden Funktionen, vor allem viel Kreativität. Von Produktdesign, über Merchandise-Veredelung, bis hin zu Logo- und PR-Design, wird dem Kunden alles geboten. Die eigene Corporate Identity lässt zu wünschen übrig, aber auch den Referenzen scheint es an Kreativität zu mangeln und sind außerdem nicht mit der Zeit.
Der eSports-Watch, eine hauseigene Erfindung, scheint auf den ersten Blick ein nettes Feature zu sein. Zum Ende eines jeden Quartals erhält man eine Zusammenfassung der vergangenen Geschehnisse im eSport. Auf den zweiten Blick ist es jedoch eine eher lieblose PDF-Datei, überfüllt mit den Ergebnissen großer Turniere und nur wenig relevanten Schlagzeilen. Ein Interessierter mag mit diesen Information etwas anfangen können, sollte sie jedoch bereits vor Wochen bei fragster oder readmore erhalten haben. Welchen Nutzen der Laie, also die eigentliche Zielgruppe, davon trägt wird dabei nicht deutlich. Doch gerade auf diesen sollte es doch ausgerichtet sein.

Viel mehr muss man auf die Details nicht eingehen, denn das Grobe schreckt ab. Der erste Eindruck ist eher unseriös. Potential hat das Unternehmen mit Sicherheit, doch sie müssten sich anders präsentieren, ganz andere Vermarktung betreiben um sich etablieren zu können. Auch ein “eSport Rhetorik Seminar” reicht nicht aus um sich in der Szene einen positiven Namen zu machen. Vor allem dann nicht, wenn man über den Sinn solch eines Seminars nachdenkt. Wer soll dieses Seminar besuchen? Professionelle eSportler die Interviews auf Szeneseiten Interviews abgeben? Eine gute Idee, doch was bekommen die dort in paar Stunden beigebracht? Rhetorik ist keine Sache die man in ein paar Stunden erklärt und beigebracht bekommen hat. Nicht umsonst belegt man ganze Semester an Universitäten in Rhetorik.
Eine weitere Frage die ich mir stelle ist, wie man Rhetorik auf eSport spezialisieren kann? Lernt man dort Fach- und Szenebegriffe? Diese hat doch jeder drauf, der in der Szene aktiv ist und davon geht man bei professionellen Spielern aus.
Alles in allem ist das Fazit: Nette Idee, sehr schlechte Umsetzung.
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