„You’ve officially been pimped“ – So oder so ähnlich kennt man es aus einer beliebten Autoschrauber Serie mit dem Rapper Xzibit. Gepimpt wurde in CoD4 auch schon eine ganze Menge. Wo wären wir zum Beispiel, wenn wir keine Mods hätten, die unser Spiel erträglich oder sogar richtig spaßig werden lassen? Würden wir immer noch mit dem spieleigenen ModWarfare spielen oder wären wir schon längst bei einem anderen Teil der Serie oder gar einem anderen Spiel? Mods sind in unserem Spiel von großer Bedeutung, die Entwicklung bedarf oft viel Geduld und Kreativität. Im Folgenden möchte ich ein bisschen auf die Wichtigkeit von Mods eingehen, die Entwicklung und ein paar Beispiele erklären.
ModWarfare, der gut gemeinte Reinfall
Unser allseits beliebtes Spiel Call of Duty 4 hatte von Beginn an einen Makel: Es war einfach viel zu umständlich ein Match auf Wettbewerbs Niveau zu spielen. Zwar hatte sich Infinity Ward (IW) wirklich Gedanken gemacht, wie man auch die competitive Gamer bedienen und glücklich machen konnte, aber ModWarfare hielt leider nicht das was es versprach. Es beinhaltete weder einen Ready-Up Modus, noch hatte es viele Möglichkeiten individuelle Einstellungen vorzunehmen. So wurde jedes Match am Anfang zu einer Tortur. Geplagt von unzähligen Restarts und erneutem Waffen, sowie Perks auswählen wurde jedem Spieler schnell klar, dass hier ein eigener Mod von der Community Abhilfe schaffen muss.
Zunächst griff man auf den amerikanischen Coder MavLP zurück, dessen Mod DAMN den ersten funktionierenden Ready Up Mode integrieren konnte. Somit war zumindest der große Aufwand, dass man in einer kurzen Zeit auch bloß die richtigen Waffen und Perks gewählt hat beseite geschafft. Der von BulletWorm entwickelte PAM-Mod erfreute sich zu CoD2 Zeiten schon großer Beliebtheit und sorgte auch dort für ein geregeltes Spielerlebnis. BulletWorm entschied sich jedoch dafür seinen Mod erst dann zu releasen, wenn eine ausgiebige Testphase gut überstanden wurde. Somit war zunächst der Weg frei für den DAMN Mod, jedoch sollte dieser in Europa doch recht schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, da er in diesem frühen Stadium nicht mit dem dann ausgereifteren PAM mithalten konnte.
Leider beinhaltet ein Call of Duty Spiel schon seit eh und je ein weiteres Problem – viele Bugs. Teils kleine unbedeutende, teils auch nicht unerhebliche Bugs. Da IW meistens unter Zeitdruck ihre Spiele fertig stellt kommen diese leider oft zustande. Insbesondere im vierten Teil der Serie waren im Release 1.0 immense Gameplay Bugs vorhanden – welche aber auch lobenswerterweise von den Entwicklern größtenteils behoben wurden. Je länger das Spiel jedoch gespielt wurde, umso mehr Ungereimtheiten traten auf. Der viel beschriebene Gunsway-Bug, war dabei einer der schlimmsten. Dazu kamen auch noch diverse Hitbox-Probleme, die dem Spiel schon einen sehr großen Randomfaktor haben beiwohnen lassen. Da man aber leider nie unendlich lange auf Support seitens des Entwicklers hoffen kann musste in diesen Fällen oft die Community einspringen. Schnell tauchten einige Fixes auf, die den Swaybug beheben sollten. Und hier kamen dann wieder die Mods ins Spiel: es wäre so einfach einen Mod zu haben, der diese Fixes vereinigt und womöglich noch ein paar tolle neue Features einbaut. Problem in dieser Phase war allerdings, dass der überall verbreitete PAM keinen Support mehr seitens BulletWorm erfuhr. Der Coder war vom Erdboden verschluckt und keine Menschenseele wusste, wo er zu finden ist und ob er irgendwann wiederkehrt.
Diese Umstände sorgten in der Community erneut zu einer Eigenbewegung – den Promod.
Die Entwicklung des Promods ist eine Erfolgsgeschichte, die in meinen Augen ein eher unschönes Ende genommen hat. Der ursprüngliche Chef-Coder raf1 verfolgte eine Idee, CoD4 komplett auf Competition zu trimmen und über alle Wettbewerbe verteilt ein einheitliches Ruleset einzuführen, inklusive der anstehenden Sommer-Lans. Dabei ließ er sich zunächst leider wenig in die Karten pfuschen und so kam es natürlich auch zu Reibereien in diversen Foren. Trotzdem war der erste Release des Promods ein Meilenstein und viele Teams schwörten sofort auf die neuen Features. Timeout Funktion, einfache Waffenauswahl per Knopfdruck, Camos auf den Waffen, integrierter Sway-Fix und Unmengen an Bugfixes waren einfach ein ungeahnter Luxus. Hinzu kam ein nicht wenig wichtiger Faktor – nämlich der des „Es geht viel mehr rein“. Dem war wirklich so: wer das schwammige Gameplay vom PAM gewohnt war konnte im Promod nur noch Staunen. Natürlich war es ein ganz anderes Feeling und man musste sich auch auf die neuen Gegebenheiten einstellen, aber trotzdem war es ein riesen Schritt – ein Schritt in die richtige Richtung.
In den kommenden Wochen war raf1 mit Eifer bei der Sache und veröffentlichte fast täglich neue Updates, bis der Promod seine vorläufige Vollendung im Promod 3 Final fand. In dieser Form wurde der Promod bei den Sommer-Events eingesetzt und traf auf große Zustimmung. Aber wie so oft gab es auch wieder neue Probleme die auftauchten. Ein neuer Streit über die Settings entbrannte. Wieviele SMGs sollen erlaubt sein? Was ist die richtige Rundenzeit? Braucht man wirklich so viele kleine Gimmicks? Kann man nicht noch mehr bei den FPS machen? Alles Fragen, die zurecht gestellt wurden. Und so kam es nach einiger Zeit dazu, dass man sich Gedanken über eine Weiterentwicklung des Promods machte und bald darauf war auch schon die erste Beta-Version des Promod 4 bereit zum Test. Erneut wurde einschneidende Veränderungen vorgenommen, so wurde zum Beispiel die Anzahl der SMGs auf 2 begrenzt und das Fadenkreuz der Sniper um ein vielfaches verkleinert – um der Sniper im Nahkampf eine größere Bedeutung beizumessen.
Mit diesen Veränderungen begann das unschöne Kapitel um den Promod. Jeder Spieler hatte eine andere Auffassung von dem, was richtig und was falsch sei. So kam es dazu, dass sich die Community in mehrere Lager gespalten hat und auf einmal mehrere Leute ihre Nase in die Angelegenheiten des Promods steckten. Raf1 war diese Diskussion Leid und erklärte den Promod für beendet, jedoch war er bereit seine bisherige Arbeit der Community zur Verfügung zu stellen. Jedoch kam es wie es kommen musste – die verschiedenen Lager begannen getrennt von einander am Promod weiter zu coden. Zwischenzeitlich gab es 3 verschiedene Teams, welche sich dem Promod angenommen hatten und das sorgte für Chaos. Hinzu kam MavLP, der ebenfalls mit großen einschnitten in seinem in Amerika sehr erfolgreichen DAMN Mod für Aufsehen sorgte und sich auch in Europa durchsetzen wollte. Unter all den Ideen, welche die verschiedenen Mod-Teams hervorgebracht hatten musste nur ein gesunder Nenner gefunden werden. Glücklicherweise wurden aufgrund mangelnder Unterstützung seitens der Community die Mitläufer-Projekte des Promods nach kurzer Zeit wieder fallen gelassen, sodass sich ein neuer Coder, nämlich Carlisle zusammen mit den großen Organisationen in CoD4 auf einen ordentlichen und geordneten Mod mit geforderten Settings konzentrieren konnten.
Den Abschluss fand diese Entwicklung in dem heute überall gängigen Promod Live, welcher sich großer Beliebtheit erfreut. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn man keine Einigung hätte erzielen können und nun in jeder Liga ein anderer Mod gespielt würde. Jedoch muss man allen diesen Codern Tribut zollen, denn mit allen hervorgebrachten Ideen wurde ein großer Schritt in Richtung des perfekten Mods gemacht.
Die ESL – Pam oder nicht Pam, das ist hier die Frage
Ein weiteres Kapitel in Hinsicht auf Mods nimmt die ESL ein mit ihrer Politik „Pam oder Promod“. Während die Clanbase sich kurz nach Release des Promods zumindest einen Weg einfallen ließ um auch diesen spielen zu dürfen, gab es in der ESL heiße Diskussionen. Unzählige Newscomments, verärgerte User im Forum und genervte Admins später war immer noch keine Lösung gefunden. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat dann aber auch die ESL versucht beide Lager mit Ladder Angeboten zu bedienen. Doch warum musste es so lange dauern?
Genau diese Tatsache liegt auf der Hand. Die ESL bietet die Plattform für eine breite Masse. Funspieler, die gerne auf ungemoddeten Public Servern spielen bekommen einen Schreck wenn sie ihr Spiel auf einmal im Promod nicht mehr wieder erkennen, andersrum können sich Promod-Anhänger absolut nicht mehr vorstellen ein Match im PAM zu bestreiten. Dazu kommt das Problem, dass der Promod nicht die Möglichkeit bietet Individualität zu gewährleisten. Man hat genau eine Variante für die Settings, da diese vorgegeben sind. Wie also soll die ESL in einer Hardcore Sabotage Ladder auf ihre eigenen Settings zugreifen, wenn es unmöglich ist diese mit Promod zu bekommen? Zwei Mods einzuführen wäre wohl auch schon früher die Lösung gewesen, da oft die Spieler, welche sich mit Hardcore, Sabotage und dergleichen vergnügen, sowieso nicht in den Bereich gefunden hätten in dem der Promod angesiedelt werden muss, aber trotzdem – egal was die ESL gemacht hätte wäre für beide Lager eine untragbare Unverschämtheit gewesen.
Man hatte leider immer das Gefühl, dass die Admins dem Promod (und damit auch den erfolgsorientieren Spielern) nicht wohl gesinnt war und lieber einen großen Bogen darum gemacht hätten. Diese Aussage begründet sich darin, dass die erste Schwächephase des Promods genutzt wurde um mitten in einer EAS Saison wieder auf den Pam umzustellen – welcher in der Zwischenzeit wieder eine Neuauflage erfuhr und somit dem Niveau des Promods ein Stückchen näher kam - und auch den Großteil der anderen Promod Bereiche wieder zu schließen. Die Grundidee der ESL, die Zweispaltung der Community durch einen Mod, der alles beinhaltet wieder rückgängig zu machen war allerdings gekoppelt an die Hoffnung, dass der Pam in Zukunft auch wieder ordentlichen Support erwartet. Das war allerdings nicht der Fall, wodurch sich der sowieso schon favorisierte Promod in der vierten Auflage wieder deutlich absetzen konnte.
Zu Beginn der EPS musste also die Frage geklärt werden auf welchen Mod gesetzt werden soll und die überwältigende Mehrheit sprach sich für den Promod aus. In meinen Augen bis heute keine schlechte Lösung und ich denke die meisten sind vollkommen zufrieden mit der aktuellen Situation.
Doch Mods dienen nicht nur ausschließlich der Beseitigung von Bugs und dem Verbessern des Gameplays. Es gibt auch Mods welche komplett auf den Spielspaß abzielen und verrückte Ideen vereinbaren, welche oft Kindheitsträume wahrwerden lassen. So hat man bei einer Mod die Möglichkeit mit Paintball-Waffen auf dem virtuellen Spielfeld seine Gegner zu markieren. Eine weiter Variante ist die Flucht vor Zombies oder einfach das gute alte Spiel Verstecken. Der Phantasie sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt und fast täglich tauchen neue interessante Modifikationen auf.
Sehen wir uns die Mods im speziellen mal ein bisschen genauer an. Da wäre zum einen der Mod GunGame. In Counterstrike hat diese Variante der Pixeljagd schon absoluten Kultstatus erreicht. Und auch in unserem Spiel erfreut sich dieser Modus wachsender Beliebtheit. Ziel ist es, durch Abschüsse im Level aufzusteigen, also im Prinzip nichts anderes als in der Stock Version von CoD4. Aber die Sache hat einen Haken – man darf nicht das Schießeisen welches einem beliebt nehmen um auf Erkundungstour zu gehen, sondern pro Level wartet eine neue Waffe auf den Spieler. Gewonnen hat am Schluss derjenige, der als erstes alle möglichen Waffenklassen absolviert hat.
Ein noch recht junger, aber absolut genialer Mod wurde vom EHD-Clan entwickelt – Props. Props? Ja, props! Nein, das ist kein Lutschbonbon oder etwas der gleichen. Hinter diesem Mod verbirgt sich das Kinderspiel schlechthin, nämlich Verstecken. 30 Sekunden hat eine Seite Zeit sich auf der ganzen Map zu verstecken, doch jetzt kommt der Clou. Man legt sich nicht als Spieler irgendwo in den Busch, sondern hat die Möglichkeit die Erscheinung von irgendwelchen beliebigen Gegenständen anzunehmen. So kann man als Kühlschrank, Mülltonne oder Laptop seinen Schabernack treiben. Ein Geheimtipp an dieser Stelle: die beste Tarnung ist immer noch eine Straßenlaterne und generell große Gegenstände, die man mitten auf der Map positioniert. Ein Manko hat dieser Mod allerdings, denn wenn es auf dem Server allwissende Spieler gibt, die sich gegenseitig im Voice vorsagen, dann ist es nur halb so spaßig.
Mod Nummer 3 ist Paintball. Jugendträume werden wahr, wenn man mit seiner Luftdruckpistole seine bunten Farbkügelchen verschießt. Dieser Mod ist wirklich sehr weit entwickelt und bietet eine Vielzahl an Optionen und freischaltbarer „Markierer“. Auch das Leveln, wie man es aus dem Original Spiel kennt ist hier möglich, da auch verschiedene Herausforderungen auf den Spieler warten.
Last but not least wäre da noch der Zombie Mod, einer der ersten sehr beliebten Mods die released wurden. Dort ist das Grauen über die Menschheit herein gebrochen und man kommt sich vor wie in einem Horrorfilm. Zu Beginn einer Runde gibt es immer eine handvoll Zombies, die sich natürlich das Fleisch der nicht Besessenen einverleiben wollen. Diese wiederum müssen irgendwie versuchen nicht in Kontakt zu geraten um möglichst lange unter den Lebenden zu weilen. Wer erwischt wird kann selbst auf die Jagd gehen. Zum Ende hin wird es dann immer ziemlich heikel, wenn 30 Zombies die letzten verbliebenen Menschen jagen. Unglücklich bei diesem Mod ist vielleicht, dass normale Spieler eine geringere Überlebenschance haben als Spieler, die sich mit Trickjumps auskennen. Erreicht man nämlich gute Verstecke, so ist es für die Zombies fast schon unmöglich Beute zu machen.
Was wäre, wenn wir keine Mods hätten? Würden wir immer noch mit ModWarfare spielen oder hätten wir CoD4 schon lange in den Wind geschossen? Das ist eine Frage, die man nicht beantworten kann, da wir in der glücklichen Lage sind Mods zu haben. Es ist fast unvorstellbar, wenn fast vergessene Dinge, welche durch Mods verbessert wurden auf einmal wieder da wären. Unsere Mods haben soviel am Spiel verbessert und uns den Spielspaß gewahrt. Erinnert ihr euch noch an den ohrenbetäubenden Krach auf Backlot oder die angeschossene Autoscheibe, die es ermöglichte durch den Smoke zu sehen? Vermutlich haben einige diese Dinge schon vergessen, jedoch müssen wir dankbar sein, dass wir diese Verbesserung erfahren durften.
Mods bringen Abwechslung, Verbesserung und einfach nur Spaß. Ein Dank an all die fleißigen Coder, die mit ihrem Können ständig neue Ideen umsetzen und uns mit dieser Vielzahl an spaßigen, interessanten und einzigartigen Mods versorgen.
Euer feRfu
Ich versorge euch auch direkt noch mit Servern, auf denen ihr die von mir erwähnten Mods auch mal ausprobieren könnt:
Props: 195.242.236.67:28970
Paintball: 78.31.71.69:32000
Gungame: 85.114.136.207:27000
Zombie: 84.38.74.215:28930
realTimEY, geschrieben am 21.06.2009 18:21:35
















